Forschungsprojekt "HRM 4.0"

 

Das Internet der Dinge („Internet of Things“, „IoT“) wird weit verbreitet als „disruptive“ Technologie verstanden, die die Art und Weise künftigen Wirtschaftens und Arbeitens grundlegend verändern.

Durch die Anbindung von physischen Objekten („Dinge“) an das Internet wird es möglich

  1. zahlreiche Größen über in den Dingen eingebettete Sensoren automatisiert zu erfassen („Sensorik“) und
  2. Dinge über das Internet „fernzusteuern“ („Aktuatorik“).

Auf diese Weise werden Dinge zu „smarten Dingen“, die ihre Anwender mit zahlreichen „smarten Dienstleistungen“ unterstützen können. Dies führt zu Veränderungen von Produktionsprozessen („Industrie 4.0“) sowie zu Veränderungen der Inhalte, Anforderungen, Verantwortung, Organisation, usw. von Erwerbsarbeit („Arbeit 4.0“).

Völlig unbearbeitet sind derzeit noch Fragen bezüglich der Veränderungen des Human Resource Managements, die

  1. angesichts veränderter Anforderungen durch Industrie 4.0 und Arbeit 4.0 und
  2. auch angesichts veränderter technischer Potenziale durch das Internet der Dinge entstehen („HRM 4.0“).

Gerade auch in diesem Bereich sind jedoch „disruptive“ Veränderungen zu erwarten. Mitarbeiter/innen im Produktions- wie im Dienstleistungssektor werden ihre Arbeit künftig mit und an smarten Dingen verrichten, um für interne oder externe Kunden Arbeitsergebnisse bereitzustellen.

Das Projekt „HRM 4.0“ zielt auf die Erforschung der IoT-induzierten Veränderungen des Human Resource Management und die Entwicklung von „Smart HR Services“ ab.

Smarte Dinge werden dabei zum einen zu enormen Datenmengen über Mitarbeiter führen, da sie über Sensoren in zeitlich kurzen Abständen Daten über Arbeitsmenge, Arbeitsgüte etc. erheben („Big Data“). Smarte Dinge werden zum anderen die Arbeitsteilung zwischen Mensch und Maschine grund­­legend verändern, da smarte Dinge auch Mess-, Kontroll-, Entscheidungs- und Steuerungsaufgaben übernehmen werden.

Das Projekt zielt daher darauf

  • Anforderungen an ein künftiges HRM,
  • darauf aufbauend (Re-)Aktions­mög­lich­kei­ten eines künftigen HRM in Form unterschiedlicher Anwendungsszenarien („use cases“) und
  • Smart HR Services zu erarbeiten.

Die grundsätzliche Idee des Projektes ist somit, zur Berücksichtigung der zahlreichen neuen personalwirtschaftlichen Anforderungen des Internets der Dinge ausdrücklich auch die zahlreichen neuen personalwirtschaftlichen Möglichkeiten des Inter­net der Dinge zu nutzen.

Unter dem Begriff „Smart HR Services“ sollen digitale Dienste entwickelt werden, die HR Manager/innen bei der zukünftigen Personalarbeit unterstützen. Mögliche Beispiel­sze­narien sind etwa

  1. eine smarte Personaleinsatzplanung, welche auf Basis von Sensordaten qualitative und quantitative Bedarfe ermittelt und daraus – auch in Nah- und Echtzeit – Personaleinsatzpläne generiert,
  2. eine smarte Personalentwicklung, die auf Basis von Sensordaten Entwicklungsbedarfe erkennt und – auch in Nah- und Echtzeit – in Form von Assistenzdiensten oder JIT-Lerneinheiten zur Verfügung stellt oder
  3. eine smarte Personalbeurteilung, die auf Basis von Sensordaten erbrachte Leistungen von Mitarbeiter/innen evaluiert.

In allen Szenarien bildet der Schutz von Daten und Privatsphäre im Sinne des „Privacy-By-Design“ einen zentralen Bestandteil.

Ansprechpartner: Prof. Dr. Stefan Strohmeier

Aktivitäten:

  • 26.03.2015: Vortrag "Big HR Data - Stand und Entwicklungen" im Rahmen der Veranstaltung "HR: Zukunft im Visier"

    Veranstalter: Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft gGmbH (bbw) zusammen mit dem Studiengang Executive Master of Human Resource Management an der Ludwig-Maximilians-Universität München, der HR Alliance, der Deutschen Gesellschaft für Personalführung (DGFP) sowie dem Medienpartner Personalmagazin
  • Durchführung einer Expertenstudie zum Thema HRM 4.0: Qualifizierung disruptiver IoT-bedingter Veränderungen des HRM (Abschlussbericht in deutscher und in englischer Fassung)
  • Durchführung einer empirischen Studie zu Big Data/HR Analytics im Human Resource Management (4.400 Unternehmen in Deutschland)
  • Entwicklung eines Demonstrators für Smart HR Services