lundi, 26. juin 2017

Prof. Gabriele Clemens veröffentlicht Buch über Schlüsseljahre des Saarlandes: Vom Wachsen der Saar-Identität

Saarbrücker Zeitung

Saarbrücken. Professorin Clemens gibt Buch über die „Schlüsseljahre“ 1815, 1935 und 1955 heraus

Von: Dietmar Klostermann

Landtagspräsident Klaus Meiser (CDU) hatte es gerade noch geschafft. Der Air-Berlin-Flieger aus der Bundeshauptstadt landete diesmal rechtzeitig, so dass Meiser pünktlich im Landtag erscheinen konnte, um das neue Buch der Kommission für Saarländische Landesgeschichte aus den Händen der Herausgeberin, Saar-Uni-Professorin Gabriele B. Clemens, entgegenzunehmen. Zu diesem Anlass waren etwa 30 Gäste erschienen, darunter einige Honoratioren wie der emerierte Geschichtsprofessor Rainer Hudemann, der selbst einen Beitrag zu dem Werk „Schlüsseljahre. Zäsuren und Kontinuitäten an der Saar“ beigesteuert hat.

Der gut gelaunte Meiser erklärte den Anwesenden: „Ich habe in Berlin mit der Saar-Geschichte angegeben beim Ländergipfel.“ Der Ex-Bürgermeister Quierschieds - der Heimatgemeinde des 100-Meter-Olympiasiegers Armin Hary - und jetzige Präsident des Landessportverbands verwies auf den Saar-Sport. „Da wurden tolle Kapitel aufgeschlagen.“ Meiser meinte etwa die Teilnahme des Saarlands an der Qualifikation zur Fußball-WM 1954, als das Saarland gegen (West-)Deutschland verlor und damit dem „Wunder von Bern“ den Weg ebnete. Hobby-Historiker Meiser fragte sich: „Wann hat das Saarland seine Identität als Land bekommen? Das ist sehr spät geschehen.“ Erst nach der Volksabstimmung im Saargebiet, das vom Völkerbund verwaltet wurde, sei aus der Region ein Land geworden, stellte Meiser fest. Bei der Abstimmung hatten mehr als 90 Prozent der (Neu-)Saarländer für den Anschluss an Hitler-Deutschland gestimmt.

Professorin Clemens präsentierte dann den zitronengelben Band. Auf dem drei Schwarzweiß-Fotos den Napoleonbrunnen, den die Blieskasteler Kantonsverwaltung 1804 zu Ehren der Kaiserkrönung des Dreispitzträgers errichten ließ, das Saar-Staatstheater von 1938 und die französische Botschaft von Georges-Henri Pingusson von 1954, die jetzt an der A 620 liegt und dringend auf eine Sanierung wartet, mit den Daten der „Schlüsseljahre“ 1815/1935/1955 versehen sind. „Ist die Geschichte des Saarlands besonders?“, fragte Clemens. Und beantwortete die Frage mit Ja, da es im 19./20.-Jahrhundert sechs Mal die staatliche Zugehörigkeit gewechselt habe. Wer mehr wissen will, dem ist der gut sortierte Saar-Buchhandel sicher gerne behilflich (ISBN-Nummer: 978-3-939150-10-7).

Quelle: Saarbrücker Zeitung