Inklusion

Inklusive Gesellschaft, Inklusive Pädagogik und Praxis

Inklusion als zusätzliche Belastung im pädagogischen Alltag zu beschreiben ist in etwa so als würde man sagen: „Eine Pädagogik, die auch noch demokratisch, gleichberechtigend, teilhabefördernd und antidiskriminerend sein soll? - Wie sollen wir das denn noch schaffen?“

Jeder moderne pädagogische Bildungsansatz, oder etwa auch Stadtentwicklungsansatz, ist implizit von seinem Anspruch her inklusiv. Ein Ansatz, der Emanzipation, individuelle Förderung und Assistenz, demokratische und vorurteilsbewusste Erziehung und die Bewältigung von inzwischen normal gewordener Heterogenität in den Mittelpunkt stellt, ist inklusiv.

Inklusive Konzepte sind aber noch viel mehr:

Sie gehen von einem grundsätzlichen menschenrechtlichen Rechtsanspruch auf Bildungsteilhabe im allgemeinen Bildungssystem aus. Sie gehen von einem Grundrecht auf dezentrale Integration mitten im Stadtteil aus, oder etwa von der Selbstverständlichkeit der Partizipation der Bürger_innen bei der Stadtteilentwicklung.

Inklusive Konzepte erwarten geradezu Konflikte und Krisen im Aufeinanderprallen und in der Überforderung unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen miteinander. Inklusion ist kein fertiges Konzept, das zum gemeinsamen Verständnis und zu „heterogener Harmonie“ führt. Im Gegenteil: Inklusive Konzepte verstehen sich immer als prozesshaft und als konfliktfreundlich.

In dem Moment, in dem wir soziale Gruppen durchlässiger machen (pädagogisch und politisch) und Verschiedenheit aufeinanderprallt, beginnen inklusive Prozesse, die wir als Fachkräfte mit Haltung, Kompetenz und dem Mut zu neuen (politischen und konzeptionellen) Strukturen mitgestalten müssen.
Es gibt vom inklusiven Grundverständnis her keine Grenzen von Inklusion, dennoch müssen wir verantwortlich mit eigenen zeitweisen Überforderungen, Grenzen und Krisen umgehen.

Dennoch gilt: Sehen was da ist und was klappt und nicht sehen, was fehlt. Suchen, wo Ressourcen durch Umgestaltung gewonnen werden können. Das ist der Leitsatz, der auch im kritischen Blick auf uns selbst hilft. Dennoch stellt inklusive Praxis hohe Erwartungen an alle Beteiligten. Gut organisierte heterogene Lernumfelder fördern Leistung und gute Bildung bei allen Beteiligten.

Inklusive Ansätze sind stark (öko-)systemisch geprägt und haben deshalb einen viel stärkeren selbst-reflexiven Anspruch an Fachkräfte als wir es oft im Alltag gewohnt sind.

 

 

Das ZelL bietet folgende berufsbegleitende Weiterbildung zum Thema "Inklusion" an:

Fachkraft für inklusive Pädagogik und Praxis