Plenarveranstaltungen

29.9. Sprachwissenschaftliche Plenarveranstaltung: Prof. Dr. Jutta Langenbacher-Liebgott (Paderborn)

"La langue de la République est le français": Die französische Sprache zwischen den Herausforderungen politisch-kultureller Verflechtungen, zwischen Abgrenzung und Grenzüberschreitung

Abgrenzung und Grenzziehungen im Innern wie nach Außen haben die Geschichte der französischen Sprache seit jeher charakterisiert, und sie spiegeln sich ebenso in der Tradition der sprachpolitisch-normativen Diskurse wider; doch daneben fehlt es auch nicht an Grenzüberschreitungen in den unterschiedlichsten Kontexten, die ihrerseits die Sprachreflexionsprozesse und damit die Diskussion über Sprache stetig befördert haben und befördern. Ziel des Vortrags soll sein, die vielfältigen Facetten dieser Thematik, speziell mit Blick auf die Gegenwart, die in besonderer Weise die Herausforderungen politisch-kultureller Verflechtungen Frankreichs und der französischen Sprache deutlich werden lässt, anhand ausgewählter Beispiele zu erörtern.

 

29.9. Literaturwissenschaftliche Plenarveranstaltung: Jean-Philippe Toussaint (Lesung und Gespräch im Rathausfestsaal Saarbrücken)

Im Rahmen einer Lesung mit anschließendem Gespräch wird Jean-Philippe Toussaint auf dem Frankoromanistentag zu Gast sein. Seit der Veröffentlichung seines Romans La Salle de bain (1986) zählt er zu den bekanntesten französischsprachigen Schriftstellern. Als frankophoner Belgier, der nach seinem Studium in Frankreich heute abwechselnd in Brüssel und auf Korsika lebt, hat er die Identität eines Grenzgängers. Grenzen und Entgrenzungen sind ein zentrales Thema seines Werks: 2015 ist Football erschienen, Hommage eines fußballbegeisterten Autors an den emblematischen Sport unserer Zeit und Dokument der liaison frontalière zwischen Fußball und literarischer Ästhetik. In seinem 2014 abgeschlossenen Cycle de Marie lotet er Grenzbeziehungen und Beziehungsgrenzen im Gefühlsgeflecht der Romanprotagonisten aus. In der Arbeit an seiner Homepage und an multimedialen Performances überschreitet er die Grenzen des Mediums Text in Richtung verschiedener zeitgenössischer Ästhetikformen.

Die Lesung findet statt in Zusammenarbeit mit dem Saarbrücker Institut français.

 

30.9. Kulturwissenschaftliche Plenarveranstaltung: Prof. Dr. Ulrich Pfeil (Metz) / Prof. Dr. Corine Defrance (Paris)

Penser et vivre la frontière dans les relations franco-allemandes

Grenzen bestimmten die deutsch-französischen Beziehungen in der Neuzeit und provozierten in regelmäßiger Abfolge Konflikte zwischen den beiden Nachbarvölkern. In deren Mittelpunkt stand naturgemäß der Rhein, der über die Jahrhunderte eine emotionale und nationale Aufladung erhielt, die es im Rahmen der deutsch-französischen Annäherung nach 1945 zu befrieden galt. Ähnlich wie das Bild von der "Erbfeindschaft" musste auch die deutsch-französische Grenze politisch, militärisch, kulturell und mental demobilisiert werden, um neue Brücken über den Rhein zu schlagen und diesen "Nil des Okzident" von einer Grenzlinie zu einem Beziehungsraum zu verwandeln. In diesem Vortrag soll gezeigt werden, wie es Deutschen und Franzosen nach dem Zweiten Weltkrieg gelang, über eine kontinuierliche Steigerung der grenzüberschreitenden Kontakte und Dialoge das Misstrauen zu überwinden, so dass beide Länder heute oftmals als Modell für eine geglückte Versöhnungsgeschichte präsentiert werden.

Corine Defrance ist Professorin für Zeitgeschichte am Centre national de la recherche scientifique (SIRICE, Paris). Sie forscht vorrangig zu den deutsch-französischen Beziehungen, zu Bildung und Wissenschaft in Deutschland und Frankreich sowie zu Versöhnungs-prozessen in Europa.
Ulrich Pfeil ist Professor für Deutschlandstudien an der Université de Lorraine, Metz. Seine Forschungen konzentrieren sich auf die Geschichte Deutschlands, die deutsch-französischen Beziehungen im 19. und 20. Jahrhundert sowie auf die politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Folgen des Kalten Krieges in Europa.

Aktuelles


 

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