Thursday, 11. May 2017

Filmreihe im Saarbrücker Kino achteinhalb: Traumschau

am 24.05., 31.05. und 07.06., jeweils um 20 Uhr

Der Traum steht im Mittelpunkt der Filmreihe „Traumschau“, zu der das Graduiertenkolleg „Europäische Traumkulturen“ in Kooperation mit dem Saarbrücker Kino achteinhalb (Nauwieserstr. 19) alle Interessierten herzlich einlädt. Das interdisziplinäre Kolleg ist ein Forschungs- und Qualifizierungsprogramm für Doktoranden. Es untersucht, wie Träume im europäischen Kulturraum vom Mittelalter bis in die Gegenwart in den Künsten dargestellt werden. Die Filmreihe ist eines von fünf öffentlichen Kulturprojekten, die Doktorandinnen und Doktoranden des Kollegs organisieren. Noch bis zum 17. Juni zu sehen ist die Ausstellung „Caspar Walter Rauhs Traumwelten – Druckgraphik im Phantastischen Realismus“ in der Saarländischen Universitäts- und Landesbibliothek (Campus B1 1).

 Eintrittspreise: 6, ermäßigt 5 Euro


Der Regisseur Ingmar Bergman äußerte einmal, es gebe keine Kunstart, die den Traum so gut vermitteln könne wie der Film. Wenn es im Kino dunkel wird und wir »in ein Geschehen hineingezogen [werden] – da sind wir Teilnehmer in einem Traum. Und Träume herzustellen, das ist ein Fest«. Zu drei solchen Festen fernab der Alltagswahrnehmung lädt das Graduiertenkolleg „Europäische Traumkulturen“ in Kooperation mit dem Saarbrücker Kino achteinhalb ein. Vor jedem Film geben die Dokoranden Hannah Yasmine Chegwin, Myriam Gindorf und Julian Lucks eine kurze Einführung.

Mittwoch, 24.05., 20 Uhr : ("Der Spiegel", OmU):
Der Spiegel (Зеркало; UdSSR 1974, R: Andrei Tarkowski, OmU):
»Worte können unsere Gefühle nicht ausdrücken. Sie sind schlaff«, sagt der sterbende Alexej ins Telefon. In zersplitterten Episoden spiegeln sich Facetten menschlichen Werdens und Vergehens ineinander, bis sich die Orientierung in Erinnerungs- und Traumbildern auflöst. Oft als Tarkowskis Meisterwerk betrachtet, ist »Der Spiegel« gleichzeitig sein rätselhaftester Film.

Mittwoch, 31.05., 20 Uhr ("Etwas von Alice", OmenglU):
Etwas von Alice (Něco z Alenky; CS/CH/UK/D 1988, R: Jan Švankmajer, OmenglU):
Durch eine kunstvoll-düstere Kombination aus Stop-Motion-Animation und Realfilm gelang die wohl eindrucksvollste Verfilmung der bekannten Erzählung über das Mädchen, das einem weißen Hasen durch bizarre Szenerien folgt. Neil Gaiman listet die zum Kultklassiker avancierte Alice-im-Wunderland-Adaption als einen seiner Lieblingsfilme, für die Brüder Quay ist der selbsternannte »militante Surrealist« Švankmajer ein Vorbild – und Hieronymus Bosch hätte sicher auch an seinen Alptraumgestalten Gefallen gefunden.

Mittwoch, 07.06., 20 Uhr ("Die Stimme des Mondes", OmU):
Die Stimme des Mondes (La voce della luna; I 1990, R: Federico Fellini, OmU):
In Fellinis letztem Film versucht Salvini (Roberto Benigni) – als nie aus seiner Kindheit erwachter Träumer – die Stimme des Mondes zu verstehen, um endlich frei und sicher zu sein. Zusammen mit anderen Entrückten stolpert er durch das überbordende Getümmel einer Wirklichkeit, hinter deren Fassade seltsame Kräfte walten. Liebe und Sex, Leben und Tod, Schönes und Befremdliches, Neugier und Schrecken – alles zieht, zerrt, verschmilzt und macht tanzen.

Weblinks:
www.kinoachteinhalb.de
www.traumkulturen.de