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75.

Kleriker A. an Abt P. von S. Benedetto (di Polirone?):
empfiehlt sich dem Gebet des Abtes und will gelegentlich "vorbeikommen".

Ü: V fol. 61r-v.
D: -
R: Wattenbach S. 46-50 (zu 1132).

Responsio

Sanctissimo ac piissimo patri ac domino P.1) abbati congregationis sancti Benedicti vita et sapientia prepollenti R. clericorum ultimus celestis Hierusalem consorcium.

Quam dulcia, pater sanctissime, et quam suavia gustantis faucibus sunt mellis gustamina tam palato cordis mei acceptabilia vestra monita, ut recte cum psalmista dicere[m]:2) "Consolationes tue letificaverunt animam tuam [besser wohl bibelkonform: meam]." Vobis itaque, quas debeo, multimodas grates refero et crebro hec et his similia imploro. Sicut enim tellus arida imbrem temporaneum exoptat et velut ab eo congrue irrigata germinat et fructificat, ita corda mortalium superioris imbre sepius irrigata et divini verbi vomere exarata dignas Deo operationes quasi uberes fructus afferre non cessant. Itaque, mitissime pater, [ut?] tuis in ammonitionibus, ut dixi frequenter, refici possim, incessanter exoro. De Sodomis quidem exire cupio: cum uxore Loth respicere nolo, sed cum eo habitare in Segor gestio;3) quia carnis fragilitate depressus cacumina montis ascendere non valeo, arcem virtutis apprehendere nequeo. Malo in humili loco salvari quam in alto periclitari.

Unde vestram beatitudinem Domini misericordiam iugiter pro me implorare queso, ut cor meum in testimonia sua confirmet et me de lacu miserie et de luto fecis eripiat et de tenebris et umbra mortis extrahat, mentem meam lumine sue karitatis irradiet et quidem [besser: quedam ?] me velle posse et perficere benignitatis sue largitate concedat.

De cetero ad vos Deo permittente veniam et plenius secreta cordis mei vobis aperiam.

Antwort

Dem heiligen und gottesfürchtigen Vater und Herrn P., Abt der Kongregation des hlg. Benedikt, an Lebenserfahrung und Weisheit überlegen, (wünscht) R., der Kleriker letzter, die (Aufnahme in die) Gemeinschaft des himmlischen Jerusalem.

Wie angenehm, hochheiliger Vater, und süß für den Schlund des Genießers die Kostproben vom Honig sind, so wohlgefällig sind für den Gaumen meines Herzens eure Mahnungen, so dass ich zu Recht mit dem Psalmisten sagen kann: "Deine Tröstungen haben meine Seele ergötzt." Daher sage ich euch vielfach Dank, wie ich ihn schulde, und bitte darum, mir dies und ähnliches häufig(er zu schicken). So wie nämlich die trockene Erde den Regenguss herbeisehnt und wie sie davon trefflich bewässert (es) sprießen und gedeihen lässt, so sollen die Herzen der Menschen, wenn sie von einem höheren Regen öfter benetzt und von der Pflugschar des göttlichen Wortes durchfurcht worden sind, nicht aufhören, gottgefällige Werke wie reiche Früchte hervorzubringen. Daher, gnädiger Vater, bitte ich unablässig, dass ich durch deine Ermahnungen, wie ich oft (schon) gesagt habe, wieder gestärkt werden kann. Jedenfalls möchte ich aus Sodom heraus: (aber) ich will nicht mit Loths Frau zurückschauen, sondern unbedingt mit ihm selbst in Segor [Zoar] wohnen, da ich als schwacher Mensch die Bergeshöhe [samt den Freuden von Loths Töchern...] nicht erreichen kann. (Aber) ich will lieber am niedrigen Orte das Heil erlangen als aus der Höhe abstürzen.

Daher bitte ich eure Güte, die göttliche Barmherzigkeit zusammen mit mir anzuflehen, dass sie mein Herz stärke, für ihn Zeugnis abzulegen, und mich aus dem See des Elends und dem Sumpf des Schmutzes herausreiße und aus dem Dunkel und Schatten des Todes herausziehe, dass er meinen Geist mit dem Licht seiner Liebe bestrahle und es zulasse, dass ich durch die Reichlichkeit seiner Güte [wenigstens ?] etwas zu wollen, zu können und (auch) zu erreichen schaffe [oder: etwas wollen und erreichen kann ?].

Im übrigen will ich so-Gott-will zu euch kommen und euch noch vollständiger das Innerste meines Herzens öffnen.

  1. S.o. Brief 74 Anm. 1.
  2. Ps. 93, 19.
  3. Vgl. Gen. 19, 14-23 (Segor=Zoar: Stadt in der Nähe des Toten Meeres).

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