Tuesday, 19. September 2017

Schadsoftware und Cybercrime immer gefährlicher – EDV-Gerichtstag diskutiert sichere Strukturen in der Justiz

Pressemitteilung des Deutschen EDV-Gerichtstages:

Hacking Session am Mittwoch, 20. September, ab 14 Uhr in Gebäude B4 1, Hörsaal 0.19

EDV-Gerichtstag 2017:
Hacking Session mit praktischen Demonstrationen zur IT-Sicherheit
am Mittwoch, 20. September, ab 14 Uhr in Gebäude B4 1, Hörsaal 0.19

Pressemitteilung zum EDV-Gerichtstag

Cyberattacken stellen nicht nur eine Gefahr für private Daten und einzelne Wirtschaftsunternehmen dar, sondern bedrohen kritische Infrastrukturen – der elektronische Rechtsverkehr mit den Gerichten und innerhalb der Justiz gehört dazu. „Im Mai erst hat die Schadsoftware „WannaCry“ mehr als 230.000 Computer in über 150 Ländern befallen, Daten verschlüsselt und die Besitzer zur Zahlung eines Lösegeldes erpressen wollen. Auch staatliche Institutionen sehen sich einem erhöhten Risiko ausgesetzt“, so Professor Christoph Sorge, Inhaber der juris-Stiftungsprofessur für Rechtsinformatik an der Universität des Saarlandes. Er wird am 20. September im Rahmen des 26. EDV-Gerichtstages 2017 in Saarbrücken in die Hacking Session einführen und diese moderieren.

„Unser Ziel ist es daher, auf die Gefahr möglicher Angriffe hinzuweisen und Interessierten praktische Hinweise zur IT-Sicherheit an die Hand zu geben“, so Sorge. Die Hacking Session beschäftigt sich in diesem Jahr mit der Sicherheit von Fernidentifizierungsverfahren, etwa im Rahmen von Online-Verfahren von Banken, Telekommunikationsunternehmen oder anderen Dienstleistern. Dr. Ulf Löckmann, Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, wird dieses mittlerweile alltägliche Thema in einem Vortrag beleuchten. Jörn Erbguth, der nicht nur Diplom-Informatiker und Jurist, sondern auch Berater für Rechtsinformatiksysteme ist, wird sich in einem weiteren Vortrag mit dem Tracking von Bitcoin-Zahlungen auseinandersetzen.

Weitere Themen der Hacking Session werden der Anonymisierungsdienst Tor (Frederik Möllers, M.Sc., wissenschaftlicher Mitarbeiter, juris-Stiftungsprofessur für Rechtsinformatik und CISPA) und die Vereinbarkeit von Big Data mit den Anforderungen an eine ausreichende Privatsphäre durch Dr. Andreas Dewes sein, seines Zeichens Diplom-Physiker, Diplom-Kaufmann und Datenwissenschaftler. Er wird in seinem Vortrag unter anderem zeigen, wie leicht ein NDR-Journalisten-Team im Rahmen einer investigativen Recherche an die Web-Daten von fast drei Millionen Deutschen gelangen konnte, und wie mit einfachen Techniken eine große Zahl von Personen in diesem vermeintlich anonymisierten Datensatz wieder identifiziert werden konnten. Des Weiteren wird sich Stefan Hessel, studentischer Mitarbeiter, juris-Stiftungsprofessur für Rechtsinformatik und CISPA, in einem Vortrag dem Stand der IT-Sicherheit im Kinderzimmer widmen.

Auch im weiteren Verlauf des 26. EDV-Gerichtstages 2017 in Saarbrücken wird die IT-Sicherheit in einer Vielzahl von Veranstaltungen Beachtung finden. So werden beispielsweise im Rahmen der Bund-Länder-Kommission Daniela Freiheit und Johannes Kühn über aktuelle Entwicklungen im Bereich der IT-Standards referieren.

Veranstaltungsdaten:
26. Deutscher EDV-Gerichtstag 2017 vom 20. bis 22.09.2017 in Saarbrücken
Tagungsort: Universität des Saarlandes, Campus Saarbrücken, Gebäude B4.1


Weitere Informationen zum 26. Deutscher EDV-Gerichtstag finden Interessierte unter https://www.edvgt.de/veranstaltungen/deutscher-edv-gerichtstag/edvgt2017/

Kontakt: Deutscher EDV-Gerichtstag e.V.
Telefon:    +49 / 681 / 302 5511
Telefax::    +49 / 681 / 302 2591
Mail:        edvgt@jura.uni-sb.de
Web:        www.edvgt.de


Ansprechpartner für die Medien während der Tagung:
RA Tobias Raab, +49 / 163 2559531
Fotos: Jennifer Weyland, + 49 / 171 1485327


Hinweis für Hörfunk-Journalisten: Telefoninterviews in Studioqualität möglich über Rundfunk-Codec (IP-Verbindung mit Direktanwahl oder über ARD-Sternpunkt 106813020001). Interviewwünsche bitte an die Pressestelle (0681/302-64091 oder -2601).