jeudi, 14. septembre 2017

Kann Gott eigentlich sehen, was ich tue? - Ein Vortrag von Religionspädagoge Alexander Maier bei der Kinder-Uni

Saarbrücker Zeitung

Wie können wir uns Gott vorstellen? Als Richter, der über uns urteilt, oder als Beschützer? Das möchte Dr. Alexander Maier am 13. Dezember bei der Kinder-Uni gemeinsam mit euch herausfinden.

Von Martina Kind


Saarbrücken.
Bestimmt hat der eine oder andere von euch schon einmal den Spruch „Der liebe Gott sieht alles“ gehört. Das sagen Menschen oft, wenn sie denken, dass jemand etwas Blödes getan hat und sich nicht wundern muss, wenn er dafür bestraft wird. Aber was hat es mit diesem Spruch auf sich? Kann Gott denn wirklich sehen, was ich tue? Und muss ich mir deswegen Sorgen machen? Diese Fragen will Dr. Alexander Maier in seiner Vorlesung am 13. Dezember bei der Kinder-Uni beantworten.

Wenn ihr euch im Unterricht oder mit euren Freunden über Religion unterhalten habt, ist euch sicher aufgefallen, dass jedes Kind eine andere Vorstellung von Gott hat. Manche von euch glauben vielleicht daran, dass Gott auf einer riesigen weißen Wolke im Himmel sitzt und als Beschützer über uns wacht. Andere mögen das wiederum für unsinnig halten, weil es viel zu viel Arbeit für Gott wäre, jeden einzelnen von uns auf Schritt und Tritt zu begleiten. Stattdessen könnte Gott zum Beispiel immer dann da sein, wenn wir ihn gerade dringend brauchen. Dann gibt es aber auch Kinder, die glauben nicht daran, dass es überhaupt einen Gott gibt – und schon gar nicht daran, dass uns irgendjemand von „dort oben“ rund um die Uhr beobachtet und bestraft, wenn wir uns einmal daneben benommen haben.

Wie wir uns Gott vorstellen, hängt also von ganz vielen unterschiedlichen Dingen ab. Da spielen zum Beispiel unsere Erwartungen und unsere persönliche Beziehung zu Gott eine große Rolle, erklärt Dr. Maier. Er ist Religionspädagoge an der Universität des Saarlandes und bildet unter anderem angehende Lehrer für den Religionsunterricht an der Schule aus. Dabei beschäftigt er sich nicht nur mit dem Christentum, sondern auch mit anderen Religionen wie dem Judentum oder dem Islam. Denn nicht nur in der Bibel können wir Antworten auf viele unserer Fragen über Gott finden.

Bei seiner Vorlesung am 13. Dezember will sich der Religionspädagoge gemeinsam mit euch auf Spurensuche begeben, um herauszufinden, ob Gott uns tatsächlich sehen kann und was das nun für uns bedeutet. Dabei wird er euch verschiedene Geschichten aus der christlichen Bibel, der jüdischen Bibel (der sogenannten Thora) und dem Koran, der heiligen Schrift des Islams, erzählen und mit euch über ihre Bedeutung diskutieren.

Außerdem will er euch verraten, was das Judentum, Christentum und den Islam miteinander verbindet. Denn so unterschiedlich die drei Religionen auf den ersten Blick erscheinen, so gebe es doch eine Sache, die ihnen allen gemeinsam ist, erklärt Alexander Maier.

Zu seinem Vortrag im Audimax, dem größten Hörsaal der Universität, sind alle Kinder eingeladen – ganz egal, an welchen Gott sie glauben. Natürlich dürfen auch junge Studenten, die überhaupt nicht an Gott glauben, mit dem Dozenten diskutieren und ihre Meinung zum Thema äußern. Wie jedes Mal bei der Kinder-Uni wird euch auch Alexander Maier  während seiner Vorlesung Rede und Antwort stehen, falls ihr noch andere Fragen zu Gott und der Welt habt. Wenn euch spontan nichts einfällt, könnt ihr aber auch gerne später auf der Facebook-Seite der Kinder-Uni genauer nachhaken.

Quelle: Saarbrücker Zeitung