Was ist Debattieren?

 

Die Debatte gilt als Königsdisziplin der rhetorischen Übungsformen und als eine Form des kultivierten Streitgesprächs. Die argumentative Auseinandersetzung von Pro und Contra in einem strittigen Sachverhalt wurde bereits im antiken Griechenland kultiviert. Außerdem hat sich die Darstellung konträrer Positionen in Rede und Gegenrede in der Politik etabliert und bis heute bewährt. Zu Beginn des 19. Jahrhundert entstanden, zuerst in England und kurz danach ebenfalls an amerikanischen Universitäten, Debattierclubs. Diese orientierten sich an der im britischen Parlament gebräuchlichen Redekultur.

 

In Debattierturnieren messen sich universitäre Debattierclubs, in einer Form des sportlichen Redewettkampfes. Hierbei werden konträre Positionen argumentativ dargelegt, Gründe für das Pro und Contra der strittigen Entscheidungsfrage vorgebracht.  Essentiell ist ein respektvoller und konstruktiver Umgang mit der Gegenfraktion. Diese Fairness wird durch die strukturierenden Gesprächsregeln und das Wachen des Gesprächsleiters/ Präsidenten über deren Einhaltung gewährleistet.

 

Das Thema der Debatte ist eine praktische Entscheidungsfrage, eine Frage nach dem Tun oder Unterlassen, die eindeutig formuliert werden soll. Die Frage muss sich beiden Fraktionen gleichermaßen stellen und eine eindeutige Stellungnahme fordern. Während die Vertreter der Pro-Seite mit ihrer Rede die Bejahung der Frage betreiben, unterstützt die Opposition deren Verneinung. Ob eine Vorbereitungszeit gewährt wird, hängt von dem praktizierten Debattierformat ab.

 

Das Debattieren als rhetorische Übungsform ist eine Möglichkeit, diverse kommunikative Kompetenzen zu erlangen und praktisch zu erproben!