Tagungsankündigung

 

Internationale Tagung 2013: Rhetorik in Europa

Konvergenz und Divergenz in der Entwicklung

9-13. Oktober 2013 Universität des Saarlandes / Université du Luxembourg

 

Schirmherr: Martin Schulz, Präsident des Europäischen Parlaments

 

An der Universität des Saarlandes und der Universität Luxembourg soll im Jahr 2013 eine Tagung zur europäischen Rhetorik stattfinden. Sie soll eine internationale, interdisziplinäre und interuniversitäre Ausrichtung haben. In der Tagung wird die Rhetorik in Europa thematisiert, und damit gleichzeitig das Europäische an der Rhetorik und das Rhetorische in Europa beleuchtet. Das Jahr 2013 wurde gewählt, weil es rhetorikgeschichtlich ein Jubiläumsjahr ist: vermutlich 387 v. Chr., also vor 2400 Jahren, hat Isokrates seine Schule für Rhetorik und Philosophie gegründet.

 

Die Rhetorik zählt seit der Antike zu den großen europäischen Bildungstraditionen. In unserer Zeit gewinnt sie neu an Bedeutung, denn die Bedeutung der Medien jeder Art im Kommunikationsalltag nimmt zu. Die Bedeutung interkultureller Kommunikation nimmt sowohl inter­national als auch inner­staatlich zu, wirtschaftlich, politisch, lebens­welt­lich. Die Krise des Bildungssystems verschärft sich und dies nicht erst seit PISA. Arbeitswelt, Öffentlichkeit und Lebenswelt verändern sich seit den politischen (1989/1990), kulturellen (1968) und wirtschaftlichen Brüchen, wenn nicht radikal, so doch existentiell. Selbst diese grobe Skizze zeigt, dass Schule, Hochschule und Er­wachsenenbildung hier große Aufgaben haben, sowohl in der Ausbildung qua­li­fizierter Lehrer, Hochschullehrer und Erwachsenenbildner, als auch in der Forschung, die für solche Ausbildung Grundlage sein muss. Weil Kommu­ni­kation die Zentralkategorie des geschilderten Problemkomplexes ist - interkulturell, medial, interpersonal -, deswegen wird Rhetorik zur Vermittlung der Schlüsselqualifikation 'Kommunikationsfähigkeit' dringend gebraucht, und zwar als Medienrhetorik, Wirtschaftsrhetorik, interkulturelle Rhetorik, politische Rhetorik, forensische Rhetorik - man setze die Reihe der sektoralen Rhetoriken nach Belieben fort!

Rhetorik-Forschung in europäischer Perspektive bedeutet, die Geschichte und Gegenwart von Rhetorik als Disziplin und von Rhetorik als Kommunikationspraxis unter den Aspekten von Interkulturalität und Transkulturalität zu erforschen, also z.B. einer Fragestellung nachzugehen wie: Hat die Transkulturalität der Rhetorik als Disziplin in der Geschichte für eine Rhetorik der interkulturellen Kommunikation Nutzen gestiftet oder nicht, und wie kann die möglicherweise ungenutzt gebliebene Transkulturalität der Rhetorik interkulturell fruchtbar gemacht werden in den verschiedenen Sektoren, insbesondere Forensik, Politik, Wirtschaft und Wissenschaftskommunikation?

 

Teilnehmer sollen Wissenschaftler aus ganz Europa sein, außerdem können auch Referenten aus dem arabischen Raum, Israel und den USA teilnehmen.

 

 Sektionen:

  1. Reden und Lernen. 
  2. Rhetorik, Translation, interkulturelle Kommunikation.
  3. Die Macht des Bildes. Medien-Rhetorik.
  4. Rhetorik und Politik.
  5. Rede und Recht: Forensische Rhetorik.
  6. Religiöse Rede: Homiletik und Pastoralrhetorik.
  7. Argumentation: pistis - logos - ethos - pathos - topos
  8. Rhetorik und Philosophie.

 

 

Am 10.10.2013, 17:00  Uhr, wird Frau Doris Pack, Mitglied des Europäischen Parlaments, über Rhetorik in Europa aus Parlamentariersicht sprechen.

 

 

Europäisches Institut für Rhetorik EIR

Institut Européen de Rhétorique IER

Prof. Dr. Norbert Gutenberg

E-Mail-Adresse: eir-ier@mx.uni-saarland.de