mardi, 04. juillet 2017

Neues Helmholtz-Zentrum für IT-Sicherheit an der Saar-Uni: Wald soll Forscherzentrum weichen

Saarbrücker Zeitung

Die Ideen stehen. Aber bis zum Grundstein nahe der Saar-Uni sind noch einige Hürden zu nehmen.

Saarbrücken. Mitten im Grünen, umgeben von dichtem Wald liegt die Universität des Saarlandes. Das soll sich bald ändern, ein Teil des Waldes weichen, um Platz zu schaffen für das neue Helmholtz-Zentrum für IT-Sicherheit. Bis zu 800 Mitarbeiter sollen hier arbeiten. Silicon Valley mitten im Saarforst. Dort sollen Forscher unter anderem an der Abwehr von Cyber-Angriffen, an autonomen Systemen und verbessertem Datenschutz arbeiten.

„Das wird einer der größten Wirtschaftsmotoren sein, die wir im Saarland je hatten“, sagt Michael Backes, Leiter des Cispa, Kompetenzzentrum für IT-Sicherheit Saarland. Daher möchte die SPD-Stadtratsfraktion die Entwicklung des IT-Zentrums möglichst schnell auf den Weg bringen. „Wir müssen die Chancen der Ansiedlung des Helmholtz-Zentrums bestmöglich nutzen. Dazu brauchen wir eine gemeinsame große Kraftanstrengung von Stadt und Land und schnelle Entscheidungen für eine massive Erweiterung des Universitätscampus“, sagt der Fraktionsvorsitzende Peter Bauer. Finanziert wird das Projekt zu 90 Prozent mit Bundesmitteln und zu zehn Prozent aus Landesmitteln.

Firmen und Dienstleister sollen sich im neuen IT-Park ansiedeln, für die jungen Wissenschaftler und IT-Elite müssen Wohnungen her, für ihre Kinder Kita-Plätze geschaffen werden, gern auch englischsprachig. Dafür müssen Stadt und Land aufrüsten. Und das möglichst schnell. Backes möchte bis Ende 2017 Planungssicherheit. Bis 2021 soll „das Ding stehen“. „Eine Verzögerung können wir uns nicht leisten“, sagt er.

Einzig mit den Ausmaßen des neuen IT-Parks hatte man in der Art nicht gerechnet. Der soll mindestens 15 Hektar umfassen. Schon im März dieses Jahres gab Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU)  bekannt, dass ein Helmholtz-Zentrum für IT-Sicherheit bis Jahresende im Saarland entstehen solle. Zu der Zeit war von 500 Mitarbeitern und einem Jahresetat  von 50 Millionen Euro die Rede — doppelt so hoch wie das Budget der 6000 Studenten zählenden Hochschule für Technik und Wirtschaft.

„Das Helmholtz-Zentrum ist wie eine zweite Universität“, erklärt Backes. Es gehe laut des IT-Experten darum, einen Standort zu finden, an dem man expansiv einen Campus bauen könne. Und das in direkter Nähe zur Universität des Saarlandes.

Den Ausbau am Stuhlsatzenhausweg am Saarbrücker Campus der Saar-Universität sieht Backes problematisch. Zwar steht dort bereits das Cispa-Institut, das derzeitige Zentrum der Sicherheitsforscher, doch das Waldstück in Richtung Dudweiler sei nicht groß genug und treffe dort auf die Schnellstraße. In Richtung Scheidt soll ein Wasserschutzgebiet die Expansion verhindern. Bleibt noch das Waldstück hinter der Dudweilerstraße, und auch der Schwarzenberg wurde in der Diskussion genannt.

Aber nicht nur die Suche nach einem geeigneten Standort eilt. Die Stadt muss auch mehr Wohnraum für die Mitarbeiter des Zentrums zur Verfügung stellen. Zwei Wohnprojekte sind laut Peter Bauer schon im Gespräch. So können in der Stadtmitte Dudweiler „Am Anger“ 60 neue Wohnungen entstehen. Auch in der Nähe des Totobades in Saarbrücken soll es zusätzlichen Wohnraum geben: „Am Heidenkopf in St. Johann, nur wenige Minuten vom Campus entfernt, möchten wir 110 Wohnungen und Einfamilienhäuser schaffen“, sagt Bauer. Und er geht sogar noch einen Schritt weiter: „Eine internationale Schule oder Schulen mit englischsprachigem Unterrichtsangebot wären sehr hilfreich.“

Quelle: Saarbrücker Zeitung