Thursday, 08. June 2017

Universitätspräsident erschüttert über Gewalttat von Burbach: Opfer war Masterstudent der Psychologie an der Saar-Uni

Sehr geehrte Studentinnen und Studenten, liebe Kolleginnen und Kollegen,

gestern ist laut Presseberichten in Burbach ein Psychologe bei einem Beratungsgespräch von einem syrischen Flüchtling erstochen worden:

https://www.saarbruecker-zeitung.de/saarland/syrer-27-ersticht-irakischen-drk-mitarbeiter-in-burbach_aid-2239217

Das Opfer war ein Masterstudent der Psychologie an der Universität des Saarlandes. Er hat dort auch engagiert als studentische Hilfskraft gearbeitet. Die Fachrichtung Psychologie hat ihn hier als freundlichen, zuvorkommenden Menschen gewürdigt: http://www.uni-saarland.de/fak5/psy/

Ich habe die Nachricht mit großer Erschütterung aufgenommen. Die Universität des Saarlandes spricht den Angehörigen sowie den Kolleginnen und Kollegen des DRK-Beratungszentrums ihre Anteilnahme aus. 

Für die Bewertung des Ereignisses sind mir folgende Punkte wichtig:

1. Die Internationalität der Universität ist eine Grundlage ihres wissenschaftlichen Erfolgs. Die Saar-Uni schöpft ihre Kreativität und Energie aus den Studierenden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vielfältiger Herkunft. Die Flüchtlinge, die an der Universität studieren und arbeiten, erweitern unseren akademischen Horizont und leisten ihren Beitrag zu den wissenschaftlichen Leistungen der Universität. Die Unterstützung und erfolgreiche Integration von Flüchtlingen mit einer akademischen Bildungs- oder Berufsperspektive liegen daher im ureigenen Interesse der Universität des Saarlandes.

Die Saar-Universität engagiert sich dementsprechend in zahlreichen Projekten für die Studienvorbereitung von Flüchtlingen und ihre Integration in das akademische Leben im Saarland. Hervorzuheben sind dabei insbesondere auch die verschiedenen ehrenamtlichen Initiativen und Vereinigungen von Studierenden, welche sich für Flüchtlinge einsetzen. Die Vorhaben werden maßgeblich von der Landesregierung, dem DAAD und weiteren Förderern finanziert.

2. Die Universität arbeitet bei der Unterstützung und Beratung von Flüchtlingen eng mit ehrenamtlichen Vereinigungen und Organisationen zusammen und will diese Kooperationen noch weiter ausbauen.

3. Der Einsatz von Gewalt widerspricht den Grundsätzen einer freien, offenen Kommunikation und steht daher in völligem Widerspruch zu den akademischen Werten, die an der Universität gepflegt und verbreitet werden.

Ich wünsche mir sehr, dass wir trotz dieses erschütternden Ereignisses unseren Beitrag dazu leisten können, das Saarland als tolerante, weltoffene und internationale Region zu stärken.

Ihr Universitätspräsident Manfred Schmitt