Monday, 22. May 2017

Saarbahn soll künftig bis zur Uni fahren

Saarbrücker Zeitung

Um Staus im Meerwiesertalweg zu verhindern, sieht die Stadt Umbaumaßnahmen vor. Unter anderem bei Bus und Bahn.

Von Dominik Dix

Saarbrücken. Saarbrücken ist eine Stadt der Autofahrer. Wie aus der Bestandsanalyse des Verkehrsentwicklungsplans (Vep) hervorgeht, den die Stadt Saarbrücken nach mehrjähriger Vorarbeit im November 2016 vorgelegt hat (wir berichteten), nutzen die Saarbrücker für 56 Prozent aller zurückgelegten Wege ihr Kraftfahrzeug. Der Nahverkehr hinkt hinter anderen Städten vergleichbarer Größe her. Nur 17 Prozent der täglichen Wegstrecken werden mit den öffentlichen Verkehsmitteln bewältigt, in Mainz beispielsweise sind es 22 Prozent. Das hat natürlich Folgen. An vielen Verkehrsknotenpunkten sehen sich die Saarbrücker Lärm, Abgasen und Staus ausgesetzt.

Auch der Meerwiesertalweg ist stark frequentiert, da er die direkteste Verbindung aus der Innenstadt zur Universität bildet. Deshalb kommt es auch hier häufig zu Staus, gerade zu Stoßzeiten. Um das künftig zu verhindern, sind im Vep Aus- und Umbaumaßnahmen vorgesehen, unter anderem bei Bus und Bahn. Im Vep heißt es: „Das Handlungsfeld für den öffentlichen Personennahverkehr hat das Ziel, die Effizienz im Bahn- und Busangebot zu verbessern und langfristig ein attraktives Angebot zu ermöglichen. Dazu berücksichtigt dieses Handlungsfeld auch Themen, welche nicht auf die Stadt Saarbücken beschränkt sind.“ Konkret bedeutet das, dass ein Ausbau der Saarbahnlinie über den Meerwiesertalweg zunächst bis zur Universität vorgesehen ist. Bis 2030 sei eine Ausweitung der Verbindung bis zum Dudweiler Bahnhof möglich.

Dieser Ausbau hat jedoch eine Vorbedingung: Die Saarbahnschienen sollen künftig auch bis nach Forbach reichen. Erst wenn dieser Streckenausbau umgesetzt ist, erfolgt ein weiterer Ausbau über den Meerwiesertalweg. Je nachdem, wie die Streckenführung letzlich ausfällt, ändert sich der Verlauf der Schienen bis zur Universtität. Derzeit sind zwei Varianten angedacht. Entweder erfolgt die Streckenführung über die Gleise der Deutschen Bahn bis zum Hauptbahnhof, was mit 133 Millionen Euro zu Buche schlagen würde und bis 2020 umgesetzt werden könne. Oder die Stadt entscheidet sich für eine klassische Straßenbahn, was allerdings teurer werden (170 Millionen Euro) und länger dauern würde (Umsetzungsfrist bis 2025). Die Streckenführung verliefe in diesem Fall über Goldene Bremm, Folsterhöhe und Heuduckstraße bis zur Johanneskirche. Trotz höherer Kosten und längerer Bauzeit ist dies die bevorzugte Variante, „da innerhalb Saarbrückens eine bessere Erschließung erreicht wird“, so die Aussage im Vep. Im Falle einer EU-Mitfinanzierung könne mit einer Kostenübernahme von „mindestens 80 Prozent“ gerechnet werden.

Ebenfalls angedacht ist eine Erweiterung der bestehenden Busspur auf dem Meerwiesertalweg. Diese soll bis zur Jugendherberge ausgebaut werden – „sofern möglich ohne Freigabe für andere Verkehrsmittel“. Die Städteplaner untersuchten auch, ob die Einrichtung einer Seilbahn zur Universität eine Entlastung des Straßenverkehrs mit sich bringt. Wegen technischer Hürden und aufgrund von „deutlich höheren Konfliktpotentialen als bei Straßenbahn- und Buslinien“ sprachen die Experten hierfür keine Empfehlung aus.

Doch nicht nur im Bereich des ÖPNV gibt es Handlungsbedarf. Die Stadt soll in Zukunft auch attraktiver für Radfahrer werden. Diese machen derzeit gerade einmal vier Prozent des gesamten Verkehrs aus, im Bundesdurchschnitt sind es zehn Prozent. Deshalb sollen sogenannte Radkomfortrouten eingerichtet werden, die „komfortable und sichere Verbindungen für den Radverkehr auch auf größeren Entfernungen“ ermöglichen könnten. Auch für den Meerwiesertalweg ist das geplant, da „das Fahrrad ein sehr kostengünstiges und daher bei Studierenden beliebtes Verkehrsmittel“ sei.

Aktuelle Umleitung Wegen eines Wasserrohrbruchs auf dem Universitätsgelände im Bereich der Mensa ist die Straße zum Busterminal immer noch bis auf weiter gesperrt. Die Haltestellen Mensa und der Busterminal auf dem Campus sind während der Reparatur der Wasserleitung für Busse nicht erreichbar.

Quelle: Saarbrücker Zeitung