Saturday, 28. October 2017

Chemie ist Saar-Uni 20 Millionen Euro wert

Saarbrücker Zeitung

Gestern ist er eingeweiht worden, der graue Klotz der Chemie an der Saar-Uni. Uni-Präsident Schmitt jubelt über einen „fantastischen Tag“.

Nur zum Vergleich: Die Skandalbauten der CDU/SPD-Landesregierung, das immer noch nicht fertiggestellte HTW-Hochhaus und das kurz vor der Eröffnung stehende Saarlandmuseum, haben nur wenig mehr Millionen Euro verschlungen. Während beim HTW-Hochhaus die ursprünglich veranschlagten Kosten von 16 Millionen Euro sehr wahrscheinlich weiter ansteigen werden, hat die Landesregierung beim Saarlandmuseum die Summe von 29 Millionen Euro genannt. Da kommen die mehr als 20 Millionen Euro für die Kernsanierung des Saar-Uni-Gebäudes C 4.1 nahe dran. Am Freitagvormittag wurde die Neueröffnung des Chemie-Gebäudes im Rahmen eines „Tages der Chemie“ gefeiert. Innerhalb der vergangenen zehn Jahre waren an der Saar-Uni nur der Neubau der Informatik mit 22 Millionen und die Sanierung der Bibliothek mit 27 Millionen Euro teurer.

Ein größerer Wasserschaden hatte 2011 den Bau der naturwissenschaftlich-technischen Fakultät lahmgelegt. Danach wurde zwei Jahre lang geplant und im Oktober 2013 mit der Sanierung begonnen. Während die Professoren der anorganischen Chemie, Kaspar Hegetschweiler, Guido Kickelbick und David Scheschkewitz, bereits im Spätsommer 2016 ihre drei Stockwerke beziehen konnten, durften die Pharmazieprofessoren Thorsten Lehr und Marc Schneider erst kürzlich ihre beiden Etagen in Beschlag nehmen. Das Erdgeschoss enthält Labore für die studentische Ausbildung, die oberste Etage nichts anderes als Gebäudetechnik und im Untergeschoss stehen sogenannte Großgeräte. Der Name bezieht sich weniger auf den Umfang als auf den Preis, da kann ein Forschungsinstrument auch mal 250 000 Euro kosten.

Zur Gebäudeeinweihung hätte auch Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) erscheinen sollen – sie musste jedoch kurzfristig wegen eines nicht bekannten Termins absagen. Uni-Präsident Manfred Schmitt sagte in seinem Grußwort, dass es ein fantastischer Tag für das Fach Chemie und für die gesamte Uni sei: „Wir sind eine kleine, aber feine Universität, wir haben exzellente Bereiche und eine hervorragende Infrastruktur.“ Auf der anderen Seite stünde eben die Problematik der Kernsanierung von Bestandsgebäuden. Außer C 4.1 gebe es da noch einige andere, wobei sich Schmitt mit dem Hochschulentwicklungsplan des Landes „auf einem guten Weg“ sieht.

Der Dekan der naturwissenschaftlich-technischen Fakultät, Guido Kickelbick, meinte in seiner Ansprache, dass er sehr froh darüber sei, jetzt in hochmodernen Räumlichkeiten Forschung und Lehre betreiben zu können. „Wir würden uns wünschen, dass das ein Anschub für die Politik ist; dass sie sieht, wie wichtig es ist, moderne Forschungsgebäude zu etablieren, um die hohe Leistungsfähigkeit der Universität des Saarlandes weiter zu erhalten“, fügte er hinzu. Im persönlichen Gespräch erklärte Kickelbick, alles sei auch auf die potenziellen Nutzer in der Zukunft ausgerichtet worden.

Zufrieden mit dem Verlauf der Sanierung zeigte sich Bernd Kallenborn, der für den Hochschulbau zuständige Sachgebietsleiter der Hochbau-Behörde: „Es gab auch mal Schwierigkeiten, nämlich einen Wasserschaden, der uns kurz vor Fertigstellung noch mal zurückgeworfen hat. Aber im Großen und Ganzen war es ein sehr zufriedenstellender Prozess.“

Quelle: Saarbrücker Zeitung