Allgemeines
Im Rahmen der Erweiterungsbauten für die Saarländische Universitäts-
und Landesbibliothek (SULB) wurde das Tiefmagazin mit einer Gesamtfläche
von 4.500 Quadratmetern fertig gestellt und mit einer manuell zu betätigenden
Kompaktregalanlage ausgestattet. Im Herbst 2001 begann der Umzug der ca. 1,7
Mio. Bände vom Bücherturm und dem Auslagerungsmagazin in den Magazinneubau.
Mit der positiven Bewertung des HBFG-Antrags zur Einführung der Software „LIBERO“ innerhalb des Bibliothekssystems der Universität des Saarlandes durch die DFG am 11.07.2001 standen die erforderlichen finanziellen Mittel zur Verfügung. Zum Jahreswechsel 2001/2002 konnte die erste Datenübernahme durch LIB-IT abgeschlossen werden. Parallel dazu wurde mit der Anschaffung der Hardware begonnen.
Bei der Ausbildung des bibliothekarischen Nachwuchses kooperiert die Universität
des Saarlandes in allen drei Laufbahnen mit der Bayerischen Bibliotheksschule
in München.
Im Berichtszeitraum wurden folgende Ausstellungen durchgeführt:
Exlibris: Zeugnisse der Buchkultur
Bibliophile französische Notendrucke und Musikbücher aus vier Jahrhunderten
Robert Musil – Leben, Werk und Wirkung
Impressionen zur Geschichte und Gegenwart des EuropaInstituts der Universität
des Saarlandes
Buchausstellung von Lehrwerken und didaktischen Materialien für den Unterricht
der italienischen Sprache und Kultur (im Rahmen der Tagung „Quale italiano
per l‘insegnamento all’estero?“ in Zusammenarbeit mit dem
Romanistischen Institut der UdS und dem italienischen Kulturinstitut Frankfurt
a. M.)
Von der Versuchung zur Sucht – Legale und illegale Drogen
Hans Arnfried Astel – Was ich dir sagen will, kann ich dir zeigen
Benutzung und Information
Die SULB hat das Angebot an elektronischen Zeitschriften auf über 1.850
Zeitschriften erweitert, die über (Konsortial-)Verträge für
Universitätsmitglieder freigeschaltet sind. Ein Portal für den
Zugriff auf elektronische Zeitschriften über den Zeitschriftentitel ist
die Elektronische Zeitschriftenbibliothek (EZB) in Regensburg. Die Nutzung
dieses Portals verdeutlicht die stetig steigende Bedeutung elektronischer
Ressourcen. Unter den meist genutzten 20 Zeitschriften befinden sich acht,
die nicht auf herkömmlichem Weg abonniert sind.
Mittlerweile werden 180 CD-ROMs auf dem CD-ROM-Server der SULB angeboten. Im Berichtsjahr wurden über 19.500 Recherchesitzungen durchgeführt, die insgesamt mehr als 2.760 Stunden dauerten. Zu den Spitzenreitern zählen Datenbanken aus den Bereichen Wirtschaftswissenschaft, Psychologie sowie Sprach und Literaturwissenschaften.
Einem bundesweiten Trend folgend ist auch in der SULB das konventionelle
Fernleihaufkommen rückläufig, während die Direktlieferung von
Dokumenten stark ansteigt. Am Standort Saarbrücken war der Rückgang
der Fernleihe aber auch durch die Baumaßnahmen begründet, weil
die Partnerbibliotheken während der Umzugsphase explizit um eine zurückhaltende
Inanspruchnahme der Bibliothek gebeten wurden.
Seit November 2001 präsentiert sich die SULB mit völlig neu strukturierten
und layoutierten Seiten im Internet. Neu hinzu kam das Intranet als bibliotheksinternes
Informationssystem. Voll etabliert hat sich im Berichtsjahr das Saarbrücker
Online Volltext Archiv (SOVA). Damit werden für Forschung und Lehre relevante
Volltext-Dokumente einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Auf diese Weise leistet die SULB einen wichtigen Beitrag zur Corporate Identity
der Universität des Saarlandes.
Die SULB ist mit ihrem Sondersammelgebiet Psychologie dem BMBF-Projekt zur Gründung eines Informationsverbundes Bildung, Sozialwissenschaften, Psychologie beigetreten. Zudem verstärkte sie die Kooperation mit dem Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation (ZPID) in Trier zum Ausbau einer virtuellen Fachbibliothek Psychologie, insbesondere zur Erweiterung der Archivierungskomponente.
Finanzlage und Bestandsaufbau
Die SULB wurde auch im Berichtsjahr 2001 von der Landesregierung finanziell
mit einer Million DM zusätzlich unterstützt. Ein Großteil
dieser Summe floss in die Schaffung campusweit nutzbarer Zugänge zu
Online-Datenbanken und elektronischen Zeitschriften. Für die eigentliche,
dringend notwendige Literaturbeschaffung konnte nur ein geringer Betrag verwendet
werden. Erschwerend kam hinzu, dass die extremen Kostensteigerungen im Bereich
der Zeitschriftenabonnements nahezu den gesamten „Grundetat“ der
Bibliothek aufbrauchten, so dass die Beschaffung von Monographien trotz der
zusätzlichen Mittel sogar noch eingeschränkt werden musste, worunter
insbesondere die Geistes-, aber auch Sozialwissenschaften zu leiden hatten.
Die eklatanten Finanzprobleme der Bibliothek werden zu drastischen Abbestellmaßnahmen führen müssen.
Das Literaturarchiv Saar-Lor-Lux-Elsass hat im Berichtsjahr folgende Vor- und Nachlässe oder Ergänzungen zu bereits vorhandenen Beständen aufgenommen: Gerhard Stebner, Albert Korn, Gustav Regler, Alfred Gulden, Oskar Wöhrle.
Das Kooperationsprojekt mit der Informationswissenschaft (Prof. Zimmermann)
„ELSA“ zur digitalen Bereitstellung von Autographen wurde 2001
in einem Workshop „Alfred Gulden mit allen Mitteln“ vorgestellt.
Die kommentierte Bibliographie über Maria Croon konnte 2001 ins Netz
gestellt werden. Im editorischen Bereich konnte der Schiller-Roman von Norbert
Jacques, „Leidenschaft“ durch einen Neudruck im Gollenstein Verlag
dem Leserpublikum nach langer Zeit wieder zugänglich gemacht werden.
Erwerbungen 2000 2001 Bände 28.459 30.073 davon Saarbrücken 25.786 28.286 Lfd. Zeitschriftenabonnements (nur Kauf) 4.230 4.164 davon Saarbrücken 3.777 3.717 Ausgaben in DM 4.175.512 4.640.598 davon Saarbrücken 3.452.242 3.882.095 davon DFG-Mittel 504.595 573.049
Bestand 2000 2001 Bände einschließlich Mikroformen 1.880.212 1.910.285 davon Saarbrücken 1.481.214 1.652.588
Fernleihe 2000 2001 passiv 4 27.786 24.641 davon Saarbrücken 20.754 18953 aktiv 5 48.696 37.878 davon Saarbrücken 34.634 29.339 Direktlieferdienste 6 19.856 19.495 davon Saarbrücken 13.016 12.408
Ortsleihe 2000 2001 Saarbrücken 246.023 232.154 Homburg 61.118 70.228 Lehrbuchsammlung (Saarbrücken) 54.395 51.141
Das Sprachenzentrum kann für den Berichtszeitraum einen Zuwachs an Einschreibungen
vermelden. Während im
WS 2000/01 1367 Einschreibungen zu verzeichnen waren, wurde im Wintersemester
– nach einem leichten Rückgang im
Sommer – erstmals die Zahl von 1500 Kurseinschreibungen überschritten
(+9,5%).
Die am meisten nachgefragte Sprache blieb das Englische; das Spanische konnte
seinen guten zweiten Platz behaupten, gefolgt von Französisch und Italienisch.
Die weiteren 400-500 Einschreibungen verteilen sich auf die übrigen der
rund 20 angebotenen Sprachen, wobei der leichte Zuwachs sich u.a. aus dem
neuen Angebot von Neugriechisch erklärt, das von den Studierenden gut
angenommen wird.
| Kursanmeldungen WS 00/01 |
Kursanmeldungen SS 01 |
Kursanmeldungen WS 01/02 |
|
| Englisch | 341 | 361 | 436 |
| Spanisch | 330 | 320 | 298 |
| Französisch | 80 | 102 | 139 |
| Italienisch | 138 | 106 | 133 |
| Sonst. Sprachen | 478 | 420 | 500 | Gesamt | 1367 | 1309 | 1506 |
Auch die Entwicklung der Gesamtlernerzahl des Sprachenzentrums ist erfreulich. Insgesamt ließen sich im Jahr 2001 1939 Studierende als Nutzer registrieren. Um den dadurch erhöhten Anforderungen gerecht zu werden, wurde die im Jahr 2000 eingeführte Online-Kurseinschreibung des Sprachenzentrums verbessert und das Informationsangebot ausgeweitet. Dennoch konnten nicht alle Lerner einen Platz in einem der von ihnen gewünschten Sprachkurse finden. Obwohl das Sprachenzentrum einen Teil seines Angebots bereits in Zusammenarbeit mit verschiedenen Fachrichtungen der Philosophischen Fakultät II (Romanistik, Slavistik, Angewandte Sprachwissenschaft, Allgemeine Linguistik) realisiert, wären zusätzliche Ressourcen erforderlich, um den Bedarf an semesterbegleitenden Sprachkursen zu decken. Neben den Semesterveranstaltungen wurden auch die Intensivkurse in den Semesterferien wieder im gewohnten Umfang durchgeführt: Sowohl im März als auch im September 2001 wurden vierwöchige Kurse in den Sprachen Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch und Japanisch angeboten.
Auch außerhalb des Unterrichtsangebots engagiert sich das Sprachenzentrum für die Weiterentwicklung der studienbegleitenden Fremdsprachenausbildung. So blieb das Institut auch nach der Durchführung des Jahreskongresses des Arbeitskreises der Sprachenzentren (AKS) im März 2000 in diesem Verband aktiv und gibt seit dem Winter 2000/2001 den in Saarbrücken konzipierten neuen Newsletter „Sprachen“ des AKS heraus.
Daneben erhielt die Lehre am Institut durch Projekte, die im Rahmen des Förderprogramms „Anreizorientierung“ durchgeführt werden konnten, wichtige Impulse. So wurden u.a. Tutorien zum Sprachenlernen via Internet und zum autonomen Lernen angeboten.
Schließlich wurde im Jahre 2001 ein Großprojekt begonnen, das
die Arbeit des Instituts in diesem und den folgenden zwei Jahren stark prägte
bzw. prägen wird. In Zusammenarbeit mit der Fachrichtung Romanistik und
dem Fernstudienzentrum wurden Ende 2000 im Rahmen des BMBF-Förderprogramms
„Neue Medien in der Hochschullehre“ Mittel für das Projekt
„Entwicklung multimedialer korpusbasierter Lehrmodule für Sprachausbildung
und Interkulturelle Kommunikation“ positiv beschieden, Projektbeginn
war April 2001.
Das Rechenzentrum hat sich Anfang des Jahres 2001 intern neu strukturiert, mit dem Ziel, sowohl dem steten Wandel im IT-Bereich als auch dem Aspekt des „kundenorientierten Service“ besser gerecht zu werden. Es gliedert sich nunmehr in die Abteilungen „Geschäftsführung“, „Service“, „IT-Infrastruktur“ und „Audiovisuelle Medien“. Insbesondere hat es durch die Neuschaffung der letztgenannten Abteilung sein Aufgabenspektrum um die Basistechnologien und Infrastrukturen für den Einsatz Neuer Medien erweitert. Die Abteilung bietet Beratung und Unterstützung bei Videokonferenzen über das Internet, gibt technische Hilfestellung bei der Erstellung multimedialer Inhalte und deren Übertragung ins Internet.
Über den gesamten, stetig zunehmenden Umfang von Dienstleistungen berichtet ausführlich die vom Rechenzentrum in regelmäßigen Abständen herausgebrachte OnlineBroschüre „RZ-Info“. An dieser Stelle sollen nur die Aktivitäten im Bereich der Kommunikationsinfrastruktur herausgestellt werden.
Der Ausbau des universitätsweiten Rechnernetzes HORUS wurde im Berichtszeitraum weitestgehend abgeschlossen. Insgesamt wurden hierzu in einem Zeitraum von 6 Jahren 7,5 Mio.-€ aus Bundes- und Landesmitteln investiert. Eine von vielen Einrichtungen geforderte (Voll-)Versorgung ist damit allerdings noch nicht erreicht. Der Backbone wurde zu einem 1 Gbit/s schnellen Glasfasernetz ausgebaut. Mit HORUS und seiner ständigen Erweiterung sowie dem konsequenten Einsatz neuester Netztechnologien verfügt die Universität des Saarlandes mittlerweile über eine der leistungsfähigsten Kommunikationsinfrastrukturen innerhalb der deutschen Universitätslandschaft.
Das Netz wurde im Berichtszeitraum um eine vom BMBF geförderte Funkkomponente erweitert. Hier wurden vornehmlich die traditionellen Kommunikationsbereiche der Studierenden wie Foyers, Bibliotheken und Cafeterias auf dem Unigelände mittels Funktechnik vernetzt. Um möglichst vielen Studierenden die Nutzung eines funkgestützten Internet-Zugangs im Rahmen ihres Studiums zu ermöglichen, erfolgte mit Fördermitteln des Ministeriums für Wirtschaft im Rahmen der Landesinitiative Telekommunikation Saar der Aufbau eines Leihpools von 200 Funknetzadaptern. Die Adapterkarten werden vom Rechenzent-rum zeitlich befristet (tage-/wochen- bzw. semesterweise) an Studierende ausgeliehen, soweit sie an bestimmten Seminaren, Crash-Kursen oder sonstigen ausgewählten Veranstaltungen teilnehmen, für die die Nutzung des Internets sinnvoll ist. Ebenfalls in diesem Kontext steht die in 2001 initiierte Sonderaktion “Notebooks“. Das Rechenzentrum konnte durch eine enge Kooperation mit Händlern und Herstellern Sonderpreise aushandeln, so dass einer großen Anzahl Studierender der Kauf der tragbaren Computer zu günstigen Konditionen ermöglicht wurde.
Der Trend zu sogenannten Multi-Service-Netzwerken und die sich abzeichnende
Konvergenz von Daten und Sprache innerhalb der Netze veranlasste das Rechenzentrum,
Anfang 2001 einen Feldversuch zur Erprobung von IP-Telefonie (VoIP: Sprachübermittlung
via Internet-Protokoll) gemeinsam mit Cisco und der Deutschen Telekom zu
starten. Beide Partner förderten diesen Versuch mit ca. 50.000 €.
Ziel des Projektes war die Erprobung der Telefonie über Internet im täglichen
Arbeitsumfeld. Über den Campus verteilt wurden mehr als 30 IP-Telefone
aufgestellt. Diese wurden über ein Gateway mit der TK-Anlage der Universität
verbunden. Auf diese Weise kann in Zukunft eine komplette Vereinigung der
bestehenden Telefonie mit der IP-Telefonie erreicht werden. Ebenso wird die
Integration von Voice Mail, Bildtelefonie per PC etc. untersucht. Der gelungene
Versuch wird im Jahre 2002 im Rahmen eines betrieblichen Einsatzes fortgeführt.
Die Zentrale Verwaltung wird wie jedes Jahr einen eigenen Bericht vorlegen, der die vielfältigen Aufgaben detailliert beschreibt. An dieser Stelle sollen daher nur Veränderungen und besondere Punkte hervorgehoben werden.
Das Studentenwerk im Saarland e.V. ist zuständig für die soziale Betreuung der Studierenden. Zu seinen Aufgaben gehören die Verpflegung (Mensen und Cafeterien), die Bereitstellung von Unterkünften in Wohnheimen, die Betreuung von Kindern (Kindertagesstätte) und die Studienfinanzierung (Ausbildungsförderung, Sozialfonds).
Das Amt für Ausbildungsförderung registrierte im Berichtsjahr 3.154 Inlandsanträge nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG). Dies sind 523 Anträge (19,8 %) mehr als im Jahr zuvor. Die Auszahlungen an Studierende beliefen sich auf 15,9 Mio.-DM.
Seit 1997 betreut das Studentenwerk auch die Förderung von Studienaufenthalten im Ausland, und zwar in Spanien, Portugal und Malta: 1.395 (Vorjahr: 1.058) Anträge mit einer Auszahlungssumme von 5,1 Mio.-DM im Jahre 2001.
In den Mensen in Saarbrücken und Homburg wurden im Jahre 2001 insgesamt 738.277 Essen ausgegeben; das sind im Tagesdurchschnitt etwa 2.977 Essen. Die Preise für die Stammessen liegen unverändert zwischen 1,02 € und 1,79 €.
Das Studentenwerk verfügt über 1.341 Wohnheimplätze, davon
900 in Saarbrücken und 441 in Homburg.