Donnerstag, 09. Januar 2014

Internationales Graduiertenkolleg untersucht die Fließeigenschaften von Blut

Gemeinsame Pressemitteilung der Universität des Saarlandes und der Deutsch-Französischen Hochschule

Die Deutsch-Französische Hochschule fördert seit dem 1. Januar 2014 ein Gemeinschaftsprojekt der Saar-Uni, der Universität Bayreuth, der Universität Grenoble und der marokkanischen Universität Rabat für drei Jahre mit circa 120.000 Euro: Das neue Graduiertenkolleg „Lebende Flüssigkeiten“ beschäftigt sich zum Beispiel mit den Fließeigenschaften von Blut oder von schwimmenden Mikroorganismen. Die Forscher um den Saarbrücker Professor Christian Wagner und den Grenobler Professor Chaouqi Misbah arbeiten bereits seit Jahren eng auf diesem Gebiet zusammen. Ihre Erkenntnisse können dazu beitragen, Herzinfarkten oder Schlaganfällen vorzubeugen.

Wie fließt das Blut durch unsere Adern? Wie verformen sich rote Blutkörperchen? Wie bewegen sich Zellen? Wie haften Zellen aneinander? – Fragen wie diese möchten die Forscher des neuen Graduiertenkollegs „Lebende Flüssigkeiten“ in den kommenden Jahren klären. „Dabei profitieren wir von den jeweiligen Kompetenzen der Projektpartner“, sagt Physik-Professor Christian Wagner und Sprecher des neuen Graduiertenkollegs. „In Saarbrücken setzen wir weiterhin auf experimentelle Methoden, wohingegen an den Universitäten in Grenoble und Bayreuth die Theorie und Numerik im Vordergrund steht.“ Darüber hinaus sind die Physiker an der Universität im marokkanischen Rabat Experten in der Stau- und Verkehrsforschung. Ihr Fachwissen hilft etwa, Aufschluss über den Blutfluss im komplexen Adernetzwerk zu erhalten. Die Wissenschaftler wollen so unter anderem klären, wie Blutgerinnseln entstehen. Die Erkenntnisse könnten dazu beitragen, Herzinfarkten, Lungenembolien oder Schlaganfällen besser vorzubeugen.

Im Graduiertenkolleg werden die Doktoranden intensiv betreut. Das Programm sieht unter anderem vor, dass die Nachwuchswissenschaftler einen Teil ihrer Promotion an einer der Partneruniversitäten verbringen. Sie müssen während des Semesters an zwei Lehrveranstaltungen teilnehmen und ihre Arbeit einmal im Semester im Rahmen eines Seminars vorstellen. Darüber hinaus findet einmal im Jahr in Deutschland, Frankreich oder Marokko ein Workshop statt, bei dem die jungen Forscher ihre Projekte präsentieren werden.

Die Saarbrücker Physiker um Wagner arbeiten bereits seit geraumer Zeit mit den Forscherkollegen in Grenoble zusammen. So haben sie bereits drei Sommerschulen gemeinsam veranstaltet, bei denen sich der Forschernachwuchs austauschen konnte.

Die Deutsch-Französische Hochschule fördert das Graduiertenkolleg mit rund 120.000 Euro für drei Jahre.

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Fragen beantwortet:
Prof. Dr. Christian Wagner
Experimentalphysik
Tel.: 0681 302-3003, -2416
E-Mail: c.wagner(at)mx.uni-saarland.de