mercredi, 19. juillet 2017

Prof. Tobias Marschall brachte hochbegabten Schülern bei Sommerakademien das Fach Bioinformatik näher

Saarbrücker Zeitung

Sommer-, Junior- und Schülerakademie fördert in den Sommerferien Hochbegabte der Oberstufe im Haus Sonnental in Wallerfangen.

Von Carolin Merkel

Wallerfangen. Ein kleines Jubiläum feierte die in den ersten Ferienwochen stattfindende Sommer-, Junior- und Schülerakademie in diesem Jahr an den Standorten Homburg und Wallerfangen. Insgesamt, erklärte Herbert Jacob, Leiter der Beratungsstelle Hochbegabung im Saarland, kann er mit seinem Team auf 50 Akademien zurückblicken. Die am längsten währende, die Schülerakademie für den Oberstufenbereich, wird bereits seit 19 Jahren angeboten und erfreute sich auch in diesem Jahr großer Beliebtheit.

Während die jüngsten Teilnehmer (Klassenstufe drei bis sechs) in Homburg untergebracht sind, waren in diesem Jahr die Mittel- und Oberstufenschüler inzwischen schon zum vierten Mal im Haus Sonnental zu Gast. Ein absoluter Glücksfall, wie Jacob betonte, denn die räumlichen Voraussetzungen in Wallerfangen seien optimal. Zwei Wochen lang tauschten die 42 Teilnehmer das Ferienfeeling mit dem Akademieleben.

Gemeinsam lernen und forschen standen im Vordergrund. Im Rahmen der Juniorakademie hatten die Schüler einen Zeitsprung von rund 500 Jahren zurückzulegen. Die Entdeckung Amerikas, die Nutzung eines Fernrohres, der Buchdruck, die damals rasante Entwicklung stand bei den Jungen und Mädchen auf dem Stundenplan. Doch eine Stundentafel wie in der Schule, die haben die insgesamt 16 Betreuer allenfalls in Sachen Verpflegung parat.

„Wir lassen den Schülern in den Werkstatten ganz viel Zeit zur freien Arbeit, sie sollen sich auch gegenseitig helfen, lernen jahrgangsübergreifend“, erklärte Carmela Falzone, die zusammen mit Stefan König die Akademieleitung übernommen hatte.Falzone ist selbst ehemalige Teilnehmerin und inzwischen mit ihrem pädagogischen Hintergrund in der Leitung der Akademie aktiv. „Es ist einfach eine schöne Atmosphäre hier, die Arbeit mit den Teilnehmern macht sehr viel Spaß“, erklärte sie.

Viel Freude an der Arbeit der Akademie hatte erstmals auch Professor Dr. Tobias Marschall von der Universität des Saarlandes. Von den Teilnehmern einfach nur Tobias genannt, brachte er die Bio-Informatik den angehenden Studenten näher. „Natürlich nutzen wir die Akademie auch, um den noch recht unbekannten Studiengang vorzustellen, aber wir sind mit jedem Schüler froh, der seinen beruflichen Weg gefunden hat“, sagte er.

So wie Annet Scheffing aus St. Wendel. Sie wird im kommenden Jahr Abitur machen, war bereits im vergangenen Jahr bei der Schülerakademie. „Da gab es einen Kurs in Psychologie, das möchte ich gerne studieren. Doch auch hier in der Elektrotechnik fühle ich mich sehr wohl. Man wird von allen ganz toll aufgenommen“, lobte sie. Statt langer Ferien vor dem letzten, entscheidenden Schuljahr, hatte sie sich lieber für eine erneute Teilnahme entschieden. „Ich will mich selbst weiterbilden, will lernen, dafür investiere ich die Zeit hier sehr gerne“, sagte sie. Und auch die Lehrer, wie etwa Andrea Finkler, die ganz kurzfristig eingesprungen war, zeigten sich vom Akademieleben positiv beeindruckt. „Wir haben es hier mit hochmotivierten und talentierten Schülern zu tun – das macht das Arbeiten sehr angehen“, ergänzte Jacob. Doch jeden Tag, das erklärte der Schulleiter am TWG in Dillingen, wäre es als Lehrer langweilig, nur solche Schüler vor sich zu haben, der Schulalltag lebe von der Heterogenität. Ein zielorientiertes Arbeiten mit weniger Strukturzwang, das allerdings wünscht er sich auch im „normalen“ Schulleben.

Etwas schade fand Herbert Jacob, dass die Kurse nicht ganz ausgebucht waren. „Die Kinder brauchen einen Lehrer in ihrer Schule, der sie für die Teilnahme empfiehlt, nur dann können wir sie in der Akademie aufnehmen. Da müssen wir noch ein bisschen Öffentlichkeitsarbeit betreiben“, sagte er abschließend. Die Kursgebühr beträgt für die Teilnehmer 380 Euro, ein großer Teil der Gesamtkosten wird vom Bildungsministerium übernommen.

Quelle: Saarbrücker Zeitung