Mittwoch, 14. Juni 2017

Die Ringvorlesungen der Saar-Universität in der 25. Kalenderwoche

Die Universität des Saarlandes bietet im Sommersemester wieder öffentliche Vortragsreihen an, die sich an ein breites Publikum richten. Der Eintritt ist frei.

Montag, 19. Juni:
Ringvorlesung „Literatur und Geschichte“:

„Geschichte erzählen. NS-Zeit und Krieg in Walter Kempowskis Roman „Tadellöser & Wolff“ (1971)“

Professorin Dr. Anke-Marie Lohmeier (Neuere deutsche Literaturwissenschaft)
Um 19 Uhr im Rathausfestsaal

In „Tadellöser & Wolff“ erzählt Walter Kempowski die Geschichte seiner Familie in Rostock in den Jahren 1938 bis 1945. NS-Geschichte als Familiengeschichte? Auf den ersten Blick nichts Neues. Auf den zweiten Blick etwas unbedingt Neues. Die Neuigkeit betrifft die Wahl der Erzählperspektive. Es ist die Perspektive des Neunjährigen (am Ende der Geschichte 16-jährigen) Walter Kempowski. Dessen erwachsenes Alter Ego schaltet sich nicht ein. Es fehlt die Instanz, die bis dahin (und auch noch lange nachher) als unverzichtbar galt, wenn es darum ging, von NS-Zeit und Krieg zu erzählen, die normsetzende Instanz, die das Erzählte politisch und moralisch bewertet. Gegenstand wie Leser werden der Perspektive eines Kindes und Jugendlichen überlassen, eine radikale erzählerische Entscheidung, die 1971 einen radikal anderen Blick auf das Leben im NS-Staat eröffnete.

Alle Termine sowie Infos zu den einzelnen Vorträgen unter:  
http://literaturarchiv.uni-saarland.de/ringvorlesung


Dienstag, 20. Juni:
Vorlesungsreihe „Erfolg in Serie“: Amerikanische TV-Serien als Gesellschaftsdramen:

„Deadwood“

Bärbel Schlimbach (Universität des Saarlandes)
Um 19.30 Uhr im Kino „Camera Zwo“ (Futterstraße 5-7)

Mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und von der Kritik hochgelobt, erzählt die Western-Serie Deadwood die Entstehungsgeschichte der gleichnamigen Goldgräbersiedlung. Am Ende des 19. Jahrhunderts entwickelt sich Deadwood von einer kleinen Siedlung außerhalb des US-Gebietes hin zu einer boomenden Stadt, die sich darauf vorbereitet, formal in den Einflussbereich der USA integriert zu werden. Vor dem Hintergrund der illegalen Ansiedlung innerhalb von „Indian Territory“ thematisiert die Serie die Motivation dieser Besiedlung durch Gold-, Geld- und Machtgier und kann somit auch als Parabel auf die Entstehung der Vereinigten Staaten gesehen werden. Der einführende Vortrag wird neben Genre-Aspekten und der Darstellung von Geschlechterrollen in der Serie vor allem auf die Möglichkeit einer Neuverhandlung eines nationalen Gründungsmythos eingehen.

www.amerikanistik.uni-saarland.de/


Mittwoch, 21. Juni:
Ringvorlesung „Die Reformation zwischen Revolution und Renaissance II“:


„Reformation und Musik“

Prof. Dr. Rainer Kleinertz (Universität des Saarlandes)
Um 19 Uhr im Lesecafé der Stadtbibliothek Saarbrücken (Gustav-Regler-Platz 1)

Die Zeit vom Großen Schisma (1378-1417) bis um 1500 war eine Periode mit weitgehend einheitlichem europäischem Kompositionsstil. Die Reformation leitete eine Gegenbewegung ein: Ausgehend von Luthers eigenem Interesse an Musik und den Positionen anderer Reformatoren bildeten sich nationale Unterschiede aus. So entwickelten sich allmählich volkssprachige Konzepte der Kirchenmusik. Geographisch und konfessionell unterschiedliche Entwicklungen vermischten sich dabei. Die Ausbildung einer genuin deutschen Musik im 18. Jahrhundert ist ohne die Synthese solch konträrer Einflüsse nicht verständlich.

Link zum Veranstaltungsplakat.


Mittwoch, 21. Juni:
Ringvorlesung „Bunte Einheit im Klassenzimmer? – Herausforderung Heterogenität“:


Lernwerkstätten als Raum für spirituelle und ästhetische Erfahrung

Prof. Dr. Lucia Scherzberg, Linda Balzer (Katholische Theologie) und Prof. Dr. Matthias Handschick (HfM Saar)
Von 18 bis 19.30 Uhr auf dem Campus (Gebäude B3 1, Großer Hörsaal 0.14)

Das Cluster „Ästhetische Bildung/Werteerziehung“ stellt seine Arbeit im Rahmen der „Lernwerkstatt ReligionPlural“ vor. Deren Ziel ist es, interkulturelle und interreligiöse Kompetenzen zu stärken. Linda Balzer aus der Katholischen Theologie der Saar-Uni wird vorstellen, wie beispielsweise die unterschiedliche musikalische Praxis im Christentum, im Islam oder in einer anderen Religion wahrgenommen und reflektiert werden kann. Lucia Scherzberg erläutert die theologischen Hintergründe des Gregorianischen Chorals. Matthias Handschick von der HfM zeigt, wie sich in fächerübergreifenden Lernwerkstätten auch kulturtheoretische Perspektiven gewinnen lassen.

Weitere Infos und das Vortragsprogramm finden Sie hier: www.salut.saarland


Mittwoch, 21. Juni:
Vortragsreihe „Datenschutzrecht in der Praxis“


„Datenschutz auch für kleine und mittlere Unternehmen?“

Manfred Beth
Um 18.15 Uhr auf dem Saarbrücker Campus (Gebäude B 4 1, Hörsaal 0.05)

Der Referent erläutert, wie kleinere Betriebe Datenschutzanforderungen auch bei geringen Ressourcen erfüllen. Manfred Beth ist Saarbrücker Geschäftsstellenleiter der Firma „Unternehmens- und Informations-Management Consultants - UIMC Dr. Vossbein GmbH & Co KG“, einer Unternehmensberatung mit den Kerngebieten Datenschutz und Informationssicherheit; sie hat ihren Hauptsitz in Wuppertal.
Zu dem öffentlichen Vortrag lädt das Institut für Rechtsinformatik der Saar-Uni alle Interessierten herzlich ein.