Recht und Technik: Datenschutz im Diskurs (RuT)

Termin

Der Workshop findet am 27. September 2016 im Rahmen der Informatik 2016 (Konferenzdaten: 26.9. – 30.9.2016) in Klagenfurt statt. Beachten Sie für nähere Informationen zum Rahmen die Konferenz-Website!

Er wird gemeinsam mit der FG Rechtsinformatik der Gesellschaft für Informatik sowie dem Forum Privacy und dem Arbeitskreis Rechtsinformatik der OCG ausgerichtet.

 

Zusammenfassung

Der Workshop will Informatiker und Juristen zusammenbringen, die an Fragestellungen des technikbasierten Datenschutzes arbeiten. Insbesondere sollen dabei Themen adressiert werden, die anwendungsorientiertes Potential für interdisziplinären Diskurs und Zusammenarbeit bieten und die Möglichkeiten aufzeigen, wie Datenschutz durch Technik präzisiert und umgesetzt werden kann.

 

Call for Papers

Zunehmende Kapazitäten, die Weiterentwicklung der Hardware und verbesserte Algorithmen sorgen dafür, dass Datenverarbeitung immer schneller, effektiver und günstiger durchführbar ist. Die fortschreitende Ausdehnung des Internets und seiner Anwendungen trägt zudem dazu bei, dass die Verbreitung von Daten ubiquitär ist. Immer mehr neue Services, allen voran Cloud Computing, Soziale Netzwerke oder Big Data Analytics, schaffen einen wirtschaftlichen Mehrwert, der ganz überwiegend auf Datenverarbeitung in Netzwerken beruht. Dies führt nicht nur zu vielfältigen Nutzen, sondern kann auch Beeinträchtigungen und Missbrauch hervorrufen. In besonderer Weise betroffen ist der Datenschutz, der den Einzelnen vor Beeinträchtigungen in seinem Persönlichkeitsrecht schützen will, und die IT-Sicherheit, die in vernetzten Strukturen durch die Abhängigkeit vom schwächsten Glied des Netzwerks besonders gefährdet ist. Der Gesetzgeber reagiert damit etwa im IT-Sicherheitsgesetz.

Sowohl Informatiker als auch Juristen arbeiten daran, Datenschutz und IT-Sicherheit zu verbessern oder zumindest Verschlechterungen zu verhindern. Dazu gehören einerseits ein technikorientiertes Verständnis der Gefahrenlagen und die Entwicklung technikbasierter Lösungsmöglichkeiten auf der Basis der Wertungen des Datenschutzrechts. Andererseits muss auch die Auslegung der Rechtsnormen des Datenschutzes mit der gesellschaftlichen und technischen Entwicklung Schritt halten. Der Workshop soll dazu beitragen, den wissenschaftlichen Austausch zwischen beiden Disziplinen zu intensivieren. Daher sind Beiträge mit einem Schwerpunkt in den Bereichen Privacy Enhancing Technologies und Privacy-by-Design ebenso willkommen wie Beiträge mit einem Schwerpunkt im Datenschutzrecht. Es können sowohl Grundsatzfragen wie z. B. zu den Anforderungen an Anonymisierungsverfahren als auch konkrete technische Lösungen für einzelne Anwendungen vorgestellt werden.

Alle Beiträge sollen das Potential zum interdisziplinären Diskurs bieten, sie müssen aber nicht für sich genommen beide Disziplinen gleichgewichtig abdecken.

Erwünscht sind insbesondere (aber nicht ausschließlich) Beiträge zu folgenden Themen:

  • Techniken der Anonymisierung und Pseudonymisierung
  • Anonymitätsbegriffe in Technik und Recht
  • Anonymität, Verantwortung und Haftung
  • Datenschutzaspekte von Cloud Computing
  • Datenschutz im Smart Grid und der Energieversorgung
  • Juristische Aspekte von Privacy Enhancing Technologies
  • Identitätsmanagement
  • >Intelligente Überwachungssysteme
  • Selbstvermessung (z.B. Gesundheitsbänder und Smart TV)
  • Datenschutz- und IT-Sicherheitskonzepte im Internet
  • Freiheit und Sicherheit im Konflikt und in der Auflösung

Beiträge können sowohl in deutscher als auch in englischer Sprache eingereicht werden.

 

Einreichungen

Alle Einreichungen durchlaufen ein Peer-Review-Verfahren; Beiträge müssen nicht anonymisiert werden. Die Länge der Beiträge ist auf 14 Seiten beschränkt. Es sind die LNI-Formatvorlagen der GI (Word oder LaTeX) zu verwenden, zu finden unter:

 https://www.gi.de/index.php?id=171

Eingereichte Beiträge werden geprüft und bei Annahme in der GI-Edition „Lecture Notes in Informatics“ (LNI) veröffentlicht. Für die Teilnahme am Workshop ist eine Anmeldung zur INFORMATIK 2016 (die Gebühren richten sich nach Anzahl der Tage) erforderlich.

Wir bitten darum, Beiträge über Easychair einzureichen:

https://easychair.org/conferences/?conf=rut2016

 

Wichtige Termine

Neu: 23.05.2016: Deadline für die Einreichung von Beiträgen

30.05.2016: Entscheidung über die Annahme von Beiträgen

28.06.2016: Registrierung eines Autors für die Informatik 2016 (andernfalls erfolgt keine Veröffentlichung im Tagungsband).

27.09.2016: Workshop auf der Informatik 2016 in Klagenfurt

 

Organisatoren

Prof. Dr. Rüdiger Grimm, Universität Koblenz-Landau und Fraunhofer SIT, Darmstadt

Prof. Dr. Christoph Sorge, Universität des Saarlandes

Prof. Dr. iur. Indra Spiecker genannt Döhmann, LL.M. (Georgetown Univ.), Goethe-Universität Frankfurt

 

Programmkomitee

- Prof. Dr. Matthias Bäcker, KIT
- Prof. Dr. Jens-Matthias Bohli, Hochschule Mannheim
- Dr. Katharina Bräunlich, Universität Koblenz-Landau
- Prof. Dr. Mark Cole, Universität Luxemburg
- Dr. Stefan Drewes, DPA Drewes Privacy Advice GmbH
- Prof. Dr. Nils Gruschka, Fachhochschule Kiel
- Prof. Christoph Gusy, Universität Bielefeld
- Marit Hansen, Landesbeauftragte für den Datenschutz Schleswig-Holstein
- Niko Härting, Rechtsanwalt
- Michael Herfert, Fraunhofer SIT, Darmstadt
- Dr. Walter Hötzendorfer, Universität Wien
- Thomas Kahler, Datenschutzbeauftragter DiBA
- Prof. Dr. Jan Henrik Klement, Universität des Saarlandes
- Prof. Dr. Artus Krohn-Grimberghe, Universität Paderborn
- Prof. Dr. Kai von Lewinski, Universität Passau
- Dr. Thomas Lapp, Rechtsanwalt
- Dr. Mario Lischka, DZ Bank
- Dr. Ronald Petrlic, Referent beim Landesbeauftragten für den Datenschutz Baden-Württemberg
- Dr. Philipp Richter, Universität Kassel
- Prof. Dr. Burkhard Schafer, Universität Edinburgh
- Prof. Dr. Erich Schweighofer, Universität Wien