mercredi, 06. septembre 2017

Saar-Uni hat seit 2014 insgesamt 144 Stellen gestrichen

Saarbrücker Zeitung

Sparkurs an der Universität

Saarbrücken. (noe) Die Universität des Saarlandes hat seit 2014 insgesamt 144 Vollzeitstellen gestrichen. Zuerst hatte der SR über den Stellenabbau berichtet. Von der Streichung seien rund 460 Personen betroffen, teilte die Pressestelle der Uni mit. Die Differenz erkläre sich dadurch, dass studentische Hilfskräfte meist nur Verträge über ein paar Stunden haben. Bei den Wissenschaftlern gebe es zudem viele halbe Promotionsstellen, und in der Verwaltung arbeiteten viele Teilzeitbeschäftigte. Von Nora Ernst

Der Stellenabbau traf vor allem die Verwaltung, die wissenschaftlichen Mitarbeiter und die Hilfswissenschaftler (Hiwis), während die Zahl der Professuren annähernd gleich blieb. 2014 gab es an der Uni 269 Professoren und 18 Juniorprofessuren, 2016 waren es 271 Professuren und 16 Juniorprofessuren. Die Zahl der Verwaltungsmitarbeiter sank von 1496 auf 1392, die Zahl der wissenschaftlichen Mitarbeiter von 1660 auf 1597. Bei den Hiwis gab es einen Rückgang von 1437 auf 1171.

Eine Sprecherin der Uni sagte, der Stellenabbau sähe noch dramatischer aus, wenn die Uni nicht über Drittmittel viele Wissenschaftlerstellen finanzieren könnte. Bis 2020 müssten noch weitere Stellen gestrichen werden, die genaue Höhe sei aber unklar. Dies hänge davon ab, wie viele Drittmittel die Uni in den kommenden Jahren erhalte.

Grüne und Linke kritisierten die Landesregierung für ihren Sparkurs an der Uni scharf. Die Große Koalition müsse ihn schnellstmöglich beenden und die Grundfinanzierung der Hochschulen erhöhen – zur Not mittels eines Nachtragshaushalts, sagte Grünen-Landeschef Markus Tressel. Die Linke sieht durch den Stellenabbau die positive Entwicklung der Uni stark gefährdet. „Die Uni kann kaum zukunftsfähig aufgestellt werden, wenn sie derart viele Arbeitsplätze abbauen und Angebote streichen muss“, sagte die Linken-Landtagsabgeordnete Barbara Spaniol.

Quelle: Saarbrücker Zeitung