dimanche, 23. juillet 2017

Vorstellung des Institut d‘Études Françaises: Aus Liebe zur französischen Kultur und Sprache

Saarbrücker Zeitung

Die Bibliothek des Institut d‘Études Françaises ist seit 2007 in der prachtvollen Villa Europa auf dem Rotenbühl untergebracht. 

Von Nicole Baronsky

Saarbrücken. Das Gebäude, in dem das Institut d‘ Études Françaises und dessen Bibliothek untergebracht sind, ist beeindruckend. Es ist eine prachtvolle Villa auf dem Rotenbühl, die der Industrielle Karl Röchling ab 1909 für seinen jüngsten Sohn errichten ließ. Seit dem Jahr 2006 heißt sie „Villa Europa“, seitdem ist hier die Deutsch-Französische Hochschule, die Universität der Großregion, die Union des Français en Sarre und eben auch das Institut Français untergebracht.

„Seit der Gründung des Instituts im Jahr 1956 war die Bibliothek an der Universität zu finden. Im Jahr 2007 wurde sie dann hier wiedereröffnet“, berichtet Sandra Fuhrmann. Sie ist für die Bibliothek des Instituts zuständig, für den Ankauf der Bücher, die Ausleihe und die Logistik, aber auch für die Organisation der Veranstaltungen und die Verwaltung. Da das Institut Français nur drei Mitarbeiterinnen hat – die Leiterin, Professorin Valérie Deshoulières, die gleichzeitig an der Universität den Lehrstuhl für Französische Literatur im europäischen Kontext innehat, sowie Élise Le Bréquier, die sich um Prüfungen kümmert – bleibt für Fuhrmann viel Arbeit. Daher hat sie ihren Schreibtisch direkt in der Bibliothek stehen, „dann kann ich die Öffnungszeiten besser abdecken“, sagt sie und lächelt.

Allerdings können die Nutzer der Bibliothek ihre Bücher nicht nur während der Öffnungszeiten zurückgeben, „denn wenn wir abends Veranstaltungen haben, nehme ich die Bücher auch entgegen. Wir wollen, dass es so unkompliziert wie möglich ist“, sagt Fuhrmann. Und die Nutzer der Bibliothek wissen das zu schätzen. Das sind überwiegend Franzosen, die im Saarland leben und Deutsche, die ihre Kenntnisse der französischen Sprache auffrischen wollen. Überraschenderweise finden sich nur wenige Studenten unter den Nutzern der Bibliothek. „Fachliteratur gibt es an der Universität. Hier haben wir hauptsächlich zeitgenössische französische Literatur und Autoren, ungefähr 8000 Werke stehen in der Bibliothek und im Keller fast nochmal so viele“, sagt sie. Allerdings versucht sie, die vorrätigen Bücher auch auf die Veranstaltungen des Instituts, sowie auf die Lehrpläne von Prof. Deshoulières abzustimmen.

Die Kosten für die Nutzer der Bibliothek liegen bei 18 Euro im Jahr, dafür können sie auch auf die digitale Bibliothek Culturethèque zugreifen, um sich dort Filme, Musik, Tageszeitungen, Magazine und auch Bücher anzuschauen. „Das nehmen vor allem Nutzer wahr, die nicht vor Ort wohnen“, ergänzt die Mitarbeiterin. So ist die Bibliothek des Instituts über die Culturethèque, aber auch über die Universität, die Hochschule für Musik, und auch das Festival Perspectives gut vernetzt. Viele Veranstaltungen im Institut finden dann auch in Kooperation mit diesen Partnern statt.

Und die können ganz unterschiedlich sein, von kleinen, intimen Autorenlesungen bis hin zu großen Kongressen. „Wir haben meistens eine Veranstaltung in der Woche hier, nach dem Sommer kommt Bruno Latour. Er ist Soziologe und Philosoph“, sagt Fuhrmann. Man merkt, dass sie ihre Arbeit und die Bibliothek liebt. Die zweisprachige Betriebswirtin und Wirtschaftsingenieurin kann sich hier der französischen Sprache und Kultur widmen, „und meine Liebe zu den Büchern ausleben“, sagt sie und lacht. Und dann leuchten ihre Augen, als sie von den Veranstaltungen erzählt, die in der Bibliothek stattfinden. „Das ist einmal der Cinéclub.  Da zeigen wir hier, in Clubatmosphäre, französische Nischenfilme mit deutschen Untertiteln. Außerdem organisiere ich vor Weihnachten eine Bourse aux livres, einen Bücherflohmarkt“.

Und dann erzählt sie, dass auch Kinder in der Bibliothek sehr willkommen sind. „Wir haben Medienboxen für Kindergartenkinder zusammengestellt. Damit richten wir uns an deutsche Kinder, die mithilfe der Boxen und zu verschiedenen Themen spielerisch in die französische Sprache eingeführt werden. Das macht jede Menge Spaß“, schwärmt Fuhrmann. Und sie hat eine Idee für die Zukunft. „Diese Annäherung von kleinen Kindern an die französische Sprache würden wir gerne als Kurs für Privatpersonen anbieten. Das wäre schön“.

Quelle: Saarbrücker Zeitung