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59.

Rainer und Girandus [= Gerhard?] an Verwandten M. in Parmesaner Gefangenschaft:
haben Bischof Bernhard von Parma um Intervention gebeten; wenn das nichts nutzt, werden 12 verschworene Parmesaner bereit stehen, M. aus dem Gefängnis "herauszuholen"; für die Zwischenzeit werden sie zwei Geiseln stellen, damit er keine Ketten tragen muss.
(vor 4. Dez. 1133)
Ü: V fol. 53v.
D: -
R: Wattenbach S. 45-50 (zu 1132).

Responsio

Rainerius et Girandus et ceteri propinqui M.1) dilecto consanguineo salutem et liberationem, quam optat.

Postquam te captum audivimus, inestimabili dolore percussi die noctuque numquam quievimus, per nos et amicos nostros ac dominos sine cessatione laboravimus, ut te liberare possemus; quod quia nondum potuimus, in eadem tristitia permanemus. Sed noli, karissime, ullo modo de nobis diffidere, quia, donec te non liberabimus, numquam leti erimus nec a tuo auxilio deficiemus.

Dominum Barnardum2), Parmensem episcopum religiosum, satis superque pro te rogavimus, quin etiam alios viros religiosos, et quoscumque ad tui liberationem poterimus; et maximam partem pro te dabimus. Si autem hoc modo nequimus, XII te adiuncto nos Parmenses de hoc carcere adiuturos, sicut ipsi petunt, iurabunt.

Constanter igitur esto, ne titubes, quia in proximo liberaberis. Duos etiam de nobis pro te obsides dabimus et te de bogis et catenis, ne deficias interim, extrahere satagemus.

Antwort

Rainer und Girandus und die übrigen Verwandten (wünschen) M., ihrem geliebten Blutsverwandten, alles Gute, und dass er bald freikommt, wie er sich's wünscht.

Nachdem wir gehört hatten, dass du gefangen genommen worden warst, hat uns unsäglicher Schmerz erfasst, und wir haben Tag und Nacht nicht geruht; wir haben uns ohne Unterlass sowohl in eigener Person als auch durch unsere Freunde, nicht zuletzt auch über unsere Herrschaft [domini] bemüht, um dich befreien zu können; dass wir das bislang nicht geschafft haben, erfüllt uns mit der gleichen Trauer. Aber, liebster (Freund), verzweifle dennoch in keiner Weise an uns, da wir, bis wir dich nicht wirklich befreit haben, nicht wieder froh werden und nicht ablassen, dir Hilfe zu leisten.

Herrn Bernhard, den gottesfürchtigen Bischof von Parma, haben wir zur Genüge gebeten, (sich) für dich (einzusetzen), und auch andere gottesfürchtige Männer, und wen sonst wir für deine Befreiung gewinnen konnten; und wir werden einen erheblichen Teil (unseres Geldes) für dich zahlen. Wenn wir das aber nicht auf diese Weise schaffen, werden zwölf Parmesaner aus freien Stücken [wörtlich: wie sie es selbst erstreben] schwören, dass sie uns helfen werden, mit dir zusammen aus diesem Kerker (herauszukommen).

Halte also durch und zweifle nicht, dass du binnen kurzem frei sein wirst. Wir werden auch von uns zwei Geiseln stellen und uns (so darum) bemühen, dich von Fesseln und Ketten freizubekommen, damit du nicht in der Zwischenzeit zugrunde gehst.

  1. Vgl. Brief 58 Anm. 2.
  2. Bischof Bernhard von Parma 1106 - 33 (+ 4. Dez.).

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