Donnerstag, 14. September 2017

85. Geburtstag von Universitätsprofessor Kuno Lorenz

Prof. Dr. Dr. h.c. Kuno Lorenz

Seinen 85. Geburtstag kann am 17. September der emeritierte Professor für Philosophie an der Universität des Saarlandes Dr. Kuno Lorenz und Ehrendoktor der Université de Lorraine begehen.

Der Jubilar wurde im thüringischen Vachdorf geboren. Er studierte in Tübingen, Hamburg, Bonn und Princeton Mathematik und Physik und wurde 1961 in Kiel mit der von Prof. Paul Lorenzen betreuten Studie „Arithmetik und Logik als Spiele“ promoviert. An der Universität Erlangen habilitierte er sich 1969 im Fach Philosophie mit seinen „Sprachphilosophischen Untersuchungen – Über Sinn und Grenzen der analytischen Philosophie und ihre Überwindung“, die unter dem Titel „Elemente der Sprachkritik“ veröffentlicht wurden.

1970 übernahm Kuno Lorenz den Lehrstuhl Carl Friedrich von Weizsäckers an der Universität Hamburg. In der Nachfolge Karl Otto Apels folgte er zum 1. April 1974 dem Ruf auf den zweiten Lehrstuhl für Philosophie an der Universität des Saarlandes. Bis zu seiner Emeritierung 1998 lehrte und forschte der mit der Literaturwissenschaftlerin und Autorin Dr. Karin Lindemann verheiratete Gelehrte fast ein Vierteljahrhundert auf dem Saarbrücker Campus. Er engagierte sich unter anderem als Projektleiter im Sonderforschungsbereich 378 „Ressourcenadaptive kognitive Prozesse“.

Trotz ehrenvoller Rufe nach Groningen und Graz hielt er der Saar-Uni stets die Treue, zu deren internationalem Profil er durch zahlreiche Gastprofessuren und Aktivitäten für die wissenschaftliche Gemeinschaft beitrug. So agierte er nach 1990 auch als Gründungsdekan für den Fachbereich Philosophie der Universität Leipzig, war viele Jahre im Auswahlausschuss für Forschungspreisträger der Alexander-von-Humboldt-Stiftung tätig und ist seit langem gewähltes Mitglied der „Academia Europaea“. Wegen seines weiten und facettenreichen Œuvres, seines Beitrags zur Integration der indischen Tradition in die zeitgenössische Philosophie sowie seiner intensiven Förderung und Zusammenarbeit mit den „Archives Henri Poincaré“ verlieh ihm die Université de Lorraine 2013 in Nancy die Ehrendoktorwürde (DHC).

Sein Œuvre umfasst über 100 Publikationen. Zuletzt ist eine Sammlung von Aufsätzen und Vorträgen in drei Bänden „Dialogischer Konstruktivismus“ (2009). „Logic, Language and Method. On Polarities in Human Experience“ (2010) und „Philosophische Variationen“ (2011) erschienen. Darüber hinaus endet mit dem für 2018 geplanten Erscheinen der letzten beiden Bände der von Prof. Dr. h.c. mult. Jürgen Mittelstraß in einer erheblich erweiterten und verbesserten zweiten Auflage herausgegebenen „Enzyklopädie Philosophie und Wissenschaftstheorie“ auch seine jahrzehntelange (auf mehr als 600 Beiträge angewachsene) intensive Mitarbeit an diesem achtbändigen Werk.

Weitere Informationen erteilt:

Dr. Wolfgang Müller
Archiv der Universität des Saarlandes
Telefon: 0681 302-2699
E-Mail: w.mueller@univw.uni-saarland.de