Montag, 29. Mai 2017

Tag der offenen Tür der Saar-Uni mit Astronauten-Besuch, viel Forschung und breitem Studienangebot

Der saarländische Astronaut Matthias Maurer (rechts) wird am 23. und 24. Juni die Saar-Uni besuchen. Foto: ESA / S. Corvaja

Am Samstag, den 24. Juni, öffnet die Universität des Saarlandes ihre Türen: Von 10 bis 16 Uhr können kleine und große Besucher auf dem Saarbrücker Campus in die Wissenschaft eintauchen. Rund 250 Angebote aus allen Fachrichtungen haben Forscherinnen und Forscher hierfür zusammengestellt. Als prominenter Gast wird der saarländische Astronaut Matthias Maurer, der an der Saar-Uni Materialwissenschaft und Werkstofftechnik studiert hat, gleich drei Auftritte auf dem Campus haben. Wer sich außerdem für ein Studium an der Saar-Uni interessiert, kann sich über das breite Angebot informieren. Am Montag, 19. Juni um 13 Uhr wird es eine Pressekonferenz mit Universitätspräsident Manfred Schmitt geben, bei der er einige Programmpunkte vorstellen wird (Geb. A 2 3, Senatssaal).

Neugierige Besucher haben am Tag der offenen Tür der Saar-Uni die Qual der Wahl zwischen zahlreichen Experimenten, Führungen, Mitmachaktionen und Vorträgen. Technik-Fans kommen in den Natur- und Ingenieurwissenschaften auf ihre Kosten: Bei den Wissenschaftler des Studiengangs Systems Engineering kann man eine künstliche Hand mit Muskeln aus hauchfeinen Drähten bestaunen. Besucher können dort zudem eine Virtual-Reality-Brille ausprobieren, die in der Wartung von Maschinen zum Einsatz kommt. Quantenzufallszahlen, Supraleiter sowie die Frage, wie Bakterien auf unseren Zähnen haften, erläutern Physik-Professoren in verschiedenen Vorträgen. Um Phänomene der Natur wie strapazierbare Spinnenseide geht es auch in der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik. Dort beschäftigen sich Professoren außerdem mit dem Thema, wie man verhindern kann, dass extrem harte Stähle im Flugzeug und Auto spröde werden und plötzlich brechen. Jugendliche können sich zudem in den Schülerlaboren mit Windkraft und Solarenergie befassen, eine Kippschaltung löten, chemische Phänomene bestaunen und physikalische Rätsel lösen.

Der Saarländer Matthias Maurer wurde im Februar 2017 in das Astronautenteam der Europäischen Weltraumorganisation ESA aufgenommen. Jetzt tritt er auf dem Uni-Campus zum ersten Mal öffentlich im Saarland auf. Bereits am Freitag, den 23. Juni, wird er um 18 Uhr gemeinsam mit dem ESA-Generaldirektor Jan Wörner über die Zukunft der astronautischen und robotischen Exploration des Weltalls sprechen. Dieser Vortrag im großen Informatik-Hörsaal richtet sich vor allem an Studenten und Wissenschaftler der Saar-Uni. Am Tag der offenen Tür (24. Juni) um 11 Uhr wird Matthias Maurer dann der breiten Öffentlichkeit von seiner Faszination für die Raumfahrt erzählen (Audimax, Geb. B 4 1). Er wird dabei die wichtigsten Stationen seines Astronauten-Trainings vorstellen und erläutern, welche wissenschaftlichen Experimente auf der Internationalen Raumstation ISS durchgeführt werden. Maurer wird zudem über die Visionen für die Raumfahrt der Zukunft sprechen. Um 13 Uhr wird er gemeinsam mit dem ESA-Pressesprecher Bernhard von Weyhe, ebenfalls Saarländer und Absolvent der Saar-Uni, über interkulturelle Kommunikation, Raumfahrtanwendungen für die Gesellschaft und europäische Berufsperspektiven referieren (Geb. B 3 1, HS 2).

In der Informatik erfährt man am Tag der offenen Tür, wie ist um die Sicherheit von Smartphones und großen Computerprogrammen bestellt ist. Außerdem wird es um „Eingebettete Systeme" gehen, die heutzutage smarte Seifenspender, Espressomaschinen, Rasenroboter, Flugdrohnen und Einparkhilfen steuern. Bioinformatiker erläutern darüber hinaus, welche neuen Therapien etwa zur Krebsbehandlung oder bei AIDS mit Hilfe mathematischer Methoden und Genanalysen entwickelt werden. Am „Platz der Informatik“ werden Wissenschaftler zudem über die verschiedenen Studiengänge rund um die Informatik informieren, von der Bioinformatik, Computerlinguistik, Cybersicherheit, Medieninformatik und Wirtschaftsinformatik bis hin zu den „Eingebetteten Systemen“ und dem Lehramt Informatik.

"Schläfst du, Geliebter?": Um die schönsten Liebeslieder des Mittelalters wird es in der Germanistik gehen. Aus der Liebeslieddichtung des deutschsprachigen Mittelalters - dem Minnesang - sind zahlreiche Lieder überliefert, die von unerfüllter und erfüllter Liebe handeln, von Heimlichkeit und Trennung. Wissenschaftler stellen einige Beispiele der handschriftlichen Überlieferung vor und präsentieren Hörbeispiele, wie er (vielleicht) geklungen hat. Die Philosophin Susanne Mantel analysiert in einem Vortrag für Kinder, was man in den Geschichten von Astrid Lindgren über das Gute und Böse lernen kann und wieso Regeln nützlich sein können. Mit Erwachsenen will die Philosophin in einem weiteren Vortrag diskutieren, welche globalen Hilfspflichten für Flüchtlinge aus ethischen Überlegungen abgeleitet werden können.

Auch wer sich für Historisches interessiert, ist auf dem Campus richtig: Rasselnde Schwerter, blitzende Rüstungen, blutige Wunden – So stellt man sich Krieg und Kampf in der Antike oft vor. Am 24. Juni hat jeder die Möglichkeit, Ausrüstungen und Waffen antiker Krieger zu erkunden. Um die Reformation in der Saargegend wird es zudem in der evangelische Theologie gehen. In der Slavistik kann man Crashkurse in verschiedenen osteuropäischen Sprachen belegen, um im Urlaub nicht ganz ratlos vor der Speisekarte zu sitzen. Sportinteressierte können ihre Ausdauer beim Hochschulsport trainieren und zum Beispiel bei der Schnupperstunde Cross Training mitmachen: Dabei läuft man, springt Hampelmänner und rennt Treppen hinauf und hinunter und erkundet gleichzeitig den Campus.

Am 24. Juni öffnen auch einige außeruniversitäre Forschungsinstitute auf dem Uni-Campus ihre Pforten und zeigen verschiedene Robotersysteme und „intelligente“ elektronische Erntehelfer für Landwirte (Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, DFKI) sowie ein Forschungsprojekt zu Naturstoffen aus Bodenbakterien, bei dem alle Saarländer mit eigenen Bodenproben mithelfen können (Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung, HIPS). Zudem gibt es überall auf dem Campus internationale Leckereien und spezielle Angebote für Kinder. Ein „American School Bus“ fährt rund um die Uhr mehrere Stationen zwischen der zentralen Festwiese und den Informatik-Forschungsinstituten an.

Ausführliches Programm zum Tag der offenen Tür mit rund 250 Angeboten:  
www.uni-saarland.de/infotag


Pressefotos: www.uni-saarland.de/pressefotos