Freitag, 29. Januar 2010

Marktwirtschaft oder nicht?


Saarbrücker Wirtschaftswissenschaftler Professor Christian Scholz diskutiert mit dem ehemaligen Bundestagsabgeordneten Dr. Konrad Schily

"Wir treiben immer mehr in Richtung auf eine zentrale Planwirtschaft. Immer mehr wird von Oben geregelt und gesteuert", kritisierte der Professor für Betriebswirtschaftslehre der Universität des Saarlandes bei einem Unternehmergespräch in Düsseldorf. Zu der Veranstaltung mit dem Titel „Markt oder Nicht-Markt?“ hatte die renommierte Schmalenbach-Gesellschaft für Betriebswirtschaft eingeladen. Organisiert wurde das Unternehmergespräch Ende Januar vom Lehrstuhl von Professor Scholz. Der Professor vertrat dabei die These, dass Marktmechanismen und Dezentralisierung zu kurz kommen. Beide seien aber nötig, um langfristig wettbewerbsfähig zu sein. „Dabei kommt es natürlich auf den richtigen Markt mit fairen Spielregeln an“, so der Saarbrücker Wirtschaftswissenschaftler.

Gastredner Konrad Schily hielt dagegen. Der ehemalige Bundestagsabgeordnete und Bruder des ehemaligen Außenministers Otto Schily betonte, dass zentrale Steuerungsmechanismen dem Markt unterlegen sind und zu enormen Belastungen für Wirtschaft, Gesellschaft und Staat führen. Er belegte seine These mit Beispielen aus der Wirtschafts- und Gesundheitspolitik. „Nur der Markt kann die überraschende Lösung bringen, die wir gerade jetzt dringend brauchen“, so Schily. Er ist außerdem der Ansicht, dass Organisationen mehr Verantwortung an die einzelnen Menschen abgeben müssen. „Markt entsteht nur durch mehr Freiheit und dazu braucht es außer Verantwortung auch Betroffenheit und Kompetenz bei den Akteuren.“

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Dr. Uwe Eisenbeis
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