Materialwissenschaft und Maschinenbau ATLANTIS
Im Transatlantischen Doppel-Bachelor-Studiengang Materialwissenschaft und Maschinenbau ATLANTIS lernst du, Problemstellungen materialwissenschaftlicher und maschinenbaulicher Natur mit modernen wissenschaftlichen und technischen Methoden zu lösen. Zum Studium gehören neben der Theorie auch viele praxisorientierte Elemente, damit du auf eine spätere Tätigkeit als Ingenieur/in in Industrie und Wirtschaft optimal vorbereitet bist.
Das besondere an dem Studiengang ist, dass du nicht nur einen deutschen, sondern auch einen amerikanischen Studienabschluss erwerben kannst. Die ersten beiden Studienjahre absolvierst du in Saarbrücken. Im dritten Studienjahr hast du aufgrund einer Förderung der EU die Möglichkeit, das Studium an der Technischen Universität Luleå in Schweden fortzusetzen. Im vierten Studienjahr (7. und 8. Semester) hast du die Gelegenheit, dein Studium durch einen Aufenthalt an der Oregon State University abzurunden und dort einen zweiten Abschluss zu machen.
Insgesamt dauert das Bachelor-Studium acht Semester. Du erhältst zunächst eine solide Grundausbildung in den ingenieur- und naturwissenschaftlichen Kernfächern Mechanik, Werkstoffeigenschaften und Thermodynamik. Darüber hinaus enthält das Studium Lehrveranstaltungen aus den Naturwissenschaften Mathematik, Chemie und Physik, um die nötigen Grundlagen für die Fortgeschrittenenvorlesungen zu schaffen. Später lernst du unter anderem, wie Werkstoffe in den Produktionsprozess eingebunden werden und wirst in der Technologie von Metallen, Polymeren sowie Glas und Keramik ausgebildet.
Zusätzlich erwirbst du im Studium so genannte Schlüsselqualifikationen, die du für deinen späteren Beruf brauchst. Dazu gehören eine gute Kommunikations- und Teamfähigkeit, eine effektive Arbeitsorganisation und die Fähigkeit, dich selbständig in neue Themengebiete einzuarbeiten.
weitere Infos zum Studiengang
Materialforschungs-Institute im Umfeld der Uni
An der Universität des Saarlandes kannst du auch schon während des Studiums Kontakte zu verschiedenen Forschungsinstituten knüpfen, die auf dem Campus in Saarbrücken angesiedelt sind. Hier erfährst du mehr über die drei Forschungsinstitute, die sich mit Materialwissenschaft beschäftigen:
Video über die Europäische Schule für Materialforschung EUSMAT
Saarbrücker Materialforscher ahmen Haftfüße des Geckos nach und jagen Molche durch Pipelines
Neue Materialien machen Flugzeuge leichter und Prothesen haltbar. Unternehmen brauchen dafür Materialwissenschaftler. Diese werden an der Universität des Saarlandes und an drei Forschungsinstituten auf dem Campus ausgebildet. Dort arbeiten rund 250 Materialforscher.
Ein Gecko läuft kopfüber an der Decke entlang und hinterlässt selbst auf Glas keine Spuren. Materialforscher nehmen die Geckofüße daher als Vorbild. Sie entwickeln beispielsweise Materialien, die extrem stark haften, sich aber auch einfach wieder lösen lassen – etwa für die Medizintechnik. Das ist nur eine von vielen Forschungs-Facetten des Leibniz-Instituts für neue Materialien (INM) in Saarbrücken. Zahlreiche Wissenschaftler ergründen dort die Welt der Materialien in kleinsten Dimensionen. Die Forscher entwickeln Beschichtungen, die Oberflächen besonders kratzfest machen oder so glatt, dass kein Reibungsverlust entsteht. Für Solarzellen haben die Wissenschaftler außerdem Folien entwickelt, die – einmal dünn aufgetragen – den Wirkungsgrad erheblich steigern. Die Experten untersuchen auch, wie sich Nanoteilchen auf Zellen auswirken, zum Beispiel, ob die mikroskopisch kleinen Partikel in Zellen eindringen können.
Winzige Dimensionen beschäftigen auch die Wissenschaftler am Material Engineering Center Saarland (MECS), einem Steinbeis-Forschungszentrum auf dem Uni-Campus. Mit Hilfe der so genannten Nano-Tomographie blicken die Forscher in das Innere von Materialien und analysieren diese nicht nur in Mikro- und Nanodimensionen, sondern bis zum einzelnen Atom hin. Die dreidimensionalen Bilder unterstützen die Wissenschaftler dabei, leistungsfähigere und robustere Werkstoffe zu entwickeln. Dazu dient auch eine Laser-Technologie, mit der Materialoberflächen präzise bearbeitet werden. Die Laserstrahlen erzeugen auf den Werkstoffen hauchdünne, dreidimensionale mikroskopische Muster. Dadurch haben die Bauteile eine geringere Reibung und sind weniger anfällig für Verschleiß, was in der Automobilindustrie und Mikrosystemtechnik eine wichtige Rolle spielt. Die Wissenschaftler erforschen außerdem neue Materialien für elektrische Kontakte. Sie sollen verhindern, dass die kleinen, aber extrem heißen Funken, die beim Einschalten aufblitzen, die Kontakte zerstören.
Auch die Experten vom Saarbrücker Fraunhofer Institut für Zerstörungsfreie Prüfverfahren (IZFP) schauen genau hin, um verborgene Fehler aufzuspüren. Sie untersuchen etwa, ob sich die Eigenschaften von Bauteilen verändern und zur Sicherheitsgefahr werden. So überprüfen sie Räder von Hochgeschwindigkeitszügen, Kurbelwellen in Motoren oder Einspritzdüsen in Autos und der Raumfahrt. Dabei setzen die Forscher nicht nur Ultraschall, Mikrowellen und Röntgenstrahlen ein, sondern auch die Thermografie und Magnetik. Denn manchmal kommt es auf kleinste Veränderungen sogar auf atomarer Ebene an, selbst bei großen Bauteilen wie Windkrafträdern. Oft erkunden die Wissenschaftler solche Materialfehler schon während der Produktion. Dies spart den Unternehmen Kosten und erhöht die Qualität ihrer Produkte. In Pipelines setzen die Forscher auch Molche ein, das sind Robotersysteme, die mit Hunderten von Sensoren bestückt sind. Außerdem entwickeln sie unbemannte Kleinstflugzeuge, die zum Beispiel Alterungsschäden an hohen Gebäuden erkunden.







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