vendredi, 22. septembre 2017

Kinder-Uni - Prof. Linneweber zum Thema: So macht Lernen richtig Spaß

Saarbrücker Zeitung

Lernen ist doof? Falsch! Lernen kann Spaß machen. Warum das so ist, das erfahrt ihr bei der dritten Runde der Kinder-Uni.

Saarbrücken.
An was denkst du, wenn du das Wort „lernen“ hörst? Wahrscheinlich kommt dir direkt die Schule in den Sinn. Dort müssen wir ja alle mal hin, und lernen gehört da eben dazu. „Lernen ist blöd!“, denken vielleicht sogar einige von euch, oder: „Während ich lerne, kann ich nicht spielen, was ich viel lieber tun würde.“

Dabei hat lernen ja nicht nur etwas mit der Schule zu tun. „Eigentlich lernen wir alle immer und überall, obwohl wir das oft gar nicht merken“, erklärt Professor Volker Linneweber. Er ist ein Psychologe. Psychologen beobachten, was Menschen tun und versuchen dann zu erklären, warum sie das tun. Das hört sich ganz schön kompliziert an! In seiner Vorlesung am 10. Januar will Professor Linneweber euch aber zeigen, dass Lernen etwas Gutes ist, das sogar oft richtig Spaß machen kann.

Vor allem sollten wir nicht immer an die Schule denken, wenn es ums Lernen geht. Lernen fängt bei allen Menschen schon viel früher an: Wir müssen lernen, wie man spricht, wie man läuft – aber auch wie man sich auf einen Stuhl setzt. Verrückt, eigentlich passiert das doch ganz automatisch, oder? „Nein“, erklärt Professor Linneweber lachend. „Auch solche Dinge mussten wir irgendwann einmal lernen.“ Und das alles ist für unser Leben ganz schön nützlich.

Im Laufe des Lebens lernen wir so ganz schön viele Dinge, und ja, vieles davon auch in der Schule. Aber bestimmt habt ihr auch dort schon einmal gemerkt, dass einige Dinge mehr Spaß machen als andere: Nämlich dann, wenn euch das Gelernte interessiert und es euch auf spannende Art vermittelt wird. Wenn man hingegen etwas einfach stur pauken soll, das einem nicht einmal gefällt, kann das tatsächlich ganz schön blöd und langweilig sein. Deshalb solltet ihr euch fragen: Wann macht mir Lernen Spaß? Und wann ist Lernen für mich doof? Einige Kinder können zum Beispiel viel besser auswendig lernen, wenn sie etwas laut vorlesen. Anderen fällt es hingegen leichter, wenn sie etwas aufschreiben.

Aber habt ihr auch schon mal daran gedacht, dass auch Tiere lernen? Hunde gehen sogar manchmal in die Hundeschule, um dort etwas zu lernen. Ansonsten bringen ihre Herrchen den Vierbeinern auch viele Dinge bei: Auf ein „Sitz!“ setzt sich der Hund hin, bei „Platz“ wird sich brav hingelegt. Zumindest manchmal, denn mit Tieren kann man ja nicht so einfach reden. Damit ein Tier trotzdem etwas lernt, bekommt es oft etwas Leckeres zum Fressen oder eine Extra-Streicheleinheit, wenn es etwas richtig gemacht hat. Mit der Aussicht auf eine Belohnung lernen Mensch und Tier direkt viel lieber.

Professor Linneweber hat auch einen kleinen Hund. Der heißt Barni und stellt ganz schnell seine Ohren auf, wenn sein Herrchen „Katze!“ ruft. Wenn er das Knistern einer Plastiktüte hört, rennt er direkt zur Haustür, denn er hat gelernt: Die Tüten braucht mein Herrchen beim Spazierengehen mit mir, um mein Geschäft aus dem Park aufzuheben. Wenn er also mit der Tüte raschelt, heißt das, dass wir jetzt spazieren gehen. Das hat Barni schnell gelernt. Auch Delfine zum Beispiel sind sehr schlaue Tiere, die tolle Dinge erlernen können.

Vor allem will euch Professor Linneweber am 10. Januar aber eines beweisen: Lernen ist nicht doof, lernen kann sehr viel Spaß machen, und wir alle – auch eure Eltern, Großeltern und Lehrer – sind immer und überall am lernen, auch wenn wir das oft vielleicht gar nicht richtig mitkriegen. Und das Gefühl, wieder etwas Neues dazugelernt zu haben, finden wir doch alle richtig toll, oder?

Quelle:
Saarbrücker Zeitung