Donnerstag, 12. Oktober 2017

Universität der Großregion: EU-Veranstaltung über die Bedeutung grenzüberschreitender Universitätskooperationen in Brüssel

Günther Oettinger, EU-Kommissar für die Ressorts Haushalt und Personal, Marc Hansen, beigeordneter Minister für Hochschule und Forschung des Großherzogtums Luxemburg, Guido Wolf, Minister der Justiz und für Europa in Baden-Württemberg, sowie Lilla Merabet, Vizepräsidentin Innovation und Forschung der Region Grand Est, haben ihre Unterstützung für europäische grenzüberschreitende Wissenschaftskooperationen ausgesprochen. Die Universität der Großregion hat bei der Veranstaltung ihren grenzüberschreitenden Hochschulverbund präsentiert.

Bei der Veranstaltung „Europe in a nutshell – experiences with the implementation of cross-border groupings of higher education institutions” am 11. Oktober 2017 in der EU-Vertretung des Landes Baden-Württemberg in Brüssel/Belgien haben Günther Oettinger, EU-Kommissar für die Ressorts Haushalt und Personal und Marc Hansen, beigeordneter Minister für Hochschule und Forschung des Großherzogtums Luxemburg, die besondere Rolle von Grenzgebieten und ihren wissenschaftlichen Akteuren für die Stärkung des Hochschulwesens und des europäischen Forschungsraums hervorgehoben. Für Lilla Merabet, Vizepräsidentin für Innovation und Forschung der Region Grand Est, „besitzt die wissenschaftliche Zusammenarbeit in unmittelbarer Nähe zu Deutschland, der Schweiz, Luxemburg und Belgien höchste Priorität“. So habe die „europäischste aller französischen Grenzregionen“, die Region Grand Est, die Rolle eines Impulsgebers, um den Zusammenhalt und die Kooperation von grenzüberschreitenden Wissenschaftsprojekten weiter zu stärken und voranzutreiben. Die Universität der Großregion, deren strukturierte Zusammenarbeit 2008 begonnen hat und die seitdem einen beachtlichen Aufschwung erfahren hat, gilt in diesem Kontext als Pilotprojekt.

„Grenzüberschreitende Wissenschaftskooperation ist zentral für das Zusammenwachsen der Regionen“, äußerte sich EU-Kommissar Günther Oettinger. „Unser Fokus muss in Zukunft insbesondere auf dem wissenschaftlichen Austausch liegen. Durch die enge Verzahnung können die verschiedenen Hochschulen ihre jeweiligen Stärken einbringen und gemeinsam die nötige Masse erreichen, um auch bei größeren Vorhaben in der Spitzenforschung konkurrenzfähig zu bleiben.“

 „Die Partneruniversitäten vertreten eine starke Botschaft durch die Universität der Großregion: Die Öffnung und die Erleichterung von Austauschen in den Grenzgebieten stellen einen unentbehrlichen Reichtum für das gesamte Spektrum der Aktivitäten der Hochschul- und Forschungseinrichtungen dar“, erklärte Pierre Mutzenhardt, Präsident des Verwaltungsrates der Universität der Großregion – UniGR. „Die Entwicklung des Wissenschaftsbereiches „Border Studies“ (Erforschung der Grenzen und ihren Besonderheiten) ist eine perfekte Illustration des Beitrags der wissenschaftlichen Zusammenarbeit zur Förderung der Grenzgebiete. Für die Universitäten gibt es nichts Besseres, als ihre Kräfte zu bündeln, um die Großregion von exzellenter und innovativer Forschung profitieren zu lassen. Dasselbe gilt für die verstärkte Zusammenarbeit der Universitäten der UniGR im Bereich der Materialwissenschaften und der Biomedizin.“

Marc Hansen, beigeordneter Minister für Hochschule und Forschung des Großherzogtums Luxemburg, hat erneut seine Unterstützung für die UniGR bekräftigt: „Die luxemburgische Präsidentschaft des Gipfels der Großregion wird über die Universität der Großregion die Mobilität der Studierenden, Wissenschaftler und Doktoranden erhöhen und die grenzüberschreitenden Studiengänge und Wissenschaftskooperationen erweitern“.

Bei der Veranstaltung diskutierten Politikerinnen und Politiker sowie Vertreterinnen und Vertreter von europäischen Universitätskooperationen die besonderen Herausforderungen, die sich für Universitäten in grenznahen Räumen ergeben. Insbesondere wurde dabei auch die notwendige Einbindung der Politik thematisiert, um administrative Schwellen abzubauen. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Land Baden-Württemberg gemeinsam mit seinen regionalen Partnern Aragon in Spanien, Grand Est in Frankreich und dem Großherzogtum Luxemburg, das aktuell die Präsidentschaft des Gipfels der Großregion innehat. Weitere Partner auf Universitätsebene waren neben der Universität der Großregion (Frankreich, Deutschland, Belgien, Luxemburg) Eucor – The European Campus (Frankreich, Deutschland, Schweiz) sowie der Campus Iberus (Spanien) und die Universität Pau (Frankreich).

Die Veranstaltung wurde mit Unterstützung des Interreg-VA-Projekts Trinationale Metropolregion Oberrhein (TMO) durchgeführt.

Hintergrundinformationen zur Universität der Großregion:

Die Universität der Großregion ist ein innovativer universitärer Verbund der Universitäten Kaiserslautern (D), Lüttich (B), Lothringen (F), Luxemburg (LU), des Saarlandes (D) und Trier (D). Die Zusammenarbeit der sechs Hochschul- und Forschungseinrichtungen der Großregion, 2008 dank einer Subvention der europäischen Union gestartet, wurde am Ende des Projektes fortgesetzt und 2015 durch eine eigene Rechtsform für den Verbund gefestigt, die es ihm ermöglicht, Projekte im Dienste seiner Mitglieder zu tragen, und eine gemeinsame Koordination der Zusammenarbeit sicherzustellen.

Aus geographischer Sicht sind die Entfernungen zwischen den Universitäten Kaiserslautern, Lüttich, Lothringen, Luxemburg, Trier und des Saarlandes nicht sehr groß. Man kann sich innerhalb weniger Stunden von einer Universität zur anderen begeben. Vor wenigen Jahren gab es jedoch noch große administrative Barrieren, die nach und nach aufgehoben wurden. Sobald Studierende sich heute in einer der Partneruniversitäten der „Universität der Großregion“ (UniGR) einschreiben, profitieren sie kostenlos vom Angebot der anderen fünf Universitäten. Dank des UniGR-Studentenstatus ist es möglich, an Kursen und Prüfungen teilzunehmen, kostenlos die Bibliotheken zu nutzen, sowie die fünf anderen Universitätsmensen zum Studententarif zu nutzen. Die Studenten bereichern ihren Universitätsalltag mit interkulturellen Erfahrungen und der Entdeckung der unterschiedlichen Lehrmethoden der Nachbarländer.

Die Vernetzung der Forscher in der Großregion ist ebenfalls eine zentrale Aktivität der UniGR, insbesondere innerhalb der Leuchtturmbereiche der UniGR: Grenzraumstudien („Border Studies“), Materialwissenschaft und Ressourceneffizienz sowie Biomedizin. Zahlreiche grenzüberschreitende Projekte wurden entwickelt oder sind derzeit in der Vorbereitung dank der Seminare, wissenschaftlicher Workshops oder Konferenzen, bei denen die Wissenschaftler der Großregion die Gelegenheit haben, sich kennenzulernen.


Mehr Informationen:     www.uni-gr.eu

Kontakt: Frédérique Seidel
Zentrale Geschäftsstelle der UniGR a.s.b.l.
Frederique.seidel@uni-gr.eu
0049 681 30140 802