lundi, 10. juillet 2017

Europäischer Forschungspreis für Messtechniker: Saar-Forscher sorgen für frischen Wind

Saarbrücker Zeitung

Wissenschaftler der Universität des Saarlandes erhalten europäischen Innovationspreis für ein automatisches Lüftungssystem.

Saarbrücken. Richtiges Lüften ist für viele immer noch ein Problem. Manche öffnen die Fenster zu selten, andere verschwenden dabei unnötig Energie. Messtechniker der Universität des Saarlandes haben nun ein System entwickelt, um Gebäude automatisch zu lüften, wenn die Schadstoffkonzentration zu hoch ist. Dadurch soll auch der Energieverbrauch des Gebäudes halbiert werden. Für ihre Entwicklung haben die Saarbrücker Forscher den ersten Preis des „NanoFy! Awarding the Best of the Best“-Wettbewerbs der Europäischen Union gewonnen, teilte die Saar-Uni mit.

Schlecht belüftete Räume können viele Probleme verursachen. Verbrauchte Luft, die mit zu viel Kohlendioxid angereichert ist, macht die Menschen müde und unkonzentriert. Aber sie kann sogar richtig gesundheitsgefährdend sein, erklärt Andreas Schütze, Professor für Messtechnik an der Universität des Saarlandes und Mitbegründer des Sensorsystems „Sens Indoor“. Möbel, Kleber und Lacke dünsten mitunter Schadstoffe aus, die die Hausbewohner mit der Atemluft inhalieren. Für menschliche Nasen könne das völlig unbemerkt vor sich gehen. Denn schlechte Luft riecht nicht zwangsläufig schlecht. „Auch gesundheitsschädliche Konzentrationen sind für den Menschen geruchlos“, sagt Schütze.

Die Sensoren des von den Wissenschaftlern entwickelten Systems erfassen alle Arten von Gasen – von Kohlenmonoxid bis hin zu krebserregenden organischen Verbindungen – und bestimmen ihre Konzentrationen. Auch kleinste Spuren entgehen den hochempfindlichen künstlichen Sinnesorganen nicht. „Unter einer Milliarde Luftmolekülen können wir so einzelne giftige Moleküle aufspüren“, erläutert Tilman Sauerwald, Mitarbeiter von Professor Schütze.

„Wenn die Luft im Raum zu schlecht wird, die Sensoren also Schadstoff-Konzentrationen messen, die bestimmte Grenzwerte übersteigen, sorgt eine ausgeklügelte Lüftungstechnik über die Klimaanlage automatisch für Frischluft“, erläutert Schütze. Dadurch, dass das Sensorsystem gezieltes Lüften möglich macht, könne der Energieverbrauch deutlich reduziert werden.

Quelle: Saarbrücker Zeitung