Tuesday, 14. November 2017

“Heiligkeit, Teufelszeug und Schlaflosigkeit. Träumende und deutende Mönche in der Spätantike“

Gastvortrag am Graduiertenkolleg „Europäische Traumkulturen“ von 10 bis 12 Uhr

Das Graduiertenkolleg „Europäische Traumkulturen“ der Universität des Saarlandes lädt in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft (Prof. Manfred Engel) zum Gastvortrag „Heiligkeit, Teufelszeug und Schlaflosigkeit. Träumende und deutende Mönche in der Spätantike“ mit Prof. Gregor Weber von der Universität Augsburg, Lehrstuhl Alte Geschichte, ein.

Der Vortrag findet statt am Dienstag, 14. November, von 10 bis 12 Uhr an der Universität des Saarlandes, Gebäude  B3 1,  Hörsaal I (0.14). Interessierte sind herzlich eingeladen.


Auch aus der Spätantike sind vielfach Träume und Visionen überliefert. Für die christliche Kirche war es freilich nicht einfach, eine einheitliche Position dazu einzunehmen, versuchten doch charismatische Personen, sich über Traumoffenbarungen zu legitimieren, zudem war die Thematik stark im paganen Bereich verortet. Die Reaktionen von Theologen und Synoden reichten von faszinierter Zustimmung bis hin zu Misstrauen, Marginalisierung und Verbotsversuchen für Traumdeutung.

Im Zentrum des Vortrags steht der monastische Kontext von Träumen und ihrer Deutung: Es wird das reiche Spektrum aufgezeigt, das sich in Viten, Mönchsgeschichten und Sentenzen findet. Demzufolge ging es weniger um Berichte individueller Traumerfahrungen und deren Ausdeutung, sondern der unterstellte dämonische Ursprung der Träume war zum festen Bestandteil der klösterlichen Askese geworden, und zwar im andauernden Kampf gegen alles, was den Mönch von einem engelgleichen Leben abhielt. Darüber hinaus wurde die Anwendung von Kriterien wichtig, die der Unterscheidung von Träumen nach ihrer Herkunft (von Gott? von den Dämonen beziehungsweise vom Satan? aus der Seele des Menschen?) dienten. Diejenigen, die aufgrund ihrer Spiritualität dazu in der Lage waren, vermochten auf diese Weise ihre Autorität zusätzlich festigen. In diesem Zusammenhang erfolgt auch eine Auseinandersetzung mit dem agency-Konzept.

Kontakt:
Universität des Saarlandes
Graduiertenkolleg »Europäische Traumkulturen« (GRK 2021)
Koordination
Tel.: 0681-302-2198
E-Mail: traumkulturen@uni-saarland.de