Monday, 29. May 2017

Jeder vierte Betrüger wird nicht entdeckt

dpa, Die Welt online

Ist die Person auf dem Foto auch der Mensch vor mir? Diese Frage müssen Polizisten an Passkontrollen am Tag unzählige Male für sich beantworten. Sie sind dabei besser als Laien - aber keineswegs fehlerfrei. Oft geht die Erkennung schief, wie Benedikt Wirth von der Uni des Saarlandes und Claus-Christian Carbon von der Uni Bamberg in einer Studie zeigen, die im «Journal of Experimental Psychology: Applied» erschienen ist.

Für ihre Untersuchung legten die Forscher fast 150 Teilnehmern kleine Passbildfotos und großformative Porträts vor, welche die gleichen oder ähnlich aussehende Menschen zeigten. Zum Teil waren Gesichtsmerkmale wie Brillen, Muttermale oder Frisur verändert worden. An dem Experiment nahmen drei Gruppen teil: 48 Bundespolizisten mit langjähriger Berufserfahrung, 48 Polizisten mit weniger Erfahrung und 48 Studenten.

Dabei war lange Berufserfahrung nicht von Vorteil: Während die alten Hasen bei der Polizei eine Trefferquote von 85 Prozent aufwiesen, lag diese bei den unerfahreneren Beamten bei 89 Prozent. Die Studenten schnitten etwas schlechter ab und kamen auf immerhin 83 Prozent. «Das hat uns überrascht», sagte Hauptautor Wirth der dpa. «Wir hätten gedacht, dass der Unterschied zwischen geschultem Personal und der Allgemeinbevölkerung größer ist.»

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