Mittwoch, 07. Juni 2017

Die Ringvorlesungen der Saar-Universität in der 24. Kalenderwoche

Die Universität des Saarlandes bietet im Sommersemester wieder öffentliche Vortragsreihen an, die sich an ein breites Publikum richten. Der Eintritt ist frei. Die Ringvorlesung zur Reformation findet ausnahmsweise am Dienstag statt – und zwar im Festsaal des Saarbrücker Rathauses.

Montag, 12. Juni:
Ringvorlesung „Literatur und Geschichte“:


„Englands dramatische Geschichte: Shakespeares Histories“
Dr. Lena Steveker (Britische Literatur- und Kulturwissenschaft)
Um 19 Uhr im Rathausfestsaal

In Shakespeares Historiendramen entfaltet sich die wechselhafte und konfliktreiche Geschichte Englands von den Rosenkriegen bis zur Regierungszeit Heinrichs des Achten und der Geburt Elizabeths der Ersten. Diese Stücke verbinden die – aus der Perspektive von Shakespeares Zeitgenossen – jüngere englische Geschichte mit Fragen nach dem Schicksal der Nation, der korrumpierenden Kraft der Macht und der Rechtmäßigkeit von Herrschaft. Auf diese Art und Weise legitimieren sie die Dynastie der Tudors, die mit dem Tod Elizabeths zu Shakespeares Schaffenszeit zu Ende ging. Shakespeares ‚Histories‘ sind somit faszinierende Beispiele für die Arbeit am kulturellen Gedächtnis Englands, die das Drama der frühen Neuzeit damals wie heute leistet.

Alle Termine sowie Infos zu den einzelnen Vorträgen unter:  
http://literaturarchiv.uni-saarland.de/ringvorlesung


Dienstag, 13. Juni:
Ringvorlesung „Die Reformation zwischen Revolution und Renaissance II“:


„Luther und die Träume“

Prof. Dr. Lyndal Roper, Universität Oxford
Um 19 Uhr im Festsaal des Rathauses St. Johann

Luther bezeichnete Aberglauben, katholisches Dogma und die religiösen Überzeugungen von „Türken“ und Juden konsequent als „Träume“. „Lauter somnia“, reine Träume, war eine seiner liebsten Beleidigungen, und nichts liebte er mehr als sie zu entlarven. Dennoch war Luther auch fasziniert von Zeichen und Omen, und obwohl er häufig über Träume Witze machte, notierte er auch einige eigene bedeutende Träume.
Träume wurden auch an wichtigen Wendepunkten der Reformation verzeichnet, und sie erlauben seltene Einblicke in Luthers tiefste Ängste und Gefühle. Gemeinsam diskutiert, benutzten Luther und seine Anhänger Traumdeutungen dafür, um Sorgen und Bedenken zu kommunizieren, die sie nicht explizit thematisierten. Der Vortrag geht der Frage nach, wie Historiker Träume dafür verwenden können, die Subjektivität von Menschen der Vergangenheit zu verstehen.

Link zum Veranstaltungsplakat.


Dienstag, 13. Juni:
Vorlesungsreihe „Erfolg in Serie“: Amerikanische TV-Serien als Gesellschaftsdramen:


„Orphan Black“

Svetlana Seibel, Universität des Saarlandes
Um 19.30 Uhr im Kino „Camera Zwo“ (Futterstraße 5-7)

Die kanadisch-amerikanische Serie Orphan Black befindet sich an der Schnittstelle von Thriller und Biopunk, jener Untergattung von Science Fiction, die sich hauptsächlich mit den ethischen Folgen und Fragestellungen rund um Fortschritt und den Einsatz der Biotechnik befasst. Kreiert von Drehbuchautor Graeme Manson und Direktor John Fawcett, wurde die Serie nicht nur wegen ihrer progressiven Agenda, sondern auch wegen der hervorragenden schauspielerischen Leistung von Hauptdarstellerin Tatiana Maslany hochgelobt. Die Serie dreht sich um die Protagonistin Sarah Manning, eine clevere Schwindlerin, die zufällig erfährt, dass sie ein Klon ist, sowie um ihre Klongeschwister. Die Serie greift Fragen rund um Bioethik und die Macht der Großkonzerne auf und setzt sich kritisch mit Fragen von Zugehörigkeit, Familie, und Identität auseinander.

www.amerikanistik.uni-saarland.de/