Tuesday, 10. October 2017

Neues Helmholtz-Zentrum für IT-Sicherheit muss am Universitäts-Campus angesiedelt sein

Das neue Helmholtz-Zentrum für IT-Sicherheit wird den Informatik-Standort auf dem Saarbrücker Uni-Campus enorm aufwerten. Darüber sind sich Präsidium und Hochschulrat der Universität des Saarlandes einig und sprechen sich daher nachdrücklich dafür aus, das Forschungszentrum so nah wie möglich an die Informatikforschung und angrenzenden Forschungsbereiche am Campus anzubinden. Für die neuen Gebäude sollten Flächen in unmittelbarer Nachbarschaft des Universitätsgeländes erschlossen werden. Für die erste Bauphase könnten zudem laut Präsidium freie Flächen auf dem Campus genutzt werden. Das neue Zentrum habe den Auftrag, Spitzenforscher aus der ganzen Welt anzuwerben. Für sie müsse das Umfeld attraktiv gestaltet werden, damit sie für ihre Forschung auch ins Saarland kommen.

„Das neue Helmholtz-Zentrum wird mittelfristig die Zahl der Informatikforscher auf dem Saarbrücker Campus verdoppeln. Das sind enorme Dimensionen, wenn man bedenkt, dass die universitäre Informatik-Forschung gemeinsam mit den beiden Max-Planck-Instituten für Informatik und für Softwaresysteme sowie dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz schon heute einen der größten Informatik-Forschungsstandorte in Europa bilden“, erläutert Universitätspräsident Manfred Schmitt. Er verweist darauf, dass alle großen Wissenschaftsorganisationen wie die Max-Planck-Gesellschaft, die Leibniz-Gemeinschaft, die Fraunhofer-Gesellschaft sowie die Helmholtz-Gemeinschaft mit Forschungsinstituten auf dem Campus vertreten sind.

„Sie alle haben ganz bewusst die Nähe zur Universität gesucht, um sowohl Studentinnen und Studenten für die Forschung zu begeistern als auch den wissenschaftlichen Nachwuchs in ihre Projekte einzubinden und den essentiellen wissenschaftlichen Austausch am Campus zu gewährleisten. Dies führt zu neuen Erkenntnissen in der Forschung und gibt wichtige Impulse für weitere gemeinsame Forschungsprojekte“, ergänzt Professorin Margret Wintermantel, die Vorsitzende des Hochschulrates der Saar-Uni. Auch für das neue Helmholtz-Zentrum sei die enge Verzahnung mit der Universität und der hier etablierten, exzellenten Informatikforschung auf dem Saarbrücker Campus von großer Bedeutung, nicht nur zur Rekrutierung nationaler und internationaler Nachwuchsforscherinnen und -forscher, sondern auch für interdisziplinäre Forschungsvorhaben.

"Um neue Erkenntnisse zu gewinnen, arbeitet die Wissenschaft heute sehr eng in fach- und disziplinübergreifenden Teams zusammen, was einen engen räumlichen Kontakt und eine bestmögliche Kommunikation untereinander voraussetzt. Dies geschieht tagtäglich bei Teamsitzungen, in Doktorandenseminaren, bei der Ausarbeitung gemeinsamer Forschungsprojekte und bei internationalen wissenschaftlichen Workshops und Konferenzen. Nur durch diese gemeinsame inner- und interdisziplinäre Betrachtung der grundlegenden Fragestellungen eines Fachgebietes können die heutigen Herausforderungen in der Wissenschaft gelöst werden“, betont Manfred Schmitt. Wegen dieser besonderen Arbeitsweise in der Wissenschaft sei es unverzichtbar, dass die künftigen IT-Sicherheitsforscher auch räumlich nah an die Saarbrücker Informatik und die angrenzenden Fachdisziplinen am Campus Saarbrücken angebunden werden.

Da der Universitätscampus mitten in den Stadtwald gebaut wurde, müsse man nun für eine perspektivische Erweiterung auch notgedrungen auf Waldflächen zurückgreifen. Diese Erweiterung müsse aber nach den Vorgaben des Baurechts möglichst umweltverträglich gelöst werden. Dafür würden derzeit verschiedene Varianten geprüft. Bei der Flächenplanung wäre es wünschenswert, die neuen Gebäude ähnlich zu konzipieren wie das erst kürzlich fertig gestellte Gebäude des Kompetenzzentrums für IT-Sicherheit (CISPA) sowie das ebenfalls noch recht neue Max-Planck-Institut für Softwaresysteme. Dort haben die Architekten viel Wert darauf gelegt, dass sich die Forscher bei der täglichen Arbeit begegnen und austauschen können, auch über vier bis fünf Etagen hinweg. „Im Umfeld der anderen Helmholtz-Forschungszentren haben sich außerdem zahlreiche Spin-off-Unternehmen angesiedelt, oftmals gegründet von Universitätsabsolventen, die beim Technologietransfer auf die Nähe zur Forschung angewiesen sind. Solche Entwicklungen müssen wir bei den aktuellen Planungen bereits mitdenken, um die IT-Sicherheitsforschung hierzulande, ähnlich wie im Silicon Valley, zu einem Magnet der europäischen IT-Unternehmen in diesem Bereich entwickeln zu können “, sagt Universitätspräsident Manfred Schmitt.