Thursday, 07. December 2017

Britischer Soziologe an der Saar-Uni zu Gast: Bedeutet der Brexit das Ende der Freizügigkeit in Europa?

um 16.15 Uhr im Rahmen der Ringvorlesung "Europa-Diskurs(e)"

Im Rahmen der Vortragsreihe „Europa-Diskurs(e)“ ist am Donnerstag, 7. Dezember, auf Einladung des Europa-Kollegs der britische Soziologe Prof. Adrian Favell von der Universität Leeds zu Gast. In seinem (englischsprachigen) Vortrag “Brexit, Race and Citizenship: The End of Free Movement in Europe?” beschäftigt er sich mit der brisanten Frage, inwieweit sich die Entscheidung der Briten, aus der EU auszusteigen, auf die Freizügigkeit in Europa und die EU als solche auswirken wird. Der Vortrag findet um 16.15 Uhr in Gebäude A2 2 statt (OG, Hörsaal 2.02).

Im Juni 2016 hat eine sehr klare Mehrheit englischer Wähler entschieden, einseitig die EU-Mitgliedschaft des „Vereinigten Königreichs“ aufzukündigen. Nach der Meinung vieler Post-Brexit-Analysten war der stärkste motivierende Faktor, der die Wahl bestimmte, die Immigration in Großbritannien – ein Thema, das lange die zentrale mobilisierende Kraft der UK Independence Party (UKIP) war. Indem sie EU-Bürger in Großbritannien erfolgreich als „Immigranten“ stigmatisierte, so Favell, bedeutete die „Leave vote“ gleichzeitig eine Absage an das Prinzip der Nichtdiskriminierung nach Nationalität. Dieses fand seinen größten europäischen Ausdruck in der boomenden britischen Wirtschaft in den 1990er und 2000er Jahre. Die Frage für andere europäische Staaten, die ihre eigenen „Immigrationskrisen“ zu bewältigen haben, werde sein: Deutet der britische Wahlausgang das voraussichtliche Scheitern des europäischen Experiments mit grenzenloser ‚post-nationaler‘ Mitgliedschaft an, die eine der Gründungsideen der Europäischen Union war?

Adrian Favell ist Professor für Soziologie und Sozialtheorie an der University of Leeds. Er ist Autor verschiedener Werke zu Multikulturalismus, Migration, Kosmopolitismus und Städten. Eine Sammlung seiner Essays, darunter neuere Forschungen zur Ost-West-Migration und zur Anti-EU-Politik in Großbritannien, wurde 2015 unter dem Titel Immigration, Integration and Mobility: New Agendas in Migration Studies publiziert.

Die Vortragssprache ist Englisch. Fragen können auf Deutsch gestellt werden.

Kontakt und Information:
Europa-Kolleg CEUS
Anne Rennig (Geschäftsführung)
Tel.: 0681 302-4041
E-Mail: ceus@uni-saarland.de