lundi, 26. juin 2017

Gemeinsame Weiterbildungsaktivitäten von Saar-Uni und HTW: Mehr als Türsteher und Bodyguards

Saarbrücker Zeitung

Saarbrücken. Im Weiterbildungsstudiengang Sicherheitsmanagement werden Führungskräfte für den Sicherheitsbereich ausgebildet.

Die wissenschaftliche Weiterbildung ist der neuen und war der alten saarländischen Landesregierung ein wichtiges Anliegen. Das hängt nicht nur mit der Vorstellung vom lebenslangen Lernen zusammen, ohne das in der modernen Industriewelt nichts mehr geht. Dahinter steht auch der Wunsch, die Hochschulen mögen mit kostenpflichtigen Weiterbildungsangeboten Geld für die Landeskasse verdienen.

Seit dem vergangenen Jahr sind die Universität des Saarlandes und die Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Saarbrücker nun, was diesen Aspekt des akademischen Lebens betrifft, unter einem Dach vereint. Dem Weiterbildungszentrum Saar ist auch im jüngsten Koalitionsvertrag ein eigener Absatz gewidmet. Doch der Vizepräsident der Saar-Uni Professor Roland Brünken, er ist einer der beiden Leiter des Weiterbildungszentrums, warnt vor falschen Erwartungen: „Die Kosten müssen natürlich gedeckt sein, was uns derzeit auch gelingt. Einen Gewinn werden wir allerdings nicht erwirtschaften.“

Laut Professorin Susan Pulham, Leiterin des Weiterbildungsinstituts der HTW, profitieren Fachhochschule und Universität enorm von dem Zusammenschluss: „Wir als Hochschule für Technik und Wirtschaft sind im Bereich Weiterbildung zwar größer, dafür hat die Universität aber Kompetenzen, die auch für uns von Bedeutung sind, beispielsweise im Bereich E-Learning und Didaktik. Wir unterstützen uns gegenseitig und gewährleisten so die Qualität unserer jeweiligen Studiengänge“, sagt sie. Während die Saar-Universität derzeit neun Weiterbildungsstudiengänge anbietet, kann die HTW 23 Angebote vorweisen.

Ein Weiterbildungsstudiengang der HTW Saar ist Sicherheitsmanagement. Dieser unterscheidet zwei Arten von Sicherheit, die in der deutschen Sprache nicht unterschieden werden. Im Englischen handelt es sich dabei um „Safety“, Schutz der eigenen Person, und „Security“, Schutz gegen Angriffe Dritter. An der HTW werden beide Felder behandelt. Absolventen sollen dabei ein vertieftes Verständnis für Risiken und Gefahrenabwehr in der digitalen Gesellschaft erwerben. Mögliche spätere Berufe sind beispielsweise Sicherheitsberater, Gutachter oder Verantwortlicher für interne Betriebs- und Organisationssicherheit.

Als der Studiengang vor sechs Jahren eingeführt wurde, war er Teil der ingenieurwissenschaftlichen Fakultät. „Tatsächlich war aber nur ein Ingenieur unter den Teilnehmern – dafür viele Polizisten, Bundeswehrangehörige oder auch ein Germanist“, erzählt Susan Pulham, die den Studiengang leitet. Es handelt sich beim Sicherheitsmanagement um einen klassischen Weiterbildungsstudiengang, der parallel zum Beruf absoviert wird. Veranstaltungen finden in der Regel an einem Wochenende pro Monat statt, zusätzlich gibt es Praxismodule.

Norman Brust kennt beide Seiten des Studiengangs. Seit er sein Studium im Fach Sicherheitsmanagement als Teil des ersten Jahrgangs erfolgreich absolviert hat, ist er neben seinem Hauptberuf als Polizeibeamter auch als Dozent und Studienberater tätig. Wie Brust erklärt, ähneln die Veranstaltungen im Fach Sicherheitsmanagement weniger klassischen Frontalunterricht als einer angeregten Diskussionsrunde.

Laut Pulham ist dies ein wesentlicher Punkt des Ausbildungskonzepts: „Wir lehren praxisorientiert, unsere Studierenden sollen das Erlernte später auch wirklich anwenden können.“ Und sie fügt hinzu: „Unsere Studenten haben durch ihre unterschiedlichen Berufe oft sehr interessante Standpunkte, die sie einbringen. Eigentlich lernen wir alle von- und miteinander.“ Seit Einführung im Jahr 2011 haben etwa 30 Teilnehmer den Weiterbildungsstudiengang erfolgreich abgeschlossen.

Quelle: Saarbrücker Zeitung