jeudi, 21. septembre 2017

Nicht mehr Medizin-Studienplätze an der Universität des Saarlandes

Saarbrücker Zeitung

Das Saarland wird die Anzahl der Medizin-Studienplätze nicht erhöhen. Dies hatte zuletzt die Geschäftsführerin des Klinikums Saarbrücken, Susann Breßlein, gefordert, um den Mangel an Nachwuchsmedizinern zu beheben. „Eine Erhöhung der Kapazitäten ist angesichts der Haushaltslage des Landes nicht geplant“, teilte die Staatskanzlei auf Anfrage mit. Nach den Feststellungen des Wissenschaftsrats weise das Saarland relativ zu seiner Einwohnerzahl insbesondere in der Humanmedizin eine weit überdurchschnittlich hohe Studierendenzahl auf.

Von Daniel Kirch


Saarbrücken.
Zum Wintersemester 2017/2018 gibt es an der Medizinischen Fakultät der Universität des Saarlandes 276 Plätze in der Humanmedizin und 27 Plätze in der Zahnmedizin. Dies bewegt sich im Rahmen der vergangenen Jahre.

Die Staatskanzlei erläuterte, die Zahl der Studienplätze werde auf Basis der Kapazitäten berechnet. Es flössen insbesondere die personelle Ausstattung des Studiengangs sowie die räumlichen Gegebenheiten ein. Ärztekammer-Präsident Dr. Josef Mischo äußerte Verständnis, dass eine deutliche Erhöhung der Zahl der Studienplätze aus diesen Gründen nicht möglich ist. Er befürworte zwar eine Erhöhung der Studienplätze um zehn Prozent, was 28 zusätzliche Plätze bedeute, sagte er. Davon kämen später aber nur zwei als Ärzte in der Allgemeinmedizin an. „Es ist unrealistisch, dass wir nur durch eine Erhöhung der Studentenzahlen die Probleme, die in den nächsten Jahren auf uns zu kommen werden, lösen können“, so Mischo. Dies gehe nur durch eine verstärkte Delegation von Leistungen an nicht-ärztliches Personal, also an Medizinische Fachangestellte (Arzthelfer) oder Pflegekräfte.

Quelle: Saarbrücker Zeitung