Dienstag, 24. November 2015

Vortrag zur Alzheimer-Prävention (Wissenschaftsforum)

Im Rahmen des Wissenschaftsforums der Universitätsgesellschaft des Saarlandes hält Tobias Hartmann, Direktor des Deutschen Institut für Demenzprävention (DIDP) und Professor für Experimentelle Neurologie der Universität des Saarlandes einen Vortrag zum Thema

Alzheimer Prävention - Neue Wege in der Alzheimer Therapie, Risiken erkennen und Vorbeugen


Zeit und Ort:
24. November 2015, 18.00 Uhr im Hörsaal I des Mathematik-Gebäudes E 2.5 (Lageplan)

Eine Demenzerkrankung ist bisher nicht heilbar. Sie lässt sich aber frühzeitig diagnostizieren, noch bevor die Demenz eintritt und oft sogar noch bevor der Betroffene und sein Umfeld Symptome wahrnehmen. In diesem frühen Stadium sollte die Demenz durch ein ganzes Bündel von therapeutischen Maßnahmen verzögert oder sogar ganz verhindert werden. Dabei spielen Ernährung und Sport, aber auch Hirntraining und sozialer Austausch eine wichtige Rolle. „Eine Untersuchung zur Frühdiagnose einer möglicherweise zu erwartenden Demenzerkrankung ist für viele Personen der einzig sinnvolle Weg, sich Gewissheit zu verschaffen. Allerdings darf der Patient weder mit der Diagnose alleine gelassen noch die anschließende Therapie versäumt werden“, sagt Professor Tobias Hartmann, der an der Universität des Saarlandes das Deutsche Institut für Demenzprävention leitet. Hier handele es sich um eine präventive Maßnahme, die möglichst früh ergriffen werden sollte.

An diesem Punkt setzt der Alzheimer-Forscher zum Beispiel mit einem  Programm in Luxemburg an. Es eröffnet jedem betroffenen Bürger auf einfachem Weg Beratung, Betreuung und den Zugang zu präventiven Maßnahmen. „Das Ziel ist dabei, die Zahl der Neuerkrankungen zu reduzieren, denn in diesem Stadium hat der Betroffene noch die beste Chance, den Ausbruch der Demenz herauszögern oder ganz zu verhindern. Er kann außerdem noch selbstbestimmt die weitere Lebensplanung in die Hand nehmen“, sagt Hartmann.

Viele Risikofaktoren für eine Demenz, deren häufigste Formen die Alzheimer Krankheit und die Vaskuläre Demenz darstellen, sind heute bekannt. Bei der vorbeugenden Therapie geht es darum, diese Risikofaktoren bei jedem Patienten ganz individuell zu identifizieren und dann gezielt anzugehen. „Dabei können Medikamente helfen, aber auch die Umstellung oder Ergänzung der Ernährung. Außerdem ist es wichtig, dass sich die Patienten auch körperlich, geistig und sozial fit halten“, erläutert Hartmann. Denn Untersuchungen von Demenzforschern hätten gezeigt, dass ein spezielles Training und der soziale Austausch in der Gruppe dazu beitragen, den Zerfallsprozess im Gehirn aufzuhalten.

 Mit diesen Maßnahmen können auch Personen vorbeugen, bei denen (noch) keine speziellen Demenzrisikofaktoren vorliegen. „Insbesondere die primäre Prävention ist nicht besonders aufwendig. Da kann man mit wenig viel erreichen “, ermutigt Hartmann.

Weitere Informationen: www.didp.org