Donnerstag, 04. Februar 2016

Ringvorlesungen gehen mit Vorträgen zum Caesarenwahn in die letzte Runde

Die Ringvorlesungen der Universität des Saarlandes gehen in der sechsten Kalenderwoche mit zwei Vorträgen zur Reihe „Caesarenwahn. Die Hybris der Autokraten“ zu Ende. Dabei geht es am Dienstag im Kino Achteinhalb um Frauen und Macht im Antikfilm, am Donnerstag auf dem Saarbrücker Campus um Science Fiction und die Angst des Menschen vor der intellektuellen Überlegenheit der Technik.

Vortrags- und Filmreihe: „Caesarenwahn. Die Hybris der Autokraten“

Dienstag, 9. Februar, 18 Uhr: Vortrag mit Filmausschnitten:
„Macht-Vorstellungen von Frauen und Antikfilm“

Veranstaltungsort: Kino Achteinhalb
Referentin: Dr. Anja Wieber (Westfalen-Kolleg Dortmund / Akademie der Wissenschaften zu  Mainz)

Antikfilme des epischen Genres präsentieren in aller Regel altmodische Geschlechterbilder: Dem antiken Helden steht meist eine Jungfrau gegenüber, die gerettet werden muss. Eine eigenständig handelnde Heldin, insbesondere wenn sie Macht ausübt, wird dagegen als korrumpiert, maßlos und grausam wahrgenommen. Das Konzept des Caesarenwahnsinns, wie es im 19. Jahrhundert entstand, definierte den Kaiser im Zentrum der Macht und sah Frauen als abhängig von der Herrschergunst oder sogar als Opfer von Nachstellungen. – Die Besucher werden auf eine filmische Expedition zu Attraktionen des Antikfilms mitgenommen. Dazu gehören rücksichtslose Frauen, nämlich machtgierige Mütter, die ihren Söhnen den Weg zum Thron ebnen, und haltlose Herrscherinnen, die ihre Macht zum eignen Vergnügen ausnutzen. Daneben sind Frauen auf der Leinwand zu erleben, die dem Treiben des wahnwitzigen Herrschers mutig die Stirn bieten, oder die sich von der Aufgabe der Herrschaftsteilhabe schlichtweg überfordert fühlen.


Donnerstag, 11. Februar, 16 Uhr: „Klaatu Barada Nikto – Wer kontrolliert den Golem?“

Veranstaltungsort: Campus, Geb. E1 3, Hörsaal 003
Referent: Dr. Christoph Endres (Sirrix AG security technologies)

Intelligente Maschinen und Roboter werden in Film und Literatur oft als bösartig und machtbesessen dargestellt. Die Angst des Menschen, von einer intellektuell überlegenen Technologie bekämpft und ersetzt zu werden, sitzt tief. Der Referent geht unter anderem den Fragen nach, was Science Fiction ist, wann und warum dieses Genre entstanden ist und welche Funktionen es erfüllt. Darüber hinaus stehen die sozialen Auswirkungen technischer Veränderungen im Fokus sowie die Gefahren, die von Künstlicher Intelligenz tatsächlich ausgehen könnten.

Im Anschluss wird der Film „Dark Star“ gezeigt, eine Science-Fiction-Parodie von 1974.