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64.

Kardinalpriester I(ohannes) von S. Grisogono an Bischof A(delin) von Reggio/Em.:
berichtet über die "diplomatische" Reaktion des Papstes, der dem Erzbischof gegenüber sein Verständnis ausgedrückt, sich ihm (dem Kardinal) gegenüber jedoch wesentlich zurückhaltender geäußert hat; verspricht seine wohlwollende Unterstützung und lässt zugleich erkennen, dass er ein Pferd samt Sattel1) "gut brauchen" kann.
(zwischen Pavia und Piacenza?: vermutlich Mai/Juni 1132)
Ü: V fol. 55v-56r.
D: Wattenbach S. 82; Tarlazzi ("ex schedis Amadesii" - nach Hs. V) I, S. 48, Nr. XXII(').
R: Wattenbach S. 45-50 (zu 1132).

Responsio

A. Dei gratia venerabili Regino episcopo I. cardinalis presbyter de titulo sancti Crysogoni salutem et orationem in Domino.

Antequam lit[t]ere vestre mihi delate fuissent, causam vestram et pleniter audiveram et mihi et plerisque de fratribus meis, quod dominus archiepiscopus de vobis fecit, displicuerat. Quidam vero faciem eius respicientes ei favebant et se nobis opponebant. Dominus vero apostolicus more suo pro reverentia persone archiepiscopalis pro tempore benigne respondit, sed ut ipse in aurem postea mihi dixit, quod dominus archiepiscopus de vobis fecerat, non satis ei placebat.

Eapropter non turbetur cor vestrum neque formidet, sed constanter permaneat, quia dominus papa viam veritatis et iustitie non derelinqueret et ego pro vobis murus inexpugnabilis ero et vestre cause fautores, quoscumque de fratribus potero, adquiram. Palafrenum cum sella et freno convenienti mihi, queso, si placet, adquirite.

Antwort

A(delin), durch Gottes Gnade ehrwürdigem Bischof von Reggio, (sendet) J(ohann), Kardinalpriester der Titel(kirche) des hl. Chrysogonus [= San Grisogono], Gruß und Gebet im Herrn.

Bevor mich euer Brief errreichte, hatte ich von eurem Fall sehr wohl gehört, und mir und den meisten meiner (Amts-)Brüder hatte wenig gefallen, was der Herr Erzbischof [von Ravenna] euch (an)getan hat. Allerdings gab es durchaus einige, die ihm schön taten und wohlgesonnen waren und uns auch widersprochen haben. Der Herr Papst aber hat - wie es so seine Art ist - aus Reverenz vor der Person des Erzbischofs zunächst mal wohlwollend reagiert, aber, wie er mir später ins Ohr geflüstert hat, hat (auch) ihm nicht wirklich gefallen, was der Herr Erzbischof mit euch gemacht hatte.

Deswegen soll euer Herz nicht irritiert und ängstlich sein, sondern fest darauf vertrauen, dass der Herr Papst den Weg der Wahrheit und der Gerechtigkeit nicht verlässt, und ich werde für euch [d.h. zu euren Gunsten] eine unüberwindliche (Schutz-)Mauer sein und will alle möglichen Brüder als Fürsprecher eurer Sache zu gewinnen suchen. (Dafür) bitte ich euch, wenn's recht ist, mir ein Pferd mit Sattel und passendem Zaumzeug zu besorgen.

  1. Zu den Pferden als "Prestige"objekt päpstlicher Legaten vgl. Riedmann/Rachewiltz (1995) S. 266 (dort auch weitere Literatur).

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