Jahresbericht der Universitätsleitung - 2001
 
Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses
3.1 - Graduiertenkollegs
3.2 - Promotionen
3.3 - Habilitationen

3. Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses

3.1 Graduiertenkollegs


Graduiertenkollegs bieten Doktoranden und Doktorandinnen Gelegenheit, ihre Dissertation im Rahmen eines systematisch angelegten Studienprogramms vorzubereiten.
Die Universität verfügt über acht Graduiertenkollegs (davon ein Europäisches), die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert werden; ein weiteres Graduiertenkolleg ist beantragt.
Graduiertenkollegs im Jahre 2001 (in einer Größenordnung von jeweils 200 - 300 T€ p.a.)

Das Programm besteht aus Beiträgen der Philosophie, der kognitiven Psychologie, der Computerlinguistik und der Künstlichen Intelligenz. Sein besonderes Profil erhält es durch die Konzentration auf Grundlagenfragen, die Analyse informationsverarbeitender Prozesse, vornehmlich auf dem Abstraktionsniveau von Symbolsystemen sowie die Integration von Empirie, Modellbildung und Implementation. Die Betonung von Methoden und Techniken der Forschung und Entwicklung gehört zu den Spezifika des Kollegs.
Sprecher: Prof. Dr. Werner H. Tack (Psychologie)
Zeitraum: 01.01.92 - 31.12.01

Das Graduiertenkolleg bietet eine fachübergreifende Ausbildung in den Fächern Chemie, Physik, Werkstoffwissenschaften und Elektrotechnik. In drei materialorientierten Schwerpunkten geht es darum, sich mit der den Grundlagen der Herstellung und Charakterisierung von Hochleistungswerkstoffen und der Entwicklung von innovativen Verfahren zur Herstellung von Hochleistungswerkstoffen und Bauteilen zu beschäftigen. Sie sollen sich vor allem dadurch auszeichnen, dass sie zu einer effizienteren Energienutzung beitragen.
Sprecher: Prof. Dr. Rolf Clasen (Werkstoffwissenschaften)
Zeitraum: 01.01.96 - 31.12.04

Das Graduiertenkolleg zielt darauf ab, in empirischer und methodischer Perspektive interdisziplinäre Grundlagenforschung auf dem Gebiet der interkulturellen Kommunikation zu fördern. Untersucht werden historische und aktualitätsbezogene Phänomene: u.a. interkulturelle Transfer- und Rezeptionsprozesse, Fremdwahrnehmungsvorgänge und den Zusammenhang von praktischem Handeln und Fremdwahrnehmungsmustern (z.B. im Wirtschaftsbereich, etwa im Personalmanagement internationaler Unternehmen).
Sprecher: Prof. Dr. Hans-Jürgen Lüsebrink (Romanistik)
Zeitraum: 01.12.96 - 30.11.03

Das Graduiertenkolleg wird zusammen mit den folgenden Institutionen der Universität Heidelberg durchgeführt : Psycholog. Institut, Psychiatrische und Kinder- und Jugendpsychiatrische Klinik, Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie. Die beteiligten Forscher haben einen gemeinsam genutzten Methodenkanon zur Untersuchung der intra- und interpersonellen Emotionsregulierung entwickelt, mit der im Umfeld psychischer und psychosomatischer Erkrankungen nach den Ursachen der hohen Stabilität, aber auch der Möglichkeit der Veränderung durch Psychotherapie geforscht wird. Des Weiteren befasst sich die Gruppe mit grundlegenden Fragen der Prophylaxe durch die Identifikation von Vulnerabilitätsmarkern bei Gesunden im Vorfeld möglicher Erkrankungen.
Sprecher: Prof. Dr.Rainer Krause (Psycholog.), Prof. Dr. Siegfried Zepf (Klin.Medizin)
Zeitraum: 01.04.96 - 31.03.02

Das Graduiertenkolleg beschäftigt sich mit Regulatormolekülen zellulären und viralen Ursprungs und zellulären Signalen wie Ca2+-Ionen, die zentrale Funktionen einer Zelle steuern. Das interdisziplinäre Gebiet der zellulären Regulatoren und des Zellwachstums ist im biomolekularen Schnittfeld von Medizin und Naturwissenschaften angesiedelt und ergänzt und verstärkt damit auch die Sonderforschungsbereiche „Molekularpathologie der Proliferation“ und „Zeitliche und räumliche Interaktion zellulärer Signalmoleküle“. Für deren interdisziplinäre Zusammenarbeit bietet es den organisatorischen Rahmen und unterstreicht die Homburger Kompetenz auf dem Gebiet der biomolekularen Medizin.
Sprecher: Prof. Dr. Mathias Montenarh (Theoret. Medizin)
Zeitraum: 01.01.98 - 31.12.03

In dem europäischen Graduiertenkolleg sind zusammen mit der Universität des Saarlandes die französischen Universitäten Metz, Nancy und Strasbourg beteiligt sowie das Centre de Recherche Public Centre Universitaire in Luxemburg. Materialsynthese und insbesondere Materialcharakterisierung stehen im Vordergrund der Arbeit. Eine besondere Stärke des Verbundes der Hochschulen ist ihre Kompetenz in vielfältigen Anwendungen der Massenspektrometrie und ihrer multiplen Methoden auf Materialien aus dem Bereich der belebten und unbelebten Natur.
Sprecher: Prof. Dr. Michael Veith (Chemie)
Zeitraum: 01.10.99 - 30.09.05

Über die Leistungsfähigkeit praktisch eingesetzter Hardware- und Softwaresysteme gibt es so gut wie keine verbindlichen Aussagen hinsichtlich ihrer funktionellen Korrektheit und ihres quantitativen Verhaltens. Das Forschungsprogramm des Graduiertenkollegs zielt auf einen umfassenden, mathematisch rigorosen Begriff von Leistungsgarantien, der die Aspekte der vorhersagbaren Laufzeit, beweisbaren Korrektheit und hinreichenden Güte umfasst. Zwischen diesen drei Leitbegriffen gibt es vielfältige Spannungen und Gegensätze, die die Forschung des Graduiertenkollegs bestimmen.
Sprecher: Prof. Dr. Gerhard Weikum (Informatik)
Zeitraum: 01.05.00 - 30.04.03

Die UdS kooperiert mit der University of Edinburgh in der Sprachverarbeitung und in „sprachnahen“ KI-Themen. Konkrete Forschungsfragen aus dem Sprachverarbeitungsbe-reich werden jeweils aus komplementären methodischen Gesichtspunkten angegangen, um kognitionswissenschaftliche und informationstechnologische Aspekte, etablierte wissensba-sierte Verfahren und aktuelle statistische und korpusbasierte Techniken zu verknüpfen.
Sprecher: Prof. Dr. Manfred Pinkal (Allg. Linguistik/ Computerlinguistik)
Zeitraum: 01.04.01 – 31.03.04

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3.2 Promotionen


Abweichend von der allgemeinen Entwicklung bei Studierenden- und Absolventenzahlen ist die Tendenz bei den Promotionen relativ stabil (Anhang Tabelle 10 und Grafik 11): So waren es im Berichtszeitraum 337 Promotionen (nach einem möglicherweise einmaligen Höhepunkt von 378 im Jahre 2000 und einem Durchschnitt von 325 in den Vorjahren). Das Durchschnittsalter der Promovierten liegt bei 32,6 Jahren.
Aufgrund des Gesetzes zur Förderung des wissenschaftlichen und künstlerischen Nachwuchses (Landesgraduiertenförderungsgesetz – LGFG) vergeben Universität, Musik- und Kunsthochschule Stipendienmittel, um wissenschaftliche Vorhaben, die einen wichtigen Beitrag zur Forschung erwarten lassen, also in erster Linie Doktorarbeiten, zu fördern.
Hierfür stehen in den letzten Jahren 510.000 DM (260.800 €) zur Verfügung. Mit diesen Mitteln konnten im Jahre 2001 universitätsseitig 16 Stipendien neu vergeben werden.
Der Frauenanteil in der LGFG-Förderung lag im Jahre 2001 (Stichtag: 1. April) bei 61% (Vorjahr 55%) und ist in den letzten Jahren beständig gestiegen. An den Promotionen waren Frauen im gleichen Zeitraum mit 38 % (wie im Vorjahr) beteiligt.


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3.3 Habilitationen


Die Zahl der Habilitationen (Anhang Tabelle 10 und Grafik 11) schwankte im vergangenen Jahrzehnt zwischen 15 und 25 jährlich. Im Schnitt der letzten drei Jahre liegt sie bei 30 (27 im Jahre 2001).
Zugleich hat sich das Durchschnittsalter der Habilitierten leicht nach „unten“ entwickelt und liegt nunmehr bei 38,7 Jahren (2000) und damit – wie schon in der Vergangenheit - günstiger als im Bundesdurchschnitt 2. Der Frauenanteil liegt mit 11,1 % - abweichend von früheren Jahren – unter dem Bundesdurchschnitt 3.
Im Berichtszeitraum erhielten die folgenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die venia legendi:


Fakultät 1:
Andreas Kleine, Allgemeine Betriebswirtschaftslehre
Bernhard Swoboda, Allgemeine Betriebswirtschaftslehre


Fakultät 2:
Clemens Bauer, Anästhesiologie
Michael Friedrich, Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Ekkehard Fritsch, Orthopädie
Klaus Giehl, Anatomie
Matthias Girndt, Innere Medizin
Ulrich Grundmann, Anästhesiologie
Barbara Käsmann-Keller, Augenheilkunde
Thomas Marth, Innere Medizin
Karl-Herbert Schäfer, Anatomie
Bernhard Schwaab, Innere Medizin
Karsten Schwerdtfeger, Neurochirurgie
Anton Sculean, Parodontologie und Zahnerhaltung
Philipp Stephan , Pharmakologie und Toxikologie


Fakultät 3:
Klaus Schöpsdau, Klassische Philologie


Fakultät 4:
Markus Egg, Allgemeine Sprachwissenschaft
Stefan Müller, Computerlinguistik
Adelheid Schumann, Französische Kulturwissenschaft u. Didaktik d. franz. Sprache


Fakultät 5:
Hans Giessen, Informationswissenschaft
Hermann Müller, Sportwissenschaft/ Bewegungswiss.-Biomechanik


Fakultät 6:
Peter Sanders, Informatik
Christoph Weidenbach, Informatik


Fakultät 7:
Mechthild Enderle, Experimentalphysik
Ullrich Memmert, Experimentalphysik


Fakultät 8:
Volker Biehl, Werkstoffwissenschaften – Metallische Werkstoffe
Michael A. Muth, Informatik in der Produktionstechnik
Martin B. Spies , Zerstörungsfreie Prüfverfahren



2 39,8 Jahre (nach Grund- und Strukturdaten 200/2001, hg. v. BMBF 2001, S.243)
3 17,6 % (ebenda, S.242)
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