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68.

Abt Heinrich von S. Benedetto (di Polirone) an Abt A(tinulf) von S. Prospero (in Reggio/Em.):
bemüht sich um Schlichtung eines Streites um den Besitz der Kirche S. Celestino.
(S. Benedetto/Po?, ca. Juni 1132?)
Ü: V fol. 57r-v.
D: -
R: Wattenbach S. 45-50 (zu 1132).

[Epistola] abbatis ad abbatem

A.1) venerabili fratri abbati [sancti] cenobii sancti Prosperi Henricus2) non suis meritis, sed Divina misericordia vocatus abbas congregationis sancti Benedicti Marie officia post Marthe.3)

Quoniam, venerande et in Christo frater amande, religione et sapientia te fulgere cognovimus, quorum alterum ostendit, quod facere debeas, alterum [, quod] sequi Christiana lege et maxime monastica professione concedenter oporteat, idcirco fraternitatem tuam paucis alloqui sanum putavimus et, quod animum tuum intendere perpendimus, invitare destinavimus. Dilectionem etenim tuam fragilem mundum deliquisse et Christo adhesisse cognovimus, ut nudus nudam Christi crucem sequens arcem celestis patrie valeas apprehendere.

Quapropter religioni tue consulimus et consulendo mandamus - vel: rogamus -, ut litem et controversiam, que propter ecclesiam sancti Celestini4) inter nostrum et vestrum monasterium iam diu exorta est, sedare et pacificare studeamus. "Non" enim, ut ait apostolus5) , "servum Domini litigare oportet." Nemo namque Deo militans implicat se secularibus negotiis. Hoc evangelicis, hoc apostolicis vetamur preceptis, hoc beatis patris nostri Benedicti regularum prohibemur documentis. Si placet igitur religioni tue, quam primum potes, in prefata ecclesia cum religiosis personis conveniamus et eorum arbitrio causam nostram committamus et, quidquid viri statuerunt, utrique sequamur.

Si hoc beneplacitum tibi fuerit, voluntatem tuam, queso, rescribe.

Von Abt an Abt

A., dem verehrungswürdigen Bruder Abt des Klosters von San Prospero [in Reggio/Emilia] , (wünscht) Heinrich, nicht durch eigene Verdienste, sondern durch göttliche Gnade zum Abt der Kongregation von San Benedetto [di Polirone] berufen, die frommen Dienste Marias nach [den weltlichen Diensten] Marthas.

Da wir wissen, ehrenwerter und in Christo zu liebender Bruder, dass du in Glauben und Weisheit glänzest, wovon das eine [dir] zeigt, was du tun sollst, das andere, was sich nach Christenpflicht [lex] und insbesondere dem Mönchsgelübde entsprechend zu tun gehört, deshalb haben wir es für heilsam gehalten, deine Brüderlichkeit mit wenigen (Worten) anzusprechen, und beschlossen, (dich) einzuladen, weil wir deine geistigen Fähigkeiten so hoch einschätzen. Denn wir wissen, dass du in deiner (christlichen) Liebe die Gebrechlichkeit der Welt hinter dir gelassen hast und nun Christo ganz ergeben bist, damit du als Nackter, der dem nackten Kreuz Christi folgt, die Veste der himmlischen Heimat zu verstehen magst.

Deswegen möchten wir deinem Glauben zuraten und damit zugleich auch verbindlich machen - oder: bitten -, dass wir uns bemühen, Streit und Auseinandersetzung, die um die Kirche von St. Cölestin zwischen unserem und eurem Kloster schon seit längerem schwelen, beizulegen und zu befrieden. Denn "nicht", wie der Apostel [Paulus] sagt, ziemt es sich für einen Diener des Herrn, zu streiten." Niemand nämlich, der Gott dient, lässt sich auf weltliche Geschäfte ein. Das verbieten wir auf Grund der Vorschriften der Evangelisten und Apostel, das verbieten uns die heiligen Lehren der Regel[n] unseres Vaters Benedikt. Wenn es also deiner Gläubigkeit gefällt, dann wollen wir, so schnell du kannst, in der vorgenannten Kirche mit gottesfürchtigen Personen zusammenkommen und unsere Angelegenheit deren Urteil anvertrauen und dann beide befolgen, was (diese) Männer beschließen.

Wenn du damit einverstanden bist, dann schreibe (mir) bitte deinen (Termin-)Wunsch zurück.

  1. Unter den Äbten von S. Prospero in Reggio/Em. begegnen wir zeitgenössisch den Namen Arnulf (Urkunde Innocenz' vom 25. Juni 1132 = JL 7574) und Atinulf, Attinulf, Antinolf o.ä. (Affarosi, 1733, S. 353 nennt einen Abt Atinolfo II. zu den Jahren 1110 und 1113 sowie einen Amizone zu 1142; O. Rombaldi, Il monastero di san Prospero di Reggio Emilia, 1982, 200 lässt die Amtszeit von Abt Attinolfo von Juni 1112 bis April 1140 reichen.(Diesen Hinweis verdanke ich der freundlichen Unterstützung von Brunetto Carboni, Reggio/Em.)
    In der o.a. Urkunde Innocenz' wird im übrigen ein Streit um eine Kirche S. Cesarius beigelegt, welche vom Namen her der im Brief genannten - S. Celestino - "verdächtig" nahe zu stehen scheint.
  2. Abt Heinrich von San Benedetto Po 1132-40.
  3. Vgl. Lukas 10, 42.
  4. Vgl. Anm. 1.
  5. (Paulus) 2 Tim. 2, 24.

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