Jahresbericht der Universitätsleitung - 2001
 
Lehre und Studium
1.1 - Studierendenzahlen
1.2 - Prüfungen
1.3 - Studienreform
1.4 - Studienberatung
1.5 - Studierendenwerbung
1.6 - Fernstudium und Virtuelle Universität

1. Lehre und Studium

Die Universität hat sich die umfassende Modernisierung der Lehre in allen ihren Studiengängen zum Ziel gesetzt. Insbesondere die Strukturierung nach dem Bachelor-Master-System, die Modularisierung und die Anpassung an das internationale ECTS (European Credit Transfer System) werden angestrebt.

Der Studienausschuss hat die Bereitschaft der Fakultäten untersucht, sich an einer neuen Studiengangstruktur – Bachelor/Master/Doktor – zu orientieren. Und es wurden bereits die ersten Bachelor-/Master-Studiengänge auf den Weg gebracht. Was in und an Studiengängen in den vergangenen Jahren geändert wurde und wie der Verfahrensstand zur Einrichtung neuer Studiengänge ist, kann stets aktuell dem Internet entnommen werden.

Eine Arbeitsgruppe des Studienausschusses hat Empfehlungen zur Vereinheitlichung der Anwendung von ECTS erarbeitet, und der Senat hat diese den Fakultäten zur Berücksichtigung nahegelegt. Insofern ist die Universität guten Mutes, dass sie im internationalen Vergleich mithalten kann und für ausländische Studierende noch attraktiver wird.

Der Senat stimmte der Evaluierungsordnung zu, die die Etablierung regelmäßiger Bewertungsmaßnahmen zur Sicherung und Verbesserung der Qualität von Lehre und Studium zum Ziel hat. Das Verfahren ist dreiphasig:

Die ersten Evaluationsmaßnahmen laufen im Sommersemester 2002 an.

Um für die vom Universitätsgesetz vorgeschriebenen Lehrberichte einen einheitlichen Rahmen – mit vergleichbarer Datenlage – zu schaffen, wurde vom Studienausschuss eine Lehrberichtsordnung empfohlen, die dem Senat zur Beschlussfassung vorliegt.

Abgesehen von den „traditionellen“ Maßnahmen , Schüler an die Universität heranzuführen und auf die andersartige Lernsituation und den Umgang mit der akademischen Freiheit vorzubereiten, ist im WS 01/02 ein Projekt – Juniorstudium – angelaufen, mit dem besonders begabten Schülern ab dem vorletzten Schuljahr ermöglicht werden soll, sowohl an Lehrveranstaltungen der Universität teilzunehmen als auch weiterverwertbare Leistungsnachweise (zunächst einmal im Bereich der Ingenieurwissenschaften) zu erwerben, wodurch eine Verkürzung der Studiendauer von etwa einem Jahr erreicht werden könnte.

Zudem konzentriert sich der (bisherige) Tag der offenen Tür im Jahre 2002 erstmals als INFO-Tag auf die Schülerinnen und Schüler: Vorstellung der einzelnen Fächer, Führungen, Gespräche, Beratung. Weiterhin beteiligte sich die Universität im März am bundesweiten sog. „Girls-Day“. Diese Initiative will Mädchen für naturwissenschaftliche und technische Fächer interessieren.

Die Regierung des Saarlandes hat im Nov. 2001 den Gesetzentwurf für ein Saarländisches Hochschulgebührengesetz vorgelegt, das Anreize für ein knappes und zielgerichtetes Studium schaffen und dafür Studiengebühren als Steuerungsinstrument einsetzen will. Im externen Anhörungsverfahren hat die Universität hierzu kritisch Stellung genommen. Das Gesetz ist inzwischen in Kraft getreten (Abl. 2002, S. 662).

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1.1 Studierendenzahlen

Zum Wintersemester 2001/2002 hatte die Universität 17.425 Studierende 1 , darunter 2.410 Studienanfänger/innen, 8.484 Frauen (48,7%), 10.339 Saarländer/innen (61,3%) und 2.458 Ausländer/innen (14,1%).

Der Anteil der ausländischen Studierenden ist damit weiter gestiegen und liegt deutlich über dem Bundesdurchschnitt von ca. 10%. Ein erheblicher Teil dieser Studierenden (insbes. aus EU-Ländern) verbringt nur ein bis zwei Semester an der Universität des Saarlandes (sog. Programm-Studenten) und leistet einen in jeder Hinsicht erwünschten Beitrag zu verstärkter interkultureller Mobilität.

Im Studienjahr 2000/01 waren 421 Studierende beurlaubt, weil sie ihr Studium für einen Aufenthalt an einer ausländischen Universität unterbrochen haben. Dies bedeutet eine Auslandsaufenthaltsquote von fast 25%.

Bei den bewilligten Auslandsstipendien liegt die Universität unter den deutschen Hochschulen an zwölfter Stelle (Anhang Grafik 7 und Tabelle 8).

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1.2 Prüfungen

Die Zahl der Zwischen- und Vorprüfungen betrug im Berichtsjahr 1.337 (Anhang Tabelle 2), wobei auch Zweitfachprüfungen (im Rahmen eines Lehramts- bzw. Magisterstudiums) mitgezählt sind. Bezogen auf die Studienanfängerzahl drei Jahre zuvor bedeutet dies eine Erfolgsquote von 64% für den 1. Studienabschnitt.

Eine analoge Berechnung für die Abschlussprüfungen zeigt, dass die Hälfte der Studierenden ihr Studium erfolgreich mit einer Abschlussprüfung abgeschlossen hat.

Abschlussprüfungen im WS 2000/01 und SS 2001

PrüfungenAnzahl
Abschlussprüfungen insgesamt 2.073
Diplomprüfungen 653
Lehramtsprüfungen (Staatsexamina) 384
sonstige Staatsprüfungen 383
Magisterprüfungen (M.A.) 137
Promotionen 337
Frauenanteil 1.001
Studiendauer (Fachsemester im Erststudium, 1999) 12,5
Die durchschnittliche Studiendauer konnte gegenüber dem Vorjahr (13,0 Fachsemester) um ½ Semester verkürzt werden.

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1.3 Studienreform

Der Senat hat für die Bearbeitung von Studien- und Prüfungsordnungen im Zuge der Einrichtung neuer oder der Verbesserung bestehender Studiengänge einen Studienausschuss eingerichtet, dem die Studiendekane der Fakultäten angehören.

Im Berichtszeitraum hat der Studienausschuss die Einrichtung folgender von den Fakultäten entwickelter Studiengänge und Studienschwerpunkte vorbereitet und empfohlen:

Die Strukturplanung 1998 hat zu einer Straffung des Lehr- und Studienangebotes geführt. Eine Übersicht über das Studienangebot zum Wintersemester 2001/02 findet sich im Anhang (Tabelle 1).

Die Fortschreibung der Ordnungsgebung (Fakultäten/Studienausschuss) sowie die (neuen) Ordnungstexte sind auf den Internet-Seiten der Rechtsabteilung einzusehen.

Das Zentrum für Lehrerbildung (nach § 30 UG) hatte seine konstituierende Sitzung am 11. Juni 2001. Zum 1. Januar 2002 wurde die Leitung der Geschäftsstelle besetzt; am 29.01.2002 wurde das Zentrum durch die Universitätspräsidentin und den Minister für Bildung, Kultur und Wissenschaft im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung feierlich eröffnet.

Im Jahr 2001 wurde das Förderprogramm Anreizorientierung fortgeführt, das die Verbesserung der Qualität der Lehre auch im Hinblick auf die Verkürzung der Studienzeiten zum Ziel hat.

Aus der Bandbreite der geförderten etwa 150 Tutorenprojekte sollen hier nur einzelne Maßnahmen beispielhaft genannt werden:

Hierfür wurden für das Jahr 2001 Mittel im Umfang von etwa 300.000 DM zur Verfügung gestellt; die Fortsetzung des Programms im Jahre 2002 ist angelaufen.

Mit der Evaluierungsordnung stellt sich die Universität dem vom Gesetz (§ 5 UG) vorgesehenen regelmäßigen Bewertungsverfahren für Forschung und Lehre. Die ersten Fächer, die sich einem solchen internen und externen Evaluierungsprozess stellen wollen, sind die Geschichte und die Psychologie.
Zugleich wird die Befragung aller Studierenden vorbereitet, die in die Lehrberichte der Studiendekane eingehen wird (§ 78 UG).
Zur Betreuung der entsprechenden Maßnahmen wurde beim Präsidium eine Arbeitsgruppe „Evaluation“ eingerichtet.

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1.4 Studienberatung

Die Universität gewährleistet Studienberatung auf verschiedenen Ebenen:

Das Studienzentrum hat im Berichtszeitraum über 5.000 persönliche und telefonische Kontakte registriert sowie über 4.000 schriftliche Anfragen bearbeitet und ca. 1.500 Einzelberatungen durchgeführt.

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1.5 Studierendenwerbung

In Zusammenarbeit mit den Fachrichtungen der Universität und den übrigen Hochschulen im Saarland wurden im ersten Halbjahr 40 Hochschulinformationsbesuche für Schüler/innen der gymnasialen Oberstufe durchgeführt. Außerdem wurden für mehrere Schulen - auch außerhalb des Saarlandes - Besuche an der Universität organisiert und betreut.

Die in Gemeinschaftsinitiative von Professoren der Universität, Mitgliedern des Deutschen Vereins zur Förderung des mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterrichts (MNU) sowie dem Studienzentrum entwickelte SchülerUni wurde im Jahre 2001 mit drei Veranstaltungen zu den Fächern Pharmazie, Elektrotechnik und Mathematik weitergeführt. Seit dem Jahr 2000 finden zusätzlich SchülerUni-Specials auf dem Campus statt.

Das Studienzentrum gibt alljährlich das „Studienhandbuch - Studienmöglichkeiten im Saarland“ heraus, das alle saarländischen Schüler/innen der Jahrgangsstufe 12 kostenlos erhalten. Ferner wird für jedes Semester eine Broschüre zum Schnupperstudium erstellt, womit die Schüler/innen der gymnasialen Oberstufe rechtzeitig auf das Lehrangebot der saarländischen Hochschulen aufmerksam gemacht werden. Gemeinsam mit den Fachrichtungen hat das Presse- und Informationszentrum Broschüren für einzelne Studiengänge erarbeitet.

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1.6 Fernstudium und Virtuelle Universität

Das Studienzentrum organisiert und betreut das Fernstudium in Zusammenarbeit mit der FernUniversität-GH Hagen.

Im Berichtszeitraum waren dem Fernstudienzentrum ca. 1.000 Studierende der FernUniversität zugeordnet, davon nahezu 57 % Berufstätige. 1.845 Studierende und Studieninteressierte haben das Fernstudienzentrum persönlich zur Information, Beratung und Einschreibung in Anspruch genommen.

Im Wintersemester 2000/01 bzw. im Sommersemester 2001 wurden 33 bzw. 30 studienbegleitende Mentorenkurse durchgeführt sowie zahlreiche Sonderveranstaltungen. Darüber hinaus wurden drei internetgestützte Kurse in Informatik angeboten und insgesamt 32 Kurse verschiedenster Fachrichtungen zusammen mit anderen Fernstudienzentren betreut.

Für die Planung, Vorbereitung und Koordination von Entwicklungen im Bereich der multimedialen Lehre ist das Projekt „VISU - Virtuelle Saar-Universität“ (unter Leitung von Prof. Dr. R. Daugs) zuständig.

Neben dem online-Studiengang „WINFO-LINE“ des Instituts für Wirtschaftsinformatik werden zahlreiche Lehrveranstaltungen aus mehreren Fachrichtungen angeboten:

Darüber hinaus werden im Rahmen des Förderprogramms “Neue Medien in der Bildung” des Bundesministeriums für Bildung und Forschung elf Projekte zum Thema „e-Learning“ unterstützt. Bis Ende 2003 fließen hierdurch über 6 Mio.-€ zur Entwicklung internetbasierter Lehr-Lern-Szenarien u.a. in die Bereiche Wirtschaftsinformatik, Sportwissenschaft, Romanistik, Computerlinguistik, Sozialpsychologie, Informatik, Sportmedizin, Germanistik und Neuropathologie.


1Einschließlich Gasthörer/innen