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70.

Äbtissin Agnes von S. Giulia in Brescia an Bischof A(delin) von Reggio/Emilia:
hatte eine Delegation mit den Schwestern Ecclesia und Lucia sowie dem Klostervogt u.a. geschickt, um Klosterbesitz im Bistum Reggio bestätigen zu lassen; trotz des geäußerten bischöflichen Wohlwollens gab es danach jedoch immer wieder Übergriffe durch die Leute des Bischofs zu beklagen.
(1130-39)
Ü: V fol. 58r-v.
D: -
R: Wattenbach S. 46-50 (zu 1132).

[Epistola] abbatisse ad episcopum

A.1) divina favente clementia sancte Regine ecclesie dignissimo episcopo Agnes2) Dei ancilla vocata abbatissa sancte Iulie Brisciensis monasterii cum ceteris sororibus in superna civitate perpetuare.

Postquam vestre, venerabilis pater, bone conversationis famam audivimus, sorores nostras Ecclesiam et Luciam, religiosissimas sanctimoniales et caritate fulgentes, una cum advocato nostro et aliis nobilibus viris nostris fidelibus ad vos direximus. Quas honeste, ut vos decuit, suscepistis et benigne respondistis, terras nostras, quas in vestro episcopio ab imperatoribus 3) cenobio nostro possidemus conscessas, per vestros homines conservare et ab aliis tutari promisistis.

Dehinc ad partes illas venientes et bonam affectionem cordis vestri circa nos cognoscentes, parate ad servitium vestrum conspectibus vestris nos representavimus; vos more vestro bona, que sororibus nostris ac legatis confirmastis, et etiam multo meliora nobis spopondistis. Post hec homines vestri nostros infestare et lacerare non destiterunt, boves eis auferunt, operas et angarias contra ius et contra morem facere cogunt.

Unde supplici prece et humillima supplicatione paternitatis vestre benivolentiam deprecamur, ut responsio vestra erga nos rata maneat, quia votum est vobis servire et mandatis vestris fideliter obedire.

[Brief] von Äbtissin an Bischof

A(delin), durch Gottes Gnade ehrwürdigem Bischof der heiligen Kirche von Reggio [Emilia], (wünscht) Agnes, Magd Gottes, Äbtissin des Klosters S. Giulia von Brescia genannt, zusammen mit den übrigen Schwestern, dass er im Himmelreich eine dauerhafte Wohnstatt finde.

Nachdem wir vom guten Ruf eures gottesfürchtigen Wandels gehört haben, verehrter Vater, haben wir euch unsere Schwestern Ecclesia und Lucia, wahrhaft gottesfürchtige Nonnen und Perlen der Nächstenliebe, zusammen mit unserem Vogt und anderen edlen Männern, die uns treu sind, zu euch geschickt. Diese habt ihr geziemend aufgenommen und [ihnen bzw. uns] wohlwollend geantwortet und versprochen, unsere Ländereien, die wir in eurem Bistum besitzen, da sie unserem Kloster von den Kaisern geschenkt worden sind, durch eure Leute zu bewahren und vor anderen zu schützen.

Dann, als wir in diese Gegend gekommen sind und weil wir ja von eurer freundlichen Gesinnung uns gegenüber wussten, haben wir uns , bereit zu eurem Dienst, euch persönlich vorgestellt; ihr habt nach eurer Gewohnheit [mos] die Güter, die ihr unseren Schwestern und Abgesandten bestätigt hattet, und noch vieles mehr uns versprochen. Danach (aber) haben eure Leute die unsrigen permanent angefeindet und kujoniert, sie haben ihnen die Rinder fortgetrieben und sie gegen Recht und Sitte zu Frondiensten gezwungen.

Daher bitten wir euch, Vater, [...] demütigst, dass eure Antwort uns gegenüber wohl überlegt sei, da es ja (durchaus unser) Wunsch ist, euch zu dienen und euren Instruktionen Folge zu leisten.

  1. Bischof Adelin von Reggio 1130-39 (s.o. Briefe 9, 63, 64 sowie 71). Nicht völlig auszuschließen ist allerdings auch eine spätere "Kontamination" mit dem (ebenfalls mit A. anlautenden) Nachfolger Alberius 1139-64.
  2. Äbtissin Agnes des Klosters S. Giulia in Brescia. - Dieses Kloster geht auf den letzten Langobardenkönig (Desiderius und seiner Ehefrau Ansa) als Stifter zurück.
  3. Bereits seit der Karolingerzeit ist belegt, dass das Brescianer Nonnenkloster S. Giulia (ebenso wie S. Salvatore) als Dotalgut an kaiserliche Ehefrauen bzw. Töchter vergeben wurde (vgl. Kasten, Kaiserinnen in karolingischer Zeit, in: Fößel, Die Kaiserinnen des Mittelalters, 2011, S. 13, 18 u. 20).

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