Donnerstag, 26. November 2015

Studentin aus Kamerun erhält DAAD-Preis für gesellschaftliches Engagement

Preisübergabe am Montag, 30. November

Bejard Simeu Noupa aus Kamerun, Masterstudentin im Fach Betriebswirtschaftslehre, hat den Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) für hervorragende Leistungen ausländischer Studierender 2015 gewonnen. Der Preis ist mit 1000 Euro dotiert und wird jährlich an internationale Studenten deutscher Universitäten für besonders gute akademische Leistungen und außerordentliches gesellschaftliches oder interkulturelles Engagement vergeben.

Universitätspräsident Volker Linneweber wird den Preis am Montag, 30. November, um 11 Uhr im Foyer des Präsidialamtes übergeben (Geb. A2 3).


Bejard Simeu Noupa hat große Zukunftspläne: „Ich möchte gerne einen philanthropischen afrikanischen Verein gründen, der Jugendlichen in Afrika Orientierung bietet“, sagt die 26-Jährige. „Mein Ziel ist es, der afrikanischen Jugend beizubringen, nicht alles fatalistisch hinzunehmen, sondern Chancen zu ergreifen.“ In Kamerun habe sie miterlebt, dass viele ihrer Altersgenossen das Interesse an Bildung verloren hätten. „Ich habe schon als Kind beschlossen, das anders zu machen und ein Vorbild zu sein.“ Sie trat in den Gospelchor ihrer Kirchengemeine in Jaunde ein, mit 15 wurde sie Chorleiterin. „Musik ist das beste Mittel, um mit den Leuten in Kontakt zu kommen“, ist sie überzeugt. Außerdem arbeitete sie im Vorstand der Jugendgruppe der Gemeinde mit. „Neben Bibelstunden organisierten wir Gespräche und Diskussionsrunden über Themen, die junge Leute interessieren, beispielsweise über Sexualität.“ Dazu kamen Kampagnen in der Öffentlichkeit für eine gute Schulausbildung.

Für ihr vielfältiges soziales Engagement nicht nur in Kamerun, sondern auch in Deutschland sowie für ihre guten Studienleistungen an der Universität des Saarlandes wird die junge Frau jetzt mit dem diesjährigen Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes ausgezeichnet. BWL-Professor Stefan Strohmeier bescheinigt ihr „hervorragende Leistungen als Studentin ebenso wie als studentische Hilfskraft“ an seinem Lehrstuhl. Ihr Masterstudium der Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Informationsmanagement wird Bejard Simeu Noupa im kommenden Jahr abschließen. „Als Betriebswirtin an der Schnittstelle zur Informatik befasse ich mich mit Informationssystemen zur Sammlung und Auswertung von Unternehmensdaten, die unter anderem dazu dienen, künftige Unternehmensstrategien zu erarbeiten.“ Derzeit schreibt sie ihre Masterarbeit in einem Saarbrücker Unternehmen.

Seit ihrer Ankunft im Saarland 2013 ist Bejard Simeu Noupa in der Fairtrade Initiative Saarbrücken engagiert. „Ich bin eingestiegen, als wir kurz davor standen, erste faire Uni Deutschlands zu werden“, erzählt sie. Außerdem arbeitet sie als Vorstandsmitglied bei STUBE, dem „Studienbegleitprogramm für Studierende aus Asien, Afrika und Lateinamerika“. In Saarbrücken ist das Programm der evangelischen und katholischen Kirchen als Lokalkomitee bei der Evangelischen Studierendengemeinde vertreten. „Wir organisieren Abendveranstaltungen, beispielsweise über die Globalisierung und ihre Folgen oder über Flüchtlinge im Saarland, und laden hierfür Referenten ein“, sagt die Studentin. Sie selbst hält demnächst einen Vortrag über fairen Handel.

2014 ist sie nach Kamerun zurückgekehrt für ein zweimonatiges Praktikum an einer Schule, die auch Kinder aus armen Familien unterrichtet. Dabei hat sie nicht nur die Registrierung der Schüler und die Buchhaltung auf Vordermann gebracht, sondern gemeinsam mit dem Direktor auch eine Werbekampagne entwickelt, um Eltern vom Wert der Schulbildung für ihre Kinder zu überzeugen. „Eine Weile habe ich von morgens bis abends Leute abgeklappert und ihnen meine Geschichte erzählt – mit dem Ergebnis, dass sich die Zahl neuer Schüler verdreifachte“, berichtet sie.  

Wenn Bejard Simeu Noupa von ihren Zielen in der Zukunft erzählt, strahlt sie. „Nach meinem BWL-Studium habe ich eine ganz neue Perspektive. Ich glaube jetzt daran, dass jeder, der verstanden hat, dass es Chancen gibt und man sie ergreifen kann, auch weiter kommt.“ Langfristig möchte sie in ihre Heimat zurückkehren, denn dort gebe es viel zu tun: „Die Misswirtschaft in Kamerun und in Afrika allgemein ist ein großes Hindernis für junge Leute“, sagt sie. Da braucht es Menschen wie sie.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an
:
Beate Meinck
Zentrum für internationale Studierende des International Office (ZiS)
Tel: 0681 302-71113
E-Mail: b.meinck(at)io.uni-saarland.de