Saturday, 20. May 2017

Kinder-Uni mit Prof. Jörn Sparfeldt: Kinder erforschen das Thema Intelligenz

Saarbrücker Zeitung

Professor Jörn Sparfeldt erklärte seinen Nachwuchsstudenten, was es eigentlich mit der Intelligenz auf sich hat.

Von Nina Scheid

Saarbrücken. Es ist der bislang heißeste Tag des Jahres. Trotzdem tummeln sich bereits eine halbe Stunde vor Vorlesungbeginn bei der Kinder-Uni viele wissbegierige Nachwuchsstudenten vor dem Audimax der Universität des Saarlandes. Statt ihren Nachmittag im Freibad zu verbringen, heißt es für diese Kinder: „Was ist Intelligenz und was können kluge Kinder besser?“

Das ist der Titel der heutigen Vorlesung, die von Professor Jörn Sparfeldt gehalten wird. Er lehrt Bildungswissenschaften, weiß also genau, wie man Dinge gut lernen kann. Seine heutige Vorlesung beginnt er mit einer Ankündigung: Um sich dem Thema Intelligenz zu nähern, wird er den Kindern viele Aufgaben stellen. Einige Kinder stöhnen entsetzt auf: Aufgaben? Sie kommen doch gerade erst aus der Schule! Doch der Professor gibt mit seiner ersten Frage schnell Entwarnung. „Was ist 5x8?“ Das ist doch leicht, alle Kinder zeigen eifrig auf. Viele rufen auch bereits die richtige Lösung: „40!“, hallt es durch den großen Raum. Auch bei der Frage nach den Farben des Regenbogens diskutieren alle durcheinander. Der Professor muss den Eifer etwas bremsen, damit man die richtige Antwort versteht: Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, Indigo und Violett. Das ist schon kniffliger!

Jetzt erklärt Professor Sparfeldt aber erst einmal, dass in der Schule verschiedene Aufgaben behandelt werden: Wissensaufgaben, zum Beispiel die Frage nach dem Bundesland, in dem wir gerade sind („Saarland!“, wird schnell gerufen), und Denkaufgaben, bei denen man richtig viel nachdenken muss. Davon lösen die Besucher heute noch einige: Zahlenreihen werden fortgeführt und Bilder passend zusammengesetzt. Solche Dinge kann man nicht auswendig lernen, die Kinderstudenten müssen logisch kombinieren. Und das können sie richtig gut, denn fast immer kommen sie auf die richtige Antwort.

Professor Sparfeldt erklärt jetzt, dass Intelligenz schwer zu erkennen oder gar zu messen ist. Aussehen – das kann man beschreiben. Genauso die Körpergröße. Das wird jetzt auch direkt an drei Kindern demonstriert. Als die Freiwilligen nach vorne laufen, murmeln viele andere enttäuscht. „Nicht schlimm!“, ruft der Professor. „Alle können heute noch mitmachen.“ Jetzt werden die drei Kinder auf der Bühne mit einem Zollstock gemessen. „Seht ihr? Wie groß man ist kann man ganz leicht ablesen“, sagt der Professor.

Dann erklärt er, dass intelligente Menschen Probleme lösen, abstrakt und logisch denken und neues Wissen schnell und einfach erlernen können. Ob man diese Intelligenz genauso messen kann wie die Körpergröße? Ein Kind weiß schon die Antwort und ruft schnell: „IQ-Test!“ Einige andere wollen lieber hören, was der Professor zu sagen hat, und raunen: „Sssscht!“ Professor Sparfeldt erklärt seinen Studenten, dass ein sogenannter IQ-Test, das IQ steht für Intelligenzquotient, die richtige Antwort ist. Ein solcher Test soll tatsächlich messen können, wie intelligent jemand ist. Und die Fragen seien ganz ähnlich wie die, die die Kinder heute lösen. Ein paar Beispiele bringt er dann auch noch: Die Studenten sollen Gegenteile von Wörtern finden und Bilderreihen logisch weiterführen. Als der Professor einmal eine Antwort, die die meisten Kinder gegeben haben, als falsch bezeichnet, sind alle empört und diskutieren wild durcheinander. Doch als Professor Sparfeldt die richtige Antwort erklärt, geht allen ein Licht auf: Da waren sie wohl zu voreilig! Jetzt geht der Professor noch näher auf diesen Intelligenzquotienten ein. Um diesen Wert auszurechnen, der uns sagen soll, wie intelligent jemand ist, werden Leistungen verschiedener Leute in der gleichen Altersstufe miteinander verglichen. Die meisten werden einen großen Teil der Aufgaben richtig lösen, einige vielleicht ein paar mehr. Wer sehr intelligent ist, hat es auch in der Schule leichter, denn meistens fällt es diesen Kindern ganz einfach, neue Dinge zu lernen und anzuwenden. Aber lernen müssen sie natürlich trotzdem!

Professor Sparfeldt erklärt aber auch, dass Intelligenz nicht alles ist. „Es ist mindestens genauso wichtig, dass ihr motiviert seid, etwas zu lernen!“ Wie man am besten Intelligenztraining betreibt? Die Antwort des Professors ist ganz einfach: „In der Schule trainieren wir unsere Gehirnzellen am besten, denn dort müssen wir uns mit ganz vielen unterschiedlichen Themen auseinandersetzen, und das fast jeden Tag ein paar Stunden, über einen ganz schön langen Zeitraum. Das ist wirklich perfekt, um unsere Intelligenz zu verbessern!“

Quelle: Saarbrücker Zeitung