Mittwoch, 11. Oktober 2017

Die Ringvorlesungen der Saar-Universität in der 42. Kalenderwoche

Im Wintersemester bietet die Universität des Saarlandes wieder öffentliche Vortragsreihen an zentralen Orten in Saarbrücken an, die sich an ein breites Publikum richten: Die Herkunft von Kunstwerken beleuchtet eine Ringvorlesung, die mittwochs um 18 Uhr in der Saarbrücker Schlosskirche stattfindet. Am Donnerstag um 19 Uhr startet in der Villa Europa außerdem eine Vortragsreihe, die sich mit den Auswirkungen der Reformation auf das religiöse Leben an der Saar befasst. Ebenfalls am Donnerstag beginnt an der Universität eine Vortragsreihe über den westlichen Balkan. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Die Vorträge sind kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

In der 42. Kalenderwoche finden folgende Vorträge statt:

1. Ringvorlesung in der Schlosskirche Saarbrücken:
Herkunft ungewiss? – Kunstwerke und ihre Besitzergeschichte

Mittwoch, 18. Oktober, 18 Uhr: „Bilder haben komplizierte Schicksale wie Menschen.“ Einblicke in die Privatsammlung Kohl-Weigand im Saarlandmuseum

(Referentin: Maité Schenten M.A., Saarlandmuseum Saarbrücken)

Am Saarlandmuseum wurde 2015 befristet eine Provenienzforschungsstelle geschaffen, die vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste gefördert wird. Schwerpunkt des Forschungsprojekts ist die 1982 an das Museum übergegangene Sammlung Kohl-Weigand. Bei den Werken des saarländischen Privatsammlers handelt es sich vor allem um Arbeiten von Max Slevogt, Albert Weisgerber und Hans Purrmann. Weil keine Ankaufsunterlagen überliefert sind, müssen Informationen zu den Vorbesitzern oftmals in aufwändigen, bundesweiten Archivrecherchen zusammengetragen werden. In ihrem Vortrag präsentiert Maité Schenten Ergebnisse aus dem laufenden Forschungsprojekt.

Maité Schenten, M.A., war von 2007 bis 2008  stellvertretende Kuratorin der Kunstsektion im Nationalmuseum für Geschichte und Kunst in Luxemburg. Im Rahmen eines Mentoring Programms bei Prof. Jochen Sander, Kurator der deutschen, holländischen und flämischen Malerei vor 1800 im Städel Museum, hat sie an dem Projekt „Zeitreise. Das Städel Museum im 19. Jahrhundert“ mitgearbeitet. Seit 2014 ist sie in der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz tätig. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin ist sie seit 2016 für die Provenienzforschung zuständig.

Veranstalter der Vortragsreihe sind das Institut für Kunstgeschichte der Saar-Uni und die Stiftung Saarländischer Kulturbesitz.

Alle Termine finden Sie hier.

Weitere Informationen:
PD Dr. Salvatore Pisani, Institut für Kunstgeschichte
E-Mail: s.pisani@mx.uni-saarland.de, Tel.: 0681 302-3317
www.uni-saarland.de/institut/kunstgeschichte.html


2. Vortragsreihe in der Villa Europa (Kohlweg 7, 66123 Saarbrücken):
Die Reformation und die Kirchen an der Saar 1517-2017

Donnerstag, 19. Oktober, 19 Uhr: „Die Reformation: Zerstörung eines intakten religiösen Kosmos und/oder Meilenstein auf dem Weg zur Moderne?“
(Prof. Wolfgang Behringer, Universität des Saarlandes)

Seinen Vortrag fasst Prof. Wolfgang Behringer so zusammen: „Die Jubiläumsbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland war in der ZHEUS-Ringvorlesung im vergangenen Jahr der These gefolgt, dass von der lutherischen Reformation ein direkter Weg in die Moderne führe. Im Lichte der jüngsten Publikationen zum Reformationsjubiläum könnte man aber doch fragen, ob das nicht einfach ein großes Missverständnis ist. Spielen wir also den Luther und packen das Problem an der Wurzel!“

Veranstaltet wird die Reihe von der Kommission für Saarländische Landesgeschichte im Wintersemester gemeinsam mit der Universität des Saarlandes und vom Kirchenkreisverband an der Saar unterstützt.

Das detaillierte Programm finden Sie hier.

Kontakt:
Prof. Dr. Gabriele B. Clemens
E-Mail: kommission@landesarchiv.saarland.de oder d.kurz@mx.uni-saarland.de
Tel.: 0681 501-1938 oder 0681 302-2339


3. Vortragsreihe auf dem Unicampus (Gebäude A2 2, 2. OG, Raum 2.02):
Der westliche Balkan – Geschichte, Politik, Kultur, Sprachen, Recht

Donnerstag, 19. Oktober, 14.15 bis 16 Uhr: „Der westliche Balkan in der Europäischen Union: Perspektiven einer Region in Europa.”

(Tobias Flessenkemper, französisches Europa-Institut CIFE)

Der Referent ist Balkanprojektdirektor beim Centre international de formation européenne CIFE und Mitglied des Präsidiums der Südosteuropa-Gesellschaft. In seinem Vortrag wird er der Frage nachgehen, warum wir uns als interessierte Europäerinnen und Europäer in Deutschland mit den Ländern Südosteuropas, ihrer Geschichte, Politik, Sprache, Kultur und Recht beschäftigen sollten.

Seit 2003 besteht für die Länder des westlichen Balkans die Aussicht auf Beitritt zur Europäischen Union. 2013 trat Kroatien bei. Bundeskanzlerin Angela Merkel rief im Sommer 2014 den Berliner Prozess in Leben, der die Region besser auf die EU vorbereiten soll. Im September dieses Jahres betonten der französische Präsident Emmanuel Macron und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker die zukünftige Mitgliedschaft in ihren programmatischen Europa-Reden. Welche Chancen liegen im EU-Beitritt von Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Mazedonien, Montenegro und Serbien? Welche Herausforderungen bringt der Beitritt für ein sich rasch veränderndes Europa? Wie steht es um das Verhältnis der Länder untereinander, nach den Kriegen der 1990er Jahre? Wie sieht die Region ihr Verhältnis zu Russland, der Türkei und China? Was sind die euro-atlantischen Aussichten mit US-Präsident Donald Trump?

Kontakt und Information:
Dr. Ekaterina Klüh, International Office, Tel. 0681 302-71106, e.klueh@univw.uni-saarland.de
Mareike Fröhlich, Europa-Institut, Tel. 0681 302-6664, m.froehlich@europainstitut.de
Anne Rennig, Europa-Kolleg CEUS, Tel. 0681 302-4041, ceus@uni-saarland.de