Wednesday, 02. August 2017

Neuer Jean-Monnet-Lehrstuhl: 50.000 Euro für Forschung gegen Diskriminierung und Vorurteile

Europäische Integration, Antidiskriminierung, Menschenrechte und Vielfalt: Mit diesen Themen werden sich Professor Thomas Giegerich und das Team des Jean-Monnet-Lehrstuhls künftig verstärkt befassen. Die Exekutivagentur Bildung, Audiovisuelles und Kultur der Europäischen Union hat dem Saarbrücker Europarechtler und Co-Direktor des Europa-Instituts der Saar-Universität im Rahmen des Erasmus+-Programms einen zweiten Jean-Monnet-Lehrstuhl zuerkannt. Der Lehrstuhl ist mit 50.000 Euro für drei Jahre dotiert. Die EU-Kommission hatte Giegerich bereits im Jahr 2013 einen mit 45.000 Euro dotierten Jean-Monnet-Lehrstuhl für Europarecht und Europäische Integration verliehen.


Der Schutz besonders gefährdeter Gruppen steht im Mittelpunkt der Arbeit des neuen Jean-Monnet-Lehrstuhls von Professor Thomas Giegerich: von Migranten, Flüchtlingen, religiösen Minderheiten oder von Menschen, die wegen ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität diskriminiert werden. „In Sachen Bewusstsein für Diskriminierung und Vorurteile liegen wir hierzulande im internationalen Vergleich zurück, wir sind auf diesem Gebiet eher Nachzügler. Unser Ziel am Jean-Monnet-Lehrstuhl ist es daher vor allem, das Bewusstsein zu schärfen, Vorurteile in Frage zu stellen und zu ergründen, wo und wie gegengesteuert werden kann“, sagt Professor Thomas Giegerich.

Die Forschungsthemen reichen von Fremdenfeindlichkeit und Rassismus über Altersdiskriminierung bis hin zu Fragen der Ehe für alle. „Wir haben ein weites Feld vor uns mit einer Vielzahl aktuell dringlicher Fragestellungen“, erklärt der Europa- und Völkerrechtsexperte. Diese Fragen wird Giegerich mit Blick auf das nationale, internationale und supranationale Recht erforschen. „Wir werden ergründen, inwieweit gesetzliche Regeln ausreichen, wo gegebenenfalls nachjustiert werden kann, wo gesetzliche Lücken sind, wie wir Vollzugsdefizite lösen oder auch, welche gesetzlichen Regeln besser abgeschafft würden, da sie mehr schaden als nutzen“, erläutert Giegerich.


Mit der neuen Ausrichtung führt Professor Giegerich seinen seit 2013 bestehenden Jean-Monnet-Lehrstuhl fort. Das Jean-Monnet-Programm der EU-Kommission ist nach dem geistigen Vater der europäischen Einigung und ersten Ehrenbürger Europas benannt. Es wurde 1989 gegründet und unterstützt heute weltweit qualitativ hervorragende und innovative Hochschulprojekte, die das Wissen und das Verständnis um die Europäische Union fördern. Unabhängige wissenschaftliche Experten bewerten die Anträge anhand des akademischen Profils des Antragstellers, der Qualität der Methodik und des Arbeitsprogramms, der Auswirkungen und Relevanz der Ergebnisse sowie nach dem innovativen Charakter der Projekte.

Informationen zu den Tätigkeiten des Lehrstuhls finden sich unter:
http://jean-monnet-saar.eu

Kontakt:
Prof. Dr. Thomas Giegerich, LL.M. (Univ. of Virginia)
Lehrstuhl für Europarecht, Völkerrecht und Öffentliches Recht
Tel.: 0681 / 302-3280; E-Mail: t.giegerich(at)mx.uni-saarland.de


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