Donnerstag, 03. Dezember 2009

Leibniz-Preis für Professor Joachim Weickert


Der Professor für Mathematik und Informatik der Universität des Saarlandes, Joachim Weickert, wurde für seine herausragenden Forschungsleistungen auf dem Gebiet der mathematischen Bildverarbeitung mit dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis ausgezeichnet. Das hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) heute bekannt gegeben. Der Leibniz-Preis ist die höchstdotierte Auszeichnung, die in Deutschland regelmäßig an Wissenschaftler vergeben wird. Für seine Forschungsarbeiten erhält Joachim Weickert jetzt 2,5 Millionen Euro.

Joachim Weickert erforscht die mathematischen Grundlagen für Bildverarbeitungverfahren und für das Verstehen von Bildern (Computer Vision). Dabei geht es zum Beispiel darum, wie man Informationen aus unscharfen Bildern oder verrauschten Videos herausfiltern kann. Auch entwickelt er die Verfahren dafür, dass Computer selbständig auf Videos etwas erkennen können, beispielsweise die Bewegungen eines Menschen. Darüber hinaus forscht der 44-jährige Professor daran, wie die großen Datenmengen von Bildern und Videos besser komprimiert werden können und dabei keine wesentlichen Bildinformationen verloren gehen.


Diese Grundlagenforschung von Joachim Weickert spielt für zahlreiche Anwendungen eine wichtige Rolle. In der medizinischen Bildverarbeitung können durch seine Rechenverfahren (Algorithmen) zum Beispiel mehr Informationen aus Computertomographie-Bildern herausgelesen und diese besser mit Aufnahmen aus der Kernspintomographie verglichen werden. Für die Robotik sind digitale Bewegungsanalysen notwendig, um bessere Steuerungssysteme zu entwerfen. Und in der Automobilindustrie werden Fahrerassistenzsysteme entwickelt, die zum Beispiel warnen, wenn ein Kind vor das Auto rennt. 


Joachim Weickert hat gemeinsam mit seinem Forscherteam schon viele wissenschaftliche Auszeichnungen erhalten, so etwa den Longuet-Higgins Award im Jahr 2004 und mehrere Best Paper Awards. Universitätspräsident Volker Linneweber freute sich mit dem Saarbrücker Professor über die hohe Auszeichnung: „Joachim Weickert ist ein ausgezeichneter Forscher und ist auch bei den Studenten sehr beliebt. Vor kurzem erhielt er in der Mathematik für seine Vorlesung zur Bildverarbeitung den Preis für die beste Lehre, vor einiger Zeit bekam er diesen auch zwei Mal von den Informatik-Studenten verliehen“. Derzeit engagiere er sich als Dekan auch für die Belange der naturwissenschaftlich-technischen Fakultät I der Saar-Uni.


Der Leibniz-Preis wird seit 1986 jährlich vergeben und gilt als die angesehenste Auszeichnung für Forscherinnen und Forscher in Deutschland. Der Preis bringt neben dem hohen Renommee auch ein bedeutendes Preisgeld von in der Regel 2,5 Millionen Euro ein - und die außergewöhnliche Freiheit, diese Summe in einem Zeitraum von bis zu sieben Jahren nach eigenen Vorstellungen für ihre wissenschaftlichen Arbeiten zu verwenden. Ziel dieses Leibniz-Preises ist es daher, die Arbeitsbedingungen herausragender Spitzenforscherinnen und -forscher zu verbessern und ihre Forschungsmöglichkeiten zu erweitern, sie von administrativem Arbeitsaufwand zu entlasten und ihnen die Beschäftigung besonders qualifizierter Nachwuchswissenschaftler zu erleichtern.


Mehr Informationen:
idw-online.de/pages/de/news347414
www.mia.uni-saarland.de


Pressefoto unter:
idw-online.de/pages/de/image105592


Hinweis für Hörfunk-Journalisten: Sie können Telefoninterviews in Studioqualität mit Professor Weickert führen, über Rundfunk-ISDN-Codec. Technische Angaben: MPEG Layer 2, 48 KHz, 64 KBit/s, mono (CDQ-1000-Modus). Interviewwünsche bitte an die Pressestelle (0681/302-3610) richten.