Sonntag, 03. März 2013

Informatiker zeigen Sicherheitslücken von Smartphones auf und erleichtern 3-D-Animationen für das Web

 

 

Eine breite Palette an Forschungsthemen bietet auch in diesem Jahr der saarländische Forschungsstand auf der Computermesse Cebit in Hannover vom 5. bis 9. März (Stand F34 in Halle 9). Dort präsentieren sich gemeinsam verschiedene Informatik-Lehrstühle und das Exzellenzcluster der Universität des Saarlandes, außerdem das Intel Visual Computing Institute der Saar-Uni, das Kompetenz¬zentrum für IT-Sicherheit CISPA, die Saarbrücker Graduiertenschule für Informatik und das Max-Planck-Institut für Informatik. Der Forschungsstand wird von der Kontaktstelle für Wissens- und Technologietransfer (KWT) der Saar-Uni organisiert und von der Staatskanzlei des Saarlandes unterstützt.

 


Die Saarbrücker Informatiker zeigen auf der Cebit 2013 ganz verschiedene aktuelle Forschungsergebnisse, von der Computergraphik über die IT-Sicherheit bis hin zur Softwaretechnik: Manche Mini-Programme spähen auf internetfähigen Mobiltelefonen und Tablet-Rechnern private Daten aus. Diesem Datenmissbrauch schieben Informatiker um Michael Backes, Professor für Informationssicherheit der Saar-Uni und Direktor des CISPA,  mit einem neuen Verfahren den Riegel vor. Der Clou: Die verdächtigen Programme müssen weder vorab bekannt sein, noch muss das Betriebssystem des Smartphones verändert werden. Stattdessen durchleuchtet eine kostenlos erhältliche App den Programmcode der digitalen Spione. Sie heißt „SRT Appguard“ und kann kostenlos aus dem Internet heruntergeladen werden: www.backes-srt.de/produkte/srt-appguard/

 

Bei vielen sogenannten Apps haben Entwickler und Unternehmen nur unzureichend sichergestellt, dass die Mini-Programme auch wirklich funktionieren. Informatiker der Universität des Saarlandes arbeiten daher an einer Software, die Apps des Betriebssystems Android automatisch testet. Wie sie mit dieser Methode sogar bei beliebten und weit verbreiteten Apps auf Fehler stoßen, zeigen die Forscher um Andreas Zeller, Professor für Softwaretechnik der Saar-Uni, auf der Cebit in Hannover. Ein Roboterarm klickt sich dort symbolisch durch alle möglichen Apps und macht die Fehlerquote sichtbar.

 

Bisher fehlen Verfahren, um komplexe Web-2.0-Anwendungen wie Google Mail oder Facebook kostengünstig und systematisch zu überprüfen. Informatiker der Universität des Saarlandes haben daher ein Programm entwickelt, das Webanwendungen automatisch und selbstständig testet. Ihre Ergebnisse zeigen die Wissenschaftler um Professor Andreas Zeller auf der Computermesse Cebit. Sie werden jetzt auch vom Bundeswirtschaftsministerium unterstützt, um die Technologie über eine Ausgründung auf den Markt zu bringen.

 

Um dreidimensionale Animationen auf Webseiten zu zeigen, hatten Entwickler bisher nur zwei Möglichkeiten, die beide ihre Tücken hatten. Sie konnten spezielle Software verwenden oder alles per Hand selber programmieren. Saarbrücker Informatiker haben nun eine Beschreibungssprache entwickelt, mit der man individuelle 3D-Animationen leichter erstellen und im Webbrowser dann flüssig abspielen kann. „Xflow“ nennen die Forscher um Philipp Slusallek, Professor für Computergraphik an der Saar-Uni, die von ihnen entwickelte neuartige Programmiersprache.

 

In Hollywood wird viel Aufwand betrieben, um Monster durch echt erscheinende Umgebungen zu jagen. Forscher am Max-Planck-Institut für Informatik um Professor Christian Theobalt haben jetzt ein Verfahren entwickelt, das solche Szenen wesentlich vereinfacht. Dabei werden die Bewegungen von Schauspielern in einer echten Spielszene mit wenigen Kameras erfasst und äußerst realistisch auf virtuelle Charaktere übertragen. Dies wird nicht nur Trickfilmspezialisten die Arbeit erleichtern, sondern auch Ärzten und Sportlern bei der Bewegungsanalyse helfen.

 

Inzwischen häufen nicht nur Forschungsinstitutionen, sondern auch Unternehmen riesige Datenmengen an. Traditionelle Datenbanksysteme sind mit diesen oft überfordert. Brauchbare Werkzeuge wiederum enttäuschten bisher vor allem bei der Suche in „Big Data“. Informatiker um Jens Dittrich, Professor für Informationssysteme der Saar-Uni, haben jetzt einen Ansatz entwickelt, mit dem man sehr schnell riesige Datenbestände nach komplexen Informationen durchsuchen kann.

 


Ergänzt werden die Projekte der Universität des Saarlandes durch das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), das ebenfalls in Halle 9 einen eigenen Messestand hat (Stand F 50). Am saarländischen Forschungsstand ist außerdem das Spin-off Unternehmen Semvox und das Centre for e-Learning Technology (CeLTech) vertreten.

 


Pressemitteilungen zu den einzelnen Forschungsthemen in der Rubrik „Presse“:
www.uni-saarland.de


Pressefotos unter: www.uni-saarland.de/pressefotos


Fragen beantwortet:


Gordon Bolduan, Wissenschaftskommunikation
Exzellenzcluster „Multimodal Computing and Interaction"

Tel: 0681 302-70741 / Cebit-Stand 0511 89597046
E-Mail: bolduan(at)mmci.uni-saarland.de