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66.

(Kanzler) Haimerich an Bischof G(otofredus?) von Luni(?):
empfiehlt ihm, zum 13. Juni auf der Synode zu Piacenza zu erscheinen und dort seinen "Fall" vorzutragen.
(vor 13. Juni 1132)
Ü: V fol. 56v.
D: Wattenbach S. 82f.
R: Wattenbach S. 45-50 (zu 1132); JL 7571+ (zum [13. Juni] 1132).

Responsio

Aimericus1) Divina gratia cancellarius G.2) Lunensi episcopo salutem et omne bonum.

Causam tuam multum diu ac sepe ante dominum papam tractatam et ventilatam esse cognovimus et finitiva prolata sententia tractandam esse non credimus, presertim cum dominus papa sancte recordationis Honorius3) eam cum multis religiosissimis viris diffiniverat et ab apostolici sententia nulla possit fieri provocatio nec sit antecessoris iudicium a successore cassandum seu retractandum.

Ceterum si te novas existimas habere rationes et si te delicti tui mordet conscientia aut si accusatoribus tuis te resistere racionabiliter confidis posse, sinodo Placentie4) Idibus Iunii celebrande securus interesse festina. Nos enim quantum iustitia dictaverit ratiove sustentaverit, causam tuam tutabimur, pro te quoque apud dominum [papam] interveniemus, ut, quantum poterit, rigorem iustitie mitiget, sententiam temperet.

Alioquin noli te fatigare, noli id, quod habes, incassum expendere, sed quietus in pace mane et inter claustrum monasterii tui Deo servire stude.
Antwort

Haimerich, durch göttliche Gnade Kanzler, grüßt G(otofred?), Bischof von Luni, und (wünscht ihm) alles Gute.

Wir wissen, dass dein Fall sehr lang und oft vor dem Herrn Papst verhandelt und erörtert worden ist, und wir glauben nicht, dass er neu aufgerollt wird, nachdem ein endgültiger Urteilsspruch ergangen ist, zumal da bereits der verstorbene Herr Papst Honorius [II.] die Sache mit vielen gottesfürchtigen Männern rechtlich beschieden hatte und gegen einen päpstlichen Urteilsspruch keine Appellation möglich ist und das Urteil des Vorgängers vom Nachfolger nicht kassiert oder zurückgenommen werden kann.

Allerdings, wenn du glaubst, neue Argumente zu haben und wenn dich das Gewissen wegen deines Vergehens plagt oder wenn du zuversichtlich bist, deinen Anklägern mit guten Gründen entgegentreten zu können, dann beeile dich, zum 13. Juni zur Synode nach Piacenza zu kommen und furchtlos an ihr teilzunehmen. Denn wir werden deinen Fall unterstützen [wörtlich: schützen], soweit dies die Gerechtigkeit fordert und die Vernunft zulässt; wir werden auch in deinem Sinne beim Herrn [Papst] intervenieren, damit er, soweit er kann, die Härte der Rechtsprechung mildert und den Urteilsspruch (nach-)bessert.

Im übrigen quäle dich nicht (zu sehr) und gib nicht, was du hast, unnütz aus, sondern verhalte dich ruhig und bemühe ich, hinter den Klostermauern Gott zu dienen.

  1. Päpstlicher Kanzler Haimerich: s.o. Brief 65 Anm. 2.
  2. Bischof G. von Luni (?): s.o. Brief 65 Anm. 3.
  3. Papst Honorius II.: 21. Febr. 1124 - 13. Febr. 1130.
  4. Zur päpstlichen Synode (Konzil) von Piacenza vgl. Brief 65 Anm. 1.

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